Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Chapter 90
by
Bitbuster
Wird es heute ein ruhiger Abend?
Dank und anderes
An seinem Deck angekommen, verließ er den Turbolift und ging langsam zu seinem Quartier.
Es war gerade Schichtwechsel und daher sehr voll auf den Gängen.
„Wer ist das denn?“ dachte er und schaute sich die Frau, welche neben seiner Tür stand, etwas genauer an.
„Wollen Sie,… ich meine, willst Du zu mir?“ fragte er die ihm unbekannte Frau.
„Ja“ antwortete sie nur und nickte ihm dabei freundlich zu.
Er öffnete die Tür und als sie in seinem Quartier waren, fragte er wieder: „Und was möchtest Du nun von mir?“
„Ich will dein Sperma“ sagte sie ganz direkt und ging auf ihn zu.
„Ganz sicher nicht“ antwortete er und schob sie sanft von sich weg.
„Warum nicht? Gefalle ich dir nicht?“
„Darum geht es doch nicht.“
„Sondern?“
„Ich kenne Dich... Sie nicht.“
„Achso, wenn das alle ist. Ich heiße Vicky Vickviel“.
Patrick musste lachen. „Ja ist klar. Und ich bin Doofi Doof, oder wie?“
„Nein, in der Datenbank ist ein anderer Name verzeichnet.“
„Komm, verschwinde.“ sage er energisch und deutete zur Tür.
Vicky schaute ihn an.

„Was ist denn jetzt los?“ fragte er überrascht.
„Das ist erotisch“ meinte sie.
„Sieht eher nach einem Anfall aus.“
Sie versuchte ihm in den Schritt zu fassen, doch er konnte sie abwehren.
„Das reicht jetzt. Verschwinde!“
Sie kicherte kurz und lief zu seinem Bett, um sich darauf fallen zu lassen.
Er holte tief Luft, bevor er auf den Kommunikator tippte: „Thea, kommst Du bitte in mein Quartier, so schnell wie möglich, bitte.“
Mit einem „Bin unterwegs“ bestätigte Thea den Ruf.
Während sich Vicky langsam die wenigen Teile, die sie trug, auszog, wartete er ungeduldig auf Thea.
Vicky räkelte sich nackt auf seinem Bett, als er den Türsummer wie eine Erlösung hörte.
„Was gibt es denn so dringendes?“ fragte Thea und er deutete nur auf sein Bett.
„Oh, Du hast Besuch?“ fragte sie und stutzte.
„Die will einfach nicht gehen.“
Thea zog ihren Scanner aus der Tasche und hielt ihn in Richtung der nackten Frau.
„Wie ich vermutet hatte“ sagte sie und schaute ihn dabei geheimnisvoll an.
„Was denn, ist die ****, oder was ist los?“
Thea lachte. „Nein, 'Sie' ist ein etwas umgebauter A-Bot“.
„Ein was?“
„Ein Arbeitsbot. Ein Arbeitsroboter. Für Arbeiten im All oder bei schwierigen Umweltbedingungen auf einem Planeten. Aber was viel interessanter ist, ist die Frage, warum man sie umgebaut hat und was sie hier will.“
'Vick' war inzwischen wieder aufgestanden und stand nun etwa zwei Meter von den Beiden entfernt.
„Sie, also das Ding da ... will Sperma“ erklärte er und Vicke sagte: „Ich will nur dein Sperma“.
„Da hörst Du es.“ erklärte er genervt.
„Erklärung: Warum möchtest du denn sein Sperma“ fragte nun Thea, als wenn sie mit einem kleinen Kind sprechen würde. „Das weiß ich nicht. Ich habe den Auftrag, sein Sperma zu besorgen“.
„Und wo sollst du es dann hinbringen?“ hakte Thea nach.
„Zur Krankenstation“ antwortete Vicky.
„Hm...“ überlegte Thea. „Hast Du mit irgendjemandem dort Ärger? Oder will dir jemand einen Streich spielen?“ fragte sie und schaute dabei Patrick an.
„Nö, … nicht dass ich wüsste.“
„Komisch.“ grübelte Thea. „Lass uns zur KS gehen.“
„Ich muss hierbleiben, bis ich meinen Auftrag erfüllt habe“ antwortete Vicky.
„Du bist nicht gefragt“ wies sie Thea ab und schaute wieder zu Patrick.
„Ähm, ja, … gehen wir“ antwortete er und war mit wenigen schnellen Schritten an der Tür.
Thea folgte ihm und schmunzelte dabei, was er aber nicht sehen konnte, da er vor ihr durch die Tür ging.
