Was passiert nun weiter ?
POV Henning: Nicht diensttauglich
Hennings erster Gedanke war, dass er einen großen Fehler gemacht hatte.
Sein zweiter Gedanke war weniger diensttauglich.
Er hing über der Sessellehne, die Arme schmerzhaft nach hinten gezogen. Die Handschellen schnitten in die Handgelenke. Irgendwo hinter ihm hörte er Schreie von Kollegin Simoni und angestrengtes Schnaufen des Kollegen Brehme. Beide vermutlich ebenfalls gefangen.
Und dann war da dieser Mann.
Henning hob vorsichtig den Kopf.
Der schwarze Einbrecher stand vor ihm. Groß, muskulös, vollkommen selbstsicher. Und völlig nackt.
Henning zwang sich, ihm ins Gesicht zu sehen. Es gelang ihm nicht besonders lange. Sein Blick wanderte unwillkürlich tiefer. Deutlich tiefer.
Nur für einen Augenblick, aber der genügte.
Verdammt.
Er riss die Augen wieder hoch und spürte, wie ihm die Hitze ins Gesicht stieg. Hoffentlich hatte es niemand bemerkt.
„Alles in Ordnung, Bulle? Du wirst ja rot“, grinste der Mann. Seine weißen Zähne leuchteten durch den Kontrast zu seiner dunklen Haut noch heller.
Henning antwortete nicht.
Er konzentrierte sich auf die Situation. Gefesselt. Entwaffnet. Zwei Täter. Keine Ahnung, wo seine eigene Einsatzleiterin geblieben war.
Das waren die Dinge, an die er denken sollte.
Nicht an den Körper des Mannes vor ihm.
Nicht daran, dass dessen selbstbewusstes Auftreten Gefühle in ihm weckten, die er eigentlich nicht fühlen sollte.
Und schon gar nicht daran, dass sein eigener Körper offenbar beschlossen hatte, die Lage vollkommen anders zu beurteilen als es die Dienstvorschriften vorsahen.
Henning schluckte.
Seit Jahren hatte er sich angewöhnt, solche Gedanken im Dienst wegzuschieben. Nicht weil sie ihm Angst machten. Zumindest redete er sich das ein. Es war einfacher gewesen, nichts zu sagen. Keine Fragen zu provozieren. Keine Antworten geben zu müssen.
Auf der Dienststelle hatte er gelegentlich anzügliche Bemerkungen über Frauen mitgemacht, wenn die Kollegen über attraktive Kolleginnen gesprochen hatten. Er hatte gelacht, genickt und seinen Teil dazu beigetragen. Um nicht aufzufallen.
In seiner Freizeit verhielt er sich anders, aber das war eine andere Sache. Eine andere Welt.
Und jetzt lag er gefesselt über einem Sessel und konnte ausgerechnet in diesem Moment nicht verhindern, dass ihm ein Anblick den Kopf verdrehte.
Das Ding war RIESIG!
Unwillkürlich verglich Henning es in Gedanken mit seinem eigenen Schwanz. Und das Ergebnis ließ ihn einerseits trocken schlucken und andererseits das Wasser im Mund zusammenlaufen.
„Na?“, sagte der Mann. „Wo schaust du denn hin?“
Henning suchte wieder Blickkontakt. Und wusste sofort, dass dies ein Fehler gewesen war, als er das Aufblitzen in den Augen des Schwarzen sah. Rasch wandte er das Gesicht ab, doch es war zu spät.
Das Grinsen des Einbrechers wurde breiter.
Henning wusste sofort, was es bedeutete. Er hasste den Kerl dafür.
Noch mehr hasste er sich selbst dafür, was dieses Grinsen mit ihm machte.
Hinter ihm bewegte sich etwas. Sein Kollege stöhnte erneut.
Er merkte, dass er schon wieder rot wurde.
Nicht wegen der Situation. Zumindest nicht nur.
Er schloss kurz die Augen.
Das durfte nicht wahr sein.
Ausgerechnet jetzt.
Ausgerechnet hier.
Und ausgerechnet vor diesem Mann.
Als er die Augen wieder öffnete, ging der Einbrecher um ihn herum und musterte ihn mit einem Ausdruck, der Henning plötzlich das unangenehme Gefühl gab, dass sein Gegenüber wesentlich mehr verstanden hatte, als ihm lieb war.
Dann spürte er kräftige Hände an seinem Gürtel. Mit einem Ruck wurden seine Hose und Unterhose bis zu den Knöcheln herabgerissen.
„Interessant“, schmunzelte der Mann leise.
Henning spürte, wie sein Schwanz, der schon längst hart geworden war, sich im Freien sofort voll aufrichtete.
Sollte er sich freuen oder sich fürchten?
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