Und wie kam Sarah aus der ganzen Sache wieder raus?

Nicht ohne Hilfe

Chapter 101 by Hentaitales Hentaitales

Diesmal war zustimmendes Murmeln von allen im Auto zu vernehmen, und ich übernahm es, das auszusprechen, was alle dachten: "Wir kennen Ashleys Pläne nur zu gut."

Sarah hob eine Augenbraue. "Sie hat euch eingeweiht?"

"Mit der größten Selbstverständlichkeit", bestätigte ich. "Sie scheint zu denken, dass jeder von ihrem Plan genauso begeistert ist wie sie selbst."

"Sie hat echt ein Rad ab", pflichtete mir Andy bei. "Ich wusste nur nicht, dass sie schon so lange ein Rad ab hat."

Seufzend zuckte Sarah mit den Schultern. "Jedenfalls war sie nicht mehr von ihren Ideen abzubringen, und das, obwohl sogar Jakob versuchte, ihr die ganze Sache auszureden. Aber sie war wie auf einem Trip, und von dem wollte sie sich nicht mehr abbringen lassen. Kein noch so gutes Zureden half, und die Wissenschaftler vor Ort standen auch geschlossen hinter ihr. Und einfach so die ganze Sache abbrechen, das ging auch nicht. Das Institut lag mitten in einem Waldgebiet, buchstäblich im Nirgendwo, man hätte zu Fuß mindestens eine Woche in die nächste Stadt gebraucht, und Handyempfang gab es auch nicht. Die Telefone im Institut waren allesamt hinter verschlossenen Türen, und natürlich wurde niemand, der nicht fest hinter der ganzen Sache stand, nicht rangelassen."

Ich schluckte. "Das heißt, Ashley hat euch zur Zusammenarbeit gezwungen?"

"Zunächst noch nicht wirklich", erklärte Sarah. "Zu Beginn war alles noch recht locker. Ashley versuchte eher, uns zum Mitmachen zu überreden, erklärte immer wieder, wie viel besser die Welt sein würde, wenn ihr Plan in die Tat umgesetzt wurde, und ich muss zugeben, am Anfang dachte ich auch noch, wenn ich mich kooperativ zeigte, würde sie vielleicht später mit sich reden lassen. Ich hab ihr zwar nicht erlaubt, mir Blut abzunehmen, aber ein paar Untersuchungen hab ich mitgemacht. Zumindest, bis klar wurde, dass es definitiv zu weit ging, und der Punkt war erreicht, als sie an Mais ältester Tochter rumdoktorn wollte."

"Genau", nickte Mai, "da hörte es auch bei mir auf. Ein wesentlicher Teil von Ashleys Forschung sollte in die Richtung gehen, wie sich ein Mensch unter dem Einfluss des Zarathustra-Gens in der Pubertät entwickelt, aber in der Studiengruppe gab es keine Teenager mehr, und Ashley war der Ansicht, dass Andy und Jenny bereits zu weit entwickelt waren, um als Forschungsobjekte noch in Frage zu kommen. Also hatte sie vor, meiner ältesten Tochter Nhi Hormone zu geben, die bei ihr die Pubertät beschleunigen sollten. Nhi war damals erst neun Jahre alt, aber sie hatte schon ihre erste Periode gehabt, und das machte sie in Ashleys Augen zu einem guten Forschungsobjekt."

Mich schüttelte es förmlich. "Ashley hätte ein neunjähriges Mädchen für ihre Experimente missbraucht?"

Mai nickte ernst. "Und genau da war auch der Punkt für mich erreicht, an dem ich raus war", sagte sie. "Bis dahin hatte ich Ashleys Ideen noch cool gefunden und sie unterstützt, aber jetzt ging es um meine Kinder. Das ging zu weit. Also hab ich meine Familie angerufen und um Hilfe gebeten."

"Wie, angerufen?" Ich legte den Kopf zur Seite. "Ich dachte, es hätte vom Institut aus keinen Handyempfang gegeben?"

"Gab's auch nicht", grinste Mai, "aber ich hab neben dem Handy noch ein Satellitentelefon, damit ich auch mit meiner Oma in Vietnam telefonieren kann. Allerdings hab ich nicht sie angerufen, sondern meine Familie in Deutschland und denen geschildert, was Sache ist. Meine Mutter hätte am liebsten die Polizei eingeschaltet, aber wir saßen ja im Ausland, und die deutsche Polizei hätte erst mal mit ihren Kollegen vor Ort alles abstimmen müssen. Und wir wussten auch nicht, welchen Einfluss ein großes Unternehmen wie Panacea hatte, und ob sie das nicht unter den Teppich kehren konnten. Also entschieden wir uns dazu, meinen Familienzweig in Osteuropa um Hilfe zu bitten."

Vom Fahrersitz meldete sich jetzt Jenny zu Wort. "Hast du nicht irgendwann mal erwähnt, deine Familie wäre damals im Vietnamkrieg in die DDR geflüchtet?"

Mai schüttelte den Kopf. "Nur Mama und Papa sind nach Deutschland gekommen", erklärte sie. "Viele andere aus meiner Familie wurden von anderen der früheren Ostblockstaaten aufgenommen. Das waren ja damals alles 'sozialistische Bruderländer' von Vietnam, und die Hilfsbereitschaft mit Flüchtlingen vor den bösen Amerikanern war groß."

"Jedenfalls", griff Sarah den Faden wieder auf, "kamen dann Mais Verwandte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit einem Kleinbus zum Institut gefahren und holten uns da raus. Mai, ihre Kinder, mich, und auch Jakob war jetzt so weit, dass er Ashleys Mist nicht mehr mitmachen wollte und kam mit uns. Ashley war natürlich stinksauer und schwor, wir würden das bitter bereuen, wenn wir jetzt ausstiegen, aber wir gingen trotzdem. Und als sich ein paar Tage später rausstellte, dass sie und mit den Ressourcen von Panacea tatsächlich die Polizei auf den Hals hetzen wollte, verschwanden wir von der Bildfläche - erst über die Grenze in ein anderes Land, und von dort aus mit dem Flugzeug nach Vietnam, wo wir wussten, dass Ashley uns nicht finden würde."

"Und seither", sagte Mai stolz, "ist kein Tag vergangen, an dem wir nicht unser Bestes getan hätten, Ashley in die Suppe zu spucken."

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Wie sehen die nächsten Pläne aus?

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