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Chapter 86 by Bitbuster Bitbuster

Filmabend

Unerwarteter Besuch und Catfight der anderen Art

Während Patrick eine Schale mit karamellisiertem Popcorn replizierte, suchte Sophia einen Film aus der Datenbank heraus.

„Was schauen wir denn?“ fragte er und hielt ihr die Schale hin. Sie schüttelte den Kopf. „Gleich, wenn der Film läuft. Ich habe uns etwas leichte Unterhaltung herausgesucht.“

Was das jetzt auch immer sein mag“ überlegte er und schaute zu, wie sich Sophia auf ihr Bett legte, dass Kopfteil hochfuhr und die Oberfläche des gegenüberstehenden Schrankes als riesigen Bildschirm aktivierte.

„Komm“ forderte sie ihn auf und deutete an, dass sie die Schale übernehmen würde, damit er sich hinsetzen könne.

So saßen, halb liegend, beide im Bett und schauten den Film.
Es dauerte gar nicht lange, bis sie ihren Arm um ihn legte und sich etwas ankuschelte.
„Ja gut, wenn sie jetzt wieder in dieser Kuschelphase ist, dann geht es nächste Woche bestimmt wieder richtig rund“ dachte er und grinste etwas dabei.

Es war etwas über eine Stunde vergangen, als der Türsummer ertönte.

„Wer kann das sein?“ fragte er, während sie den Film stoppte.
„Ich weiß es nicht genau, vielleicht Thea.“

Gemeinsam standen sie auf und Sophia öffnete die Tür.

„Hallo Lucy“ hörte er Sophia sagen, für ihn klang es jedoch eher nach: „Hallo Nervensäge“.
„Lucy, dass ist Patrick, Patrick – Lucy“ stellte Sophia die beiden vor.

Wie auch Sophia war Lucy unverkennbar eine Caitharianerin. Ihr tiefschwarzes Fell erinnerte ihn sofort an eine Perserkatze, die er aus der Nachbarschaft aus seiner Zeit kannte.

„Ich wollte nur mal schauen, wie es dir geht“ sagte Lucy und schaute dabei mehr zu Patrick, als zu Sophia. „Aber ich sehe schon, du hast dir etwas Ablenkung besorgt“.
„So könnte man es auch nennen“ antwortete Sophia und schaute Patrick mit einem genervten Augenrollen an.
„Ich, äh... ich bin mal kurz nebenan“ verabschiedete er sich und verschwand in der sanitären Einrichtung.


„Jetzt mal ernsthaft. Der ist nur für zwischendurch, oder?“ fragte Lucy.
„Nein, schon was festes“ antwortete Sophia und wollte nicht mehr sagen, als es ihr momentan notwendig erschien. „Warum kein Klingone oder Melokaner oder so?“
„Weil wir hier auf einem Schiff sind, welches überwiegend von Menschen geleitet wird.“
„Naja, aber es gibt doch auch andere, oder hast du nichts besseres gefunden?“
„Wahrscheinlich werde ich nichts besseres als ihn finden, ganz richtig.“meinte Sophia spitz.
„Okey, für so anspruchslos hatte ich dich nicht gehalten“ erwiderte nun Lucy gehässig.

Sophia kräuselte die Haut zwischen Nase und Stirn. „Es ist wohl besser, wenn du jetzt gehst“

„Du wirfst mich für einen schwachen Menschen raus? Und erzähl mir nicht, dass er dich mit so einem Menschenpimmelchen befriedigen kann, so notgeil kannst du doch nicht sein, oder?“

Sophia holte zum Schlag aus und erwischte Lucy hart an der Schulter. Fast zwei Meter flog sie durch den Raum und landete unsanft auf dem Rücken.

„Spinnst du jetzt völlig?“ knurrte Lucy und rappelte sich auf. Anstatt den Raum zu verlassen, griff sie nun ihrerseits Sophia an. Geschickt wich diese aus und wollte Lucy quasi im Vorbeiflug noch auf den Rücken schlagen, erwischte aber mit ihren scharfen ausfahrbaren Krallen der Hand nur das Oberteil.
„So, kämpfen willst du, kannst du haben“ fauchte Lucy und bereitete sich für die nächste Attacke vor. Sie sprang auf Sophia zu, die sich schnell bückte und Lucys Beine erwischte.
Geschickt drehte sich Sophia und damit auch Lucy, die wieder auf ihrem Rücken landete.


Patrick hörte ungewöhnliche Geräusche und beeilte sich, um wieder in den Wohnraum gehen zu können.
Die Tür hatte sich gerade halb geöffnet, als er Lucy und Sophia am Boden kämpfen sah.

„Verschwinde, zurück“ rief Sophia und war für einen kurzen Moment abgelenkt, den Lucy sofort nutzte und Sophia am Fell riss.

Schnell schloss er die Tür wieder und konnte nur noch gedämpft wahrnehmen, was in dem anderen Raum vor sich ging.

Was ist da los?“ fragte er sich. „Andererseits, was könnte ich machen? Die Sicherheit rufen? Hätte sie dann nicht das auch so gesagt? Wollen die, was auch immer, unter sich austragen?“

Es schepperte laut und er wurde aus seinen Gedanken gerissen.
„Das war bestimmt der Tisch“ sagte er laut und erschrak, da er es nur denken wollte.

