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Chapter 63
by
Bitbuster
Die Suche
Gesucht, gefunden und dann?
Sophia und Svea saßen noch lange in Patricks Quartier und redeten miteinander. Schließlich meinte Svea, dass ihre Freundin heute Nacht bei ihr im Quartier mit schlafen sollte, was Sophia aber immer wieder ablehnte. Sie einigten sich darauf, dass sie die Nacht gemeinsam in Patricks Quartier verbringen und es dauerte fast eine Stunde, bis sich Sophia in den Schlaf geweint hatte. Da halfen auch alle Versuche sie zu trösten nichts.
Am nächsten Morgen wurde eine Art Krisensitzung mit allen Führungsoffizieren abgehalten, auf besonderen Wunsch durfte auch Sophia dabei sein.
Nach der Begrüßung fragte der Kapitän nach dem aktuellen Stand der Suche.
Thea hatte nicht gefunden, erinnerte sich aber an den Spruch, den sie sich von Svea anhören musste.
„Also, wenn wir alles Berücksichtigen und selbst das Unmöglichste annehmen…“
„Nicht schon wieder Q“ grummelte Sophia so laut, dass es trotzdem jeder verstand.
Thea schüttelte den Kopf „…dann kann er nur in einem der Shuttles stecken“.
„Unmöglich“ sagte Frederike, Leiterin der Con/Ops. „Die haben wir alle abgesucht und außerdem wäre er bei der schiffsweiten Suche auch in einem Shuttle entdeckt worden.“
„Nein, ich meine unsere Frachtshuttles“ erklärte Thea.
„Die sind auf Automatik programmiert und sammeln nur Gestein ein. Außerdem kehren die zurück, wenn die Lagerkapazität erschöpft ist.“
Sowohl in Sophias wie auch Sveas Kopf arbeitete es fieberhaft.
„Wir können die Frachtshuttles doch vorzeitig zurückrufen“ sagte Svea mehr, als dass sie es fragte.
Shawn nickte zustimmend und ließ sich mit der aktuellen Leitung der Flugbereitschaft verbinden. „Die Frachtshuttles sofort zurückrufen“ befahl er und schaute zufrieden in die Runde.
„Damit sollte das geklärt sein. Wenn Patrick wieder an Bord ist, dann will ich ihn sofort sprechen“ ordnete er mit Blick zu Thea an.
„Verstanden“ nickte Thea.
Sophia schaute zu Svea und beide schüttelten zeitgleich eher skeptisch den Kopf.
„Seid ihr damit nicht einverstanden?“ fragte Shawn.
„Ich glaube, oder vermute, dass es nicht so einfach wird.“ orakelte Sophia.
„Zur Not eben betäuben und dann zu mir bringen, wird doch wohl nicht so schwer sein“ sagte Shawn gleichgültig.
Da alle schwiegen, erklärte der Kapitän die Sitzung für beendet und alle sollten ihren Dienst aufnehmen.
Als sich gerade alle von ihrem Platzen erhoben hatten, erhielt Shawn einen Funkspruch über den Kommunikator. „Shuttle Sierra reagiert nicht auf den automatischen Rückruf“.
„Ich wusste es“ triumphierte Sophia und ihre Gefühle fuhren Achterbahn. Auf der einen Seite war sie froh, da es nur bedeuten konnte, dass Patrick an Bord des Frachtshuttles war, auf der anderen Seite wusste sich nicht so recht, was mit ihm passieren würde, wenn er wieder auf dem Schiff war.
Zwar hatte sie Shawn immer als faire Person angesehen, wusste aber auch, dass es sich als Kapitän nicht erlauben konnte, wenn ihm einer auf der Nase herumtanzte.
„In die Funktion wegtreten“ befahl Shawn und gleich darauf: „Thea, Svea und Frederike mit mir zum Shuttlehangar“.
Gemeinsam fuhren sie mit dem Turbolift zum Shuttlehangar. Das Shawn mitging, war für alle recht ungewöhnlich.
Während der kurzen Fahrt schaute Shawn bedeutungsvoll in die Runde.
„Ich weiß, es ist etwas lächerlich, aber irgendwie fühle ich mich an der ganzen Sache schuldig.“
Der Kapitän hatte gehofft, dass ihm jemand jetzt wiedersprechen würde, aber nichts passierte.
Schweigend, fast schon unangenehm still, kamen ihm die Sekunden bis zum Deck wie Minuten vor.
Im Büro der Con/Ops-Leitung wurden die drei Frachtshuttles auf einem Bildschirm dargestellt.
Währen sich zwei der Shuttles auf direktem Rückflug befanden, entfernte sich das dritte Shuttle immer weiter vom Schiff. Shawn ließ einen neuen Kurs setzen und flog mit der FSS Tyche den Frachtshuttles entgegen.
Es dauerte etwa 30 Minuten, bis die beiden Frachtshuttles an Bord gebracht waren und man einen Verfolgungskurs zum Dritten Shuttle aufnehmen konnte. Während der gesamten Zeit wurde der Flug des Sierra-Shuttles genau beobachtet.
„So wie ich ihn einschätze, wird er zum Trümmerfeld fliegen“ sagte Thea und deutete auf einen Punkt auf dem Bildschirm, der als rot-blinkende Fläche dargestellt wurde. „Ich fliege mit einem Klasse-11 Shuttle zu ihm, damit kann ich so ein Frachtshuttle locker abfangen.“
Shawn überlegte. „Negativ, ich erledige das selber“
„Aber Shawn, ich bin für die Sicherheit verantwortlich“ versuchte Thea ihren Kapitän zu überzeugen.
