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Montagnachmittag

Chapter 29 by drz drz

Ich fuhr nach der Arbeit nach Hause, doch da herrschte das nackte Kaos.

Elena war nicht da. Die hatte Schicht und war in einem der Wohnwagen für John anschaffen.

Handwerker bauten gerade mein Arbeitszimmer um. Meine Akten fand ich im Schlafzimmer. Mein Schreibtisch war jetzt hier oben. Das Bad war ohne Funktion. An den Leitungen wurde gerade im neuen „Spielzimmer“ ein Mini Fertigbad, wie es in so vielen Hotels gibt, eingebaut.

Hier musste ich weg.

Für solche Fälle bin ich immer noch das Kind meiner Eltern. Also bin ich mal eben die Strecke von Paderborn zu meinen Eltern nach Münster gefahren.

Zu meinen Eltern hatte ich eigentlich immer ein gutes Verhältnis. Doch als ich erzählte, was mir am Wochenende alles wiederfahren ist, waren meine Eltern erst einmal Sprachlos.

"Egal was du machst." Meinte mein Vater. "Du bleibst immer unser kleines Mädchen. Wir hatten immer schon geahnt, dass diese Schlägerei vor 10 Jahren mehr mit dir gemacht hat.

Aber dieser John soll uns kennenlernen."

Hatte ich erwähnt? Mein Vater ist Professor an der Uni in Münster. Durch seine Vorlesungen sind viele gegangen. Viele haben noch gute Kontakte zu meinem Vater.

So war es nicht verwunderlich, dass mein alter Herr erst einmal sein Telefon hervorholte und in sein Arbeitszimmer verschwand. Es dauert eine gute Stunde. Dann gab er mir eine Liste mit Namen.

Alles alte Schulden, die er noch eintreiben könnte. Meinte mein Vater. Anwälte, BWL Manager sogar ein Privatdetektiv war dabei. Und ich hatte die freie Wahl.

Ein paar Besuche und ich war für Donnerstag bestens vorbereitet.

Der Plan stand.

Ich sollte John ablenken. Ein Anwalt unterzeichnet für mich die Kaufpapiere. Nicht für mich. Für die Firma die ich gründe. Die wieder eine Firma gründet. Natürlich im Ausland. Alles Kapitalgesellschaften. Die überweisen untereinander in Bitcoin ohne jedes Protokoll der Banken.

Eine dieser Firmen wird dann einen Immobilienmakler beauftragen das Gebäude zu verwalten.

Auf Johns Gesicht freue ich mich jetzt schon, wenn er erfährt, dass sein 1500000€ Gebäude für 120000€ an eine Briefkastenfirma verkauft wurde.

Ich selber arbeite gelegentlich auf Provisionsbasis für eine dieser Firmen. Ja die Verwaltung dieses Konstrukt ist etwas komplizierter und teuer. Aber die Spur des Geldes zu verfolgen wird umso schwieriger.

John musste nur bereit sein nicht an mich, sondern an eine Firma zu verkaufen.

Also musste ich John passend ablenken. Dazu hatte mein Mutter die passenden Kontakte.

Sie arbeitete in der Verwaltung der Stadt Münster. Bereich Gewerbe und Kapitalertragssteuer.

Das Zauberwort lautet Wirtschaftsprüfung. Die Kammer der Buchprüfer war meiner Mutter noch was Schuldig. Der Detektiv wird die mehr oder weniger fadenscheinigen Argumente ans Tageslicht bringen, die eine sofortige Prüfung notwendig und unabdingbar machen. Ob die Anschuldigungen dann gehalten werden können, wird sich zeigen.

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