Dann war es plötzlich still. Vorsichtig ging er zur Tür, blieb dann aber stehen. „Warum haben wir keine Waffen im Bad, im sanitären ..., ach auch egal.“

Die Tür öffnete sich und Sophia schaute ihn traurig an. „Es tut mir so leid, dass Du das mitbekommen musstest.“
Sie drückte ihn an sich und instinktiv umarmte er sie.

Als er sie genauer anschaute, sagte er entsetzt: „Du blutest.“
„Ich weiß, aber nichts, was nicht auch wieder heilt."
„Du musst zur Krankenstation und..“
„Psssst. Es ist in Ordnung. Wirklich.“

Als sie ihn wieder los ließ und beide im Wohnbereich standen, sah er, dass Lucy am Boden lag.

„Was … ist sie tot?“
„So schnell stirbt man nun auch wieder nicht.“versuchte sie ihn zu beruhigen.
„Computer: Nottransport, drei Personen...“
„Computer: Stopp“ warf Sophia dazwischen.

Patrick schaute sie verwirrt an. „Du blutest, sie liegt da bewusstlos herum, warum nicht zur KS?“
„Weil das nicht notwendig ist. Nur ein kleiner Streit, sie...“
„Nur ein kleiner Streit? NUR EIN KLEINER STREIT???“
„HEY, BERUHIGE DICH“. Auch Sophia wurde jetzt etwas lauter.

Sie nahm ihn wieder in den Arm, da es ihr sofort Leid tat, ihn angeschrien zu haben.

„Es ist alles in Ordnung, sie kommt gleich zu sich. Und egal was dann passiert, bleibe ruhig. Du kennst unsere Spezies noch nicht gut genug. Kein Vorwurf. Das was hier gerade passiert ist steht so wohl auch in keiner Datei. Hoffe ich jedenfalls.“

Von der Seite konnten beide leichte Stöhngeräusche hören. Lucy stand langsam auf und ging fast schon unterwürfig auf die Beiden zu.

„Ist alles in Ordnung?“ fragte Lucy und schaute zu Boden.
„Ja“ antwortete Sophia kurz und ließ Patrick los, um sich zu Lucy zu drehen.

Lucy schaute sich Sophia genauer an und begann vorsichtig Sophias Fell zu lecken.
Patrick schaute mit einer Mischung aus Bewunderung und Verständnislosigkeit den beiden zu.
Auch Sophia leckte dann an Lucy und er konnte sehen, was die beide machten.

„Die lecken sich ihre Wunden, das … das habe ich auch noch nicht gesehen.“

Nach einigen Minuten schauten sich die beiden an und nickten sich wortlos gegenseitig zu.

„Einen Catfight hattest du dir bestimmt anders vorgestellt“ meinte Lucy und schaute zu Patrick.
„Naja...“ antwortete er gedehnt „...immerhin war es im wahrsten Sinne des Wortes ein Catfight.“
Die beiden Katzen lachten und Lucy schüttelte ihren Kopf. „Du scheinst doch ganz in Ordnung zu sein“.
Sophia erklärte: „Lucy mag Menschen nicht besonders“.
„Was daran liegt, dass sie immer nur das niedliche kleine Kätzchen in uns sehen“ fügte Lucy hinzu.
„Ich habe ihm erklärt, dass wir eine der gefährlichsten Spezies an Bord sind, wenn nicht die gefährlichste“.
„Vielleicht, … vielleicht eines Tages...werden wir doch noch Freunde und lachen über den heutigen Abend.“ sagte Lucy leise und nachdenklich.

Sophia machte einige Schritte auf den Replikator zu, da sie für alle etwas zu **** bestellen wollte.

„Ich gehe lieber, entschuldigt bitte, wenn ich den Abend versaut habe“ meinte Lucy und verließ lautlos das Quartier.

Patrick schaute ihr nach und hörte Sophias Stimme: „Ich bestelle mir jetzt trotzdem etwas starkes, möchtet du auch?“
„Ja, bitte. Egal, was es ist.“

Sophia nahm zwei Becher aus dem Replikator und gab ihm einen davon ab.

„Was ist das denn?“ fragte er nach.
„Schwer zu sagen.“
„Na, doch bestimmt eine Pflanze, oder?“
„Jaaa....Quaxekrcpitikepel oder so, wie gesagt, schwer zu sagen, bestell' einfach vergorenen angosianischen Saft“.

Patrick probierte und es schmeckte für ihn wie eine Mischung aus Birnen-und Apfelcider.

Sie machten es sich im Bett gemütlich und Sophia ließ den Film weiterlaufen. Natürlich legte sie auch wieder ihren Arm um ihn und kuschelte sich an.

Als der Abspann lief, schaute er zu ihr und sah, dass sie bereits eingeschlafen war.

Er schaltete die Monitorfläche ab und jetzt, da es ganz still war, konnte er sie leise schnarchen hören. Mit einem Lächeln wollte er sich aus ihrer Umarmung lösen, um sich die Decke, die zusammengerollt am Fußende lag, hochzuziehen.

Ihr Grummeln hielt ihn von dem Vorhaben ab und so wies er den Computer an, die Zimmertemperatur um zwei Grad Celsius zu erhöhen.

Es dauerte nicht lange und auch er befand sich tief im Land der Träume.

Traum

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