Im Gang meinte sie dann: „Du hattest es aber gerade eilig.“
„Na hör mal, wenn da so ein ... ein Ding in dein Zimmer, also dein Quartier kommt...“
„Dann könnte man Spaß damit haben. Weißt Du überhaupt wie teuer so ein Bot ist?“
„Das ist mir völlig egal und ich hoffe, das ist weg, wenn ich nachher zurück gehe.“
„Das wiederum glaube ich nicht“ erklärte Thea.
„Dann entferne das, du bist bei der Sicherheit.“
„Richtig, ich bin bei der Sicherheit, keine Bot-Technikerin.“
„Ich... ähm... fühle mich bedroht, wenn das da in meinem Quartier ist.“
„Nein, ein A-Bot stellt keine Gefahr dar.“
„Thea, ich will das Ding nicht in meinem Quartier haben“ meinte er nun energisch.
„Nun warte mal ab, wir klären das doch gerade.“
Wenig später erreichten die Beiden die Krankenstation.
„Und jetzt?“ fragte er ungeduldig.
„Jetzt schauen wir, wer Dienst hat.“
Zielstrebig ging Thea zum Ärztezimmer und blieb kurz an der Tür stehen.
„Hallo Claire“ begrüßte sie die diensthabende Ärztin.
„Hallo Thea. Oh, was machst Du denn hier?“ fragte sie überrascht in Richtung Patrick, der Thea mit ins Zimmer gefolgt war.
„Er hat da 'etwas' in seinem Quartier...“ begann Thea den Satz und schwieg dann.
Claire wurde knallrot. „Es... also... ich... bitte nichts Melinda sagen.“
„Ich... nein, WIR hören“ sagte Thea mit Nachdruck.
„Er sah so unglücklich aus, also bei der letzten Probennahme und da er schon eine Woche überfällig ist, hatte ich mit der Technik gesprochen und die wollten einen A-Bot umbauen,... also ähm, die wollten, nunja... als Hilfe...ihr wisst schon.“ stammelte Claire.
Thea nickte. „Wie weit hast du umbauen lassen? Als S-Bot?“
Claire wurde wieder rot und nickte stumm. Daraufhin atmete Thea hörbar aus.
„Ok, ihr klärt das untereinander und ich empfehle, die Schlüsselwörter rauszugeben. Patrick, Du kommst bitte kurz vor die Tür.“
Gemeinsam mit Thea verließ er das Ärztezimmer und ließ eine sichtlich betroffene Claire zurück.
Vor der Tür zischte Thea leise: „Nimm das Angebot an, wir sprechen später über alles.“
„Welches Angebot?“
„Wirst du gleich hören und jetzt geh‘ wieder rein.“
Thea verließ die KS und er stand noch etwas unschlüssig vor der Tür, als Claire diese öffnete.
„Magst du bitte reinkommen.“ bat sie ihn schon fast flehend.
Als sie wieder im Ärztezimmer waren, aktivierte Claire das „Bitte nicht stören“ Zeichen.
„Es tut mir leid, das war alles ganz anders geplant. Bitte nichts Melinda sagen.“ bat sie noch einmal.
„Was war wie geplant? Und irgendwie verstehe ich die ganze Sache nicht.“
„Ok, wo soll ich anfangen?“ fragte Claire.
„Warum schickt ihr mir so einen A-Bot, oder was auch immer und was wollt ihr mit meinem… Sperma?“
Claire stutzte. „Das war doch abgesprochen.“
„Was war abgesprochen?“
„Na, dass Du jeden Monat eine Woche nach der Spritze eine Probe abgeben sollst.“
„Höre ich heute zum ersten Mal.“
Claire zog die Stirn kraus. „Wir wissen doch nicht genau, ob du, nicht böse gemeint, mit deiner uralten DNA genau so reagierst, wie die Personen aus unserer Zeit. Also ob das Mittel auch wirkt.“
„Wie gesagt, das hat mir bisher niemand gesagt, also dass ihr eine Probe benötigt.“
Claire ging zum Computer und tippte auf einigen Tasten herum. „Oh, oh… mist. Da ist echt einiges schief gelaufen.“
„Gib‘ mir einen Becher“ sagte er und klang dabei viel genervter, als er in Wirklichkeit war.
Claire gab ihm einen Probenbecher aus einem der Schränke und fragte vorsichtig: „Soll ich mitkommen?“
„Das schaffe ich schon alleine“ und verschwand in einem der freien Untersuchungsräume.
„Du bist auch blöde, hättest sie auch mitgehen lassen können“ dachte er, als er in den Probenbecher wichste.
Mit dem Becher kehrte er zu Claire zurück. „Hier bitte“.
Sie bedankte sich und untersuchte sofort die Probe.
