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Chapter 3 by Daemony Daemony

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Mondlicht und Täuschung

Thomas lag auf dem Bett – bis auf den lockeren Kragen seiner Soutane vollständig bekleidet – und starrte an die Schatten an der rissigen Decke mit ihrem verblassten Lilienmuster.

Das Haus knarrte leise um ihn herum, als würde es sich in die Knochen der Nacht einbetten. Irgendwo hinter den Wänden bewegte der Wind die Bäume und flüsterte an den Fenstern. Er konnte es hören ... und doch war es nicht der Wind, der seine Sinne streichelte. Es war etwas Intimeres. Wie ein Seufzer, gerade außerhalb seiner Wahrnehmungsgrenze. Eine Stimme, die seinen Namen rief.

Er war müde. Ja. Das musste es sein.

Er drehte sich auf die Seite. Dann wieder auf den Rücken.

Der Schlaf zog an ihm wie ein seidenes Seil. Er wusste nicht, ob er noch wach war oder schon schlief.

Und dann kam sie.

Er hörte nicht, wie sich die Tür öffnete. Er spürte keine Luftbewegung. Aber als er hinsah, stand sie da – am Fußende des Bettes, in einem Kleid aus Mitternacht und Mondlicht, ihr Haar fiel in weichen Wellen über ihre Schultern. Eleonore.

„Ist das ein Traum?“, murmelte er.

„Ich habe es dir doch gesagt“, sagte sie mit einer Stimme, die wie das sanfte Schnurren einer Katze klang, die mit einem kleinen pelzigen Haustier spielt, „die Träume hier sind sehr lebendig.“

Thomas versuchte sich aufzurichten, aber er war sich nicht sicher, ob er sich überhaupt bewegte. Das Bett hielt ihn fest, die Nacht drückte wie warme Wolken auf ihn, und plötzlich war sie neben ihm – kniete unerklärlicherweise auf der Matratze, ohne dass diese sich senkte.

„Du bist nicht real“, flüsterte er. „Das muss ein Traum sein.“

Sie beugte sich vor, der hauchdünne Ärmel ihres Kleides streifte seinen Arm. „Wenn es so wäre, würdest du wollen, dass es endet?“

Er öffnete den Mund, aber es kam kein Ton heraus. Nicht, weil er nicht sprechen konnte. Sondern weil er Angst vor seiner eigenen Antwort hatte.

„Du denkst, weil du einen Kragen trägst, ist deine Seele rein und dein Fleisch über jede Versuchung erhaben?“, fragte sie und fuhr mit den Fingern durch die Luft direkt über seiner Brust. „Aber selbst Heilige träumen von Liebe, Vater.“

Sie lag jetzt neben ihm, ohne ