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Chapter 87
by
Bitbuster
Traum
Es ist nur ein Traum (Teil 1)
Ein unbekanntes Signal weckte Patrick. Als er seine Kopf drehte, sah er direkt in Sophias Gesicht.
„Ach ja, ich hatte bei ihr übernachtet“.
„Computer: Alarm aus“ murmelte Sophia und das Wecksignal verstummte. Langsam öffnete sie die Augen und lächelte. „Guten morgen mein Kater, gut geschlafen?“
„Ja... wie geht es dir?“
„Ganz gut. Frühstück?“
Er nickte, so gut es im liegen funktionierte.
„Komm“ forderte sie ihn auf.
„Nicht erst mal waschen und so?“
„Doooooch“ sagte sie und dehnte das „o“ auf bestimmt einen Meter. „Fellpflege ist wichtig“.
Dann begann sie ihn heftig abzulecken.
„Sophia!“ rief er „Ich hätte es mir denken können“
„Ach ja?“ fragte sie verschmitzt und sprang mit einem Satz aus dem Bett.
„Na warte“ er rannte hinter ihr her und gemeinsam verschwanden sie unter der Ultraschalldusche.
Nach einem kurzen „Du kraulst mich durch, dafür reibe ich meinen Hintern an dir – Spiel “ wurde Frühstück am Replikator bestellt.
Beim Frühstück fragte Sophia plötzlich: „Warst Du schon mal... ach nee, kannst du nicht.“
„Was denn?“
„Wir wollen heute auf einen Dunkelplaneten. Thea hatte mich gefragt, ob ich sie da unterstützen könnte.“
„Dunkelplanet?“ fragte er nach.
„Ja. Die nächste Sonne ist entweder so schwach, oder so weit entfernt, dass kaum Licht auf die Oberfläche gelangt. Aber eben genug Wärmestrahlung, dass Leben existiert. Meist nur Algen oder Moose oder andere anspruchslose Pflanzen.“
„Klingt interessant“.
„Gut, dann frage ich Thea, ob du auch mitkommen darfst. Einer mehr, der Proben sammeln kann.“
„Hat sie mir gerade zugezwinkert?“ fragte er sich und trank noch einen Schluck Tee.
Ein wenig später hatten sie die Freigabe von Thea und der XO und so standen sie in etwas festeren Stiefeln, als sonst, im Transporterraum.
„Könnte etwas matschiger werden“ erklärte eine Frau in blauer Wissenschaftsuniform.
„Worauf warten wir noch?“ fragte eine andere Frau in roter Uniform und schaute in die Runde, die bisher aus Sophia, Thea, der weiteren Wissenschaftlerin, Patrick und der Fragestellerin bestand.
„PO Orientel ist mal wieder zu spät“ meinte Thea und während Sophia kurz zwischen Thea und Patrick hin und her schaute, fragte er sich, ob es bisher irgendwann schon einmal vorgekommen war, dass Thea jemanden mit Dienstgrad und Nachnamen genannt hatte.
„Warum soll die denn mit auf der Mission?“ fragte Sophia.
„Alle mit guter Nachtsicht sind für die Erkundung geeignet und bei euch ist das nun mal von Natur aus so.“
„Bei euch?“ fragte Patrick vorsichtig nach, da er sich normalerweise in diese Dienstgespräche als Gast nicht einmischte.
„Cait“ zischte Sophia knapp und Thea ergänzte: „Wegen der Augen“.
„Ja“ seufzte Sophia „Unsere Pupillen sind elliptisch und vertikal ausgerichtet. Sie können mehr geöffnet werden, als die runden Menschenpupillen, daher erlauben sie einen stärkeren Lichteinfall durch sie. Deshalb ist das Nachtsichtvermögen bei Katzen eben besser.“
Jetzt meldete sich auch die andere Wissenschaftlerin zu Wort: „Katzenaugen enthalten eine Membran namens Tapetum Lucidum. Es ist eine Gewebeschicht, die sich auf der Rückseite der Augäpfel befindet und die Lichtstrahlen so reflektiert, dass sie problemlos die Netzhaut erreicht. Das bedeutet...“
„Das bedeutet, dass wir bei Dunkelheit besser als viele andere Spezies sehen können“ unterbrach Sophia ihre Kollegin.
Alle Augen richteten sich auf Sophia und Thea fragte: „Was ist denn los?“
„Nichts“ grummelte sie und Thea schaute zu Patrick.
„Schau mich nicht so an, ich weiß es auch nicht“ sagte er leise.
„Orientel ist Lucy“ zischte Sophia wieder sehr knapp.
„Oh“ entfuhr es Patrick.
„Was – oh?“ interessierte nun wieder Thea.
„Schon gut.“
„Nichts 'schon gut' , wenn es ein Problem bei der Erkundung geben könnte, dann will ich das vorher wissen. Immerhin bin ich für eure Sicherheit verantwortlich“.
„Sophia und Lucy hatten einen Streit...“
„Aber das müssen wir hier und jetzt nicht diskutieren“ fiel ihm Sophia ins Wort.
Die Tür öffnete sich, kaum dass Sophia ihren Satz beendet hatte, und Lucy stürmte in den Transporterraum. „Ich hatte Probleme mit den Stiefeln, da...oh...ihr seid auch hier?“
Jetzt war es Thea, die etwas unruhig, oder auch nur typisch vorsichtig fragte: „PO Orientel, ich würde sie Aufgrund ihrer körperlichen Eigenschaften auf der Erkundung dabei haben wollen, aber wenn es die Sicherheit gefährdet, dann sollten sie es jetzt sagen und an Bord bleiben.“
„Thea benutzt schon wieder den Nachnamen und siezt, da stimmt doch was nicht“ dachte er und schaute vorsichtig in die Runde.