„Kein Aber. Rang hat seine Privilegien, ich fliege.“
Frederike ließ ein Shuttle startklar machen und Shawn schaute noch einmal in die Runde, bevor er die Luke des Shuttles schloss.
„Was meinst Du?“ fragte Thea Svea und schaute dabei sehr ernst.
„Ich kann Dir dazu nichts sagen, ich hoffe nur, dass Patrick keine weiteren Dummheiten macht.“
Gespannt schauten sie auf den Bildschirm und verfolgten den Flug des Kapitäns und vom Frachtshuttle Sierra.
Wie vorausgesagt, steuerte das Frachtshuttle direkt in das Trümmerfeld und es war mit den Kurzstreckensensoren schwierig, die Flugbahnen genau zu verfolgen.
Thea war die Erste, der auffiel, dass „irgendetwas“ komisch war.
„Was macht der da?“ frage sie mehr allgemein in den Raum und deutete mit dem Finger auf die Flugbahn vom Frachtshuttle.
„Ich weiß es nicht“ sagte Frederike und schaute zu Svea.
„Will er das Shuttle beschädigen? Dann braucht er doch nur das Schutzschild abzuschalten“
Frederike tippe einige Schaltflächen an und verkündete: „Die Schildenergie vom Heck ist komplett auf den Bug transferiert worden und nein, ich kann das Shuttle noch immer nicht fernsteuern“.
„Der wird doch Shawn nicht rammen wollen?“ fragte Svea nun etwas besorgt.
„Nein, aber irgendetwas... oh, ich verstehe...“ rief Thea und wusste nicht, ob sie grinsen durfte, oder es lieber sein lassen sollte, um keinen Ärger mit Svea zu bekommen.
„Was verstehst Du?“ fragte nun Frederike.
„Der spielt Billard“
„Bitte was?“
„Er schubst die kleinen Trümmerteile, die dann gegen die größeren Teile stoßen und versucht so Shawn den Weg abzuschneiden.“
„Nee, dass sieht anders aus.“ meinte Svea nachdenklich. „Oh,... entweder ist er jetzt völlig durchgedreht oder sehr trickreich“
Frederike und Thea nickten zeitgleich, da auch sie erkannten, dass nicht einfach nur Trümmerteile bewegt wurden, sondern sich eine Art Höhle um das Schuttle von Shawn gebildet hatte, aus welche er ohne Hilfe nicht mehr herauskommen würde.
„Wenn er abhauen will, dann ist das jetzt der beste Zeitpunkt“ sagte Frederike vor sich hin, erhielt aber keine Antwort.
Shawn erkannte seine Situation und rief das Frachtshuttle.
„Shawn an Patrick, lass uns reden“
Patrick stoppte das Frachtshuttle und beantwortete den Ruf.
„Was gibt es da noch zu reden? Ihr wollt mich loswerden, dann lasst mich doch einfach verschwinden. Ich suche mir einen Planeten und schicke das Shuttle wieder zurück. Ganz einfach“.
„So einfach ist das nicht. Wir...ich habe auch Dir gegenüber eine Verantwortung.“
„Davon merke ich nicht viel“ sagte Patrick ärgerlich.
„Ich … wir haben doch auch unsere Vorschriften.“
Die Unterhaltung dauerte noch eine gute Viertelstunde, in der die unterschiedlichen Meinungen und Argumente ausgetauscht wurden.
„Ich melde mich kurz beim Schiff, dass alles in Ordnung ist“ meinte Shawn nun wieder ruhig und gelassen und bekam die Rückmeldung, dass sowohl die Brücke, wie auch die Gruppe um Svea das Gespräch mit angehört hatten, da ein offener Kanal verwenden worden war und Svea dafür gesorgt hatte, dass das Gespräch verbreitet wurde.
Durch Bündelung der Traktorstrahlen gelang es den Beiden, einen der größeren Brocken in Bewegung zu setzen und Shawn konnte aus der Trümmerhöhle hinausfliegen.
Gemeinsam folgte der Rückflug zum Schiff und fast synchron setzten die Shuttles auf dem Hangardeck auf.
Shawn verließ als erstes sein Shuttle, Patrick folgte wenige Sekunden später.
Thea und Svea kamen den Beiden entgegen.
„Es ist soweit alles geklärt“ meinte Shawn ruhig und setzte für den nächsten Tag eine Besprechung an.
Von Thea und Shawn unbemerkt, boxte Svea Patrick auf den Arm und zischte: „Mach das nie wieder“ und fügte hinzu: „Du solltest vielleicht als erstes zu Sophia gehen“
„Damit sie mir den Kopf abbeißt?“ versuchte er zu scherzen.
„Verdient hättest Du es“ sagte Svea schnippisch.
„Naja, dann wäre euer Problem auch gelöst“ antwortete Patrick nun wieder sarkastisch.
„Du bist kein Problem, merk Dir das“ erklärte sie ernst, nickte kurz und ging dann zur Brücke.
Patrick schaute sich auf dem Hangardeck um. Shawn und Thea hatten bereits den nächsten Turbolift betreten und so stand nur noch Frederike an einer der Konsolen.
„Ähm, es tut mir Leid, wenn ich irgendetwas beschädigt haben sollte.“ sagte er leicht zerknirscht zu Frederike.
„Schon gut, bis auf das Ego vom Käp'tn ist nichts beschädigt.“
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Eine Reise durch Zeit und Raum
Eben noch auf der Erde und jetzt schon im All
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