„Alles gut, nichts passiert“ sagte sie dann erleichtert.
„Was sollte denn passiert sein?“ fragte er nach.
„Es hätte ja sein können, dass das Mittel bei dir nicht wirkt und da wir doch ungewollte Schwangerschaften vermeiden wollen…“
„Schon verstanden. Und was ist das jetzt mit diesem Roboter?“
„Naja, also, wie vorhin schon angedeutet, ist da einiges auf der Strecke geblieben. Zum einen hätte man dir sagen sollen, dass wir eine Probe von dir eine Woche nach der ersten Spritze benötigen. Das ist wohl nicht passiert. Dann hättest Du im nächsten Monat noch einmal darauf hingewiesen werden müssen, das ist auch nicht passiert. Und … naja. Ich wollte dich nicht schon wieder darauf ansprechen, daher der Bot. Davon weiß aber Melinda nichts und sie reißt mir den Kopf ab, wenn sie erfährt, dass ich dich nicht angesprochen habe, sondern stattdessen einen inoffiziellen Materialauftrag abgegeben habe.“
„Ok, habe ich soweit verstanden. Dann bringe ich diese A-Bot wohin? Oder lasse sie abholen?“
„Das ist jetzt das Problem, da andere davon wissen.“
„Andere?“
„Thea“
„Ja und? Verstehe ich nicht.“
„Ich habe da etwas… eigenmächtig gehandelt.“ gestand Claire.
„Was jetzt nicht wirklich zu einer Lösung führt.“
„Es ist so, dass verschiedene Bauteile verwendet wurden. Also offiziell ist kein A-Bot verschwunden oder wurde dafür umgebaut.“
„Und?“ fragte er mit einer Handbewegung, die andeutete: „Was willst Du mir damit sagen?“
„Es ist jetzt ein S-Bot, unregistriert.“
„A, S, XYZ-Bot, ist das nicht egal?“
„Ähm, S-Bot, wie Sexbot.“
„Und worin unterscheidet sich ein A-Bot vom S-Bot?“
„Nun, zum einen hat der S-Bot in dem Fall zwei Körperöffnungen mehr, dann wurden weibliche Attribute hinzugefügt, der A-Bot ist geschlechtsneutral. Und dann ist natürlich die Programmierung eine andere. Zur Programmierung: Mit Vergangenheit, Schiff, Zukunft kommst du in die Konfiguration.“
Er sah sie etwas verwirrt an und kniff die Augenbrauen zusammen.
„Du sagst zu ihr: ‚Vergangenheit, Schiff, Zukunft‘. Dann ‚Konfiguration‘ und dann kannst du ihre Einstellungen und natürlich auch die Aktivierungswörter ändern. Es sollte nur eine Kombination sein, die in einem normalen Satz oder Alltag so nicht vorkommt.“
Patrick nickte. „Also im Grunde so wie ein Aktivierungskommando und dann kommt der entsprechende Befehl.“
„Genau so“ bestätigte Claire.
„Alexa, sag Siri, sie soll Pizza bestellen“ dachte er und musste über seinen eigenen Witz lachen.
„Alles in Ordnung?“ fragte Claire.
„Ja, schon gut, ich musste an Sprachassistenten zu meiner Zeit denken. Ähm, kann ich auch den Namen von dem Roboter, ich meine S-Bot, ändern?“
„Natürlich. Du kannst auch die Stimme ändern, oder, da Nanobots verbaut sind, auch das Aussehen, das dauert nur etwas.“ „Wie… das Aussehen?“
„Andere Haarfarbe, Augenfarbe usw. Dann arbeiten die Bots daran, nur das kann schon mal einige Tage dauern.“
„Gut, habe ich auch verstanden. Sonst noch etwas, was ich wissen sollte?“
„Wenn mal irgendwas sein sollte, dann sprich mich bitte direkt an, ich gebe es dann an die Technik weiter.“
„Ok, schon verstanden. Dann gehe ich jetzt wieder?“ fragte er zur Sicherheit.
„Also hier ist alles erledigt und nach Plan.“
„Dann noch einen ruhigen Abend.“ wünschte er und verließ die KS.
„Ich habe einen eigenen Sexroboter und das auf einem Schiff, wo die Frauen so offen sind, was kommt noch?“ fragte er sich, als er im Turbolift zu seinem Quartier fuhr.
Konfiguration
Eine Reise durch Zeit und Raum
Eben noch auf der Erde und jetzt schon im All
- 229 Likes
- 73,853 Views
- 40 Favorites
- 10 Bookmarks
- 98 Chapters
- 97 Chapters Deep
Comments moved below the chapter.

Comments