„Also, es wird nicht heller, starten wir jetzt oder brechen wir ab?“ fragte die Frau in der Kommandouniform und schaute dabei zu Thea. Diese wiederum schaute Lucy durchdringend an und meinte dann, da Lucy nicht reagierte: „Bereit zum beamen“.
Die sechs Personen rematerialisierten sich auf der Planetenoberfläche und sofort nahm Patrick den leicht moderigen Geruch wahr.
„Bilden wir zwei Dreiergruppen, Riika und Lucy zu mir, der Rest zu Thea“ befahl die Teamleiterin.
Nachdem sich die Gruppen aufgeteilt und voneinander entfernt hatten, fragte Thea: “So, was war los?“
„Lucy war bei mir und meinte sich lustig machen zu können“ antwortete Sophia.
„Die haben sich geprügelt“ fügte er hinzu.
„Ja, Petze“ knurrte Sophia, aber es klang eher gelangweilt, als böse.
„Ihr habt euch gegenseitig verletzt“.
Sophia verdrehte die Augen, was man aber in der Dunkelheit nicht sehen konnte.
„Und? Resultat?“ fragte Thea.
„Beide leben noch“ antwortete Sophia nüchtern.
Sie gingen langsam weiter, alle Drei hatten ihre Scanner in der Hand.
„Wonach suchen wir denn?“ fragte Patrick und schaute weiter auf die Anzeige.
„Du nach langkettigen Molekülen, Thea nach irgendwas lebendigem“ erklärte Sophia und blieb plötzlich stehen. „Oh, wartet mal“. Sie scannte den Bereich vor sich intensiver und auch er gesellte sich dazu.
„Diese hellgrünen Flecken?“ fragte er.
„Ja, dass sind wohl Kieselalgen. Genaueres wird das Labor herausfinden.“ Sie nahm ein Probenrohr und füllte etwas von dem Matsch in den Behälter.
„Sehr aufregend“ kommentierte Thea den Vorgang.
„Es kann nicht immer nur um feindliche Auseinandersetzungen gehen“ erwiderte Sophia sarkastisch.
„Ja, ich weiß. Ich bin auch nur zur Sicherheit dabei, falls das große grüne Dschungelmonster aus dem Schlamm steigt.“
„Eher unwahrscheinlich, dass hier irgendwas größeres als Algen herumschwimmt.“
„Ja, Sophia, Vulkimodus aus. Ist ja gut.“ dabei klopfte Thea ihrer Freundin auf die Schulter.
Patrick grinste und scannte dann „unauffällig“ etwas weiter weg von den beiden.
Es war eine gute Stunde vergangen und es wurde zunehmend dunkler. „Wie eine wolkenbedeckte, mondlose Nacht, irgendwo im Wald oder am Strand“ überlegte er und schaute zu Sophia, sie sich noch immer sehr zielsicher um die Pfützen auf dem Boden herumbewegte. Thea schaffte das nur mit Hilfe ihrer Handleuchte und trotzdem stapfte sie immer mal wieder in ein Matschloch.
„Mist, ich hasse solche Planeten“ rief sie und zog ihr Bein aus der Vertiefung.
„Wollen wir eine Pause machen?“ fragte Sophia und half ihr aus dem Loch.
„Ja gut. Gibt es denn hier überhaupt etwas zum hinsetzen?“
„Da hinten sind einige größere Steine“ sagte Sophia und zeigte irgendwo ins Dunkle.
Er half und leuchtete mit seinem Licht die Steine an und alle Drei setzten sich.
Kaum hatten sie es sich so gut es ging auf den Steinen bequem gemacht, als Thea ein Funkspruch erhielt: „Wir stecken hier im Schlamm fest, Lucy wollte einen von euch abholen, damit er hier helfen kann, aber ich weiß nicht, wo sie steckt. Der Funk ist auch irgendwie gestört, die vom Schiff arbeiten daran. Kann einer von Euch zu uns kommen?“
„Ja, ich kümmere mich darum“ antwortete Thea und schaute dann zu Sophia und Patrick.
„Ihr bleibt hier, ich gehe zu ihnen“ dabei schaute sie auf ihren Scanner „ich werde so 5 Minuten zu denen benötigen“.
„Ich komme mit, damit du nicht in irgendwelche Löcher fällst“ erklärte Sophia.
„Das schaffe ich schon alleine“ antwortete Thea grimmig.
„In Löcher fallen? Außerdem sollen wir immer zu zweit unterwegs sein“ fügte Sophia hinzu.
„Ja, ja... wegen der Monster.“
„Ich bleibe mit der Ausrüstung hier, dann seid ihr auch schneller und warte auf euch“ versuchte er die Beiden zu einigen.
Thea überlegte kurz. „Gut, einverstanden. Du bleibst hier mit den ganzen Proben, wir sind dann gleich wieder zurück.“ Er nickte, was Thea aber nicht sehen konnte.
„Verstanden?“ fragte sie daher nach.
„Achso, ja, verstanden.“
Die Beiden stapften davon, das heißt Sophia schwebte fast über den Boden, die Schritte von Thea konnte er noch eine recht lange Zeit hören. Dann wurde es still. Kein Geräusch drang an sein Ohr.
_„Jetzt bloß nicht einschlafen“ _dachte er.__
Es ist nur ein Traum (Teil 2)
Eine Reise durch Zeit und Raum
Eben noch auf der Erde und jetzt schon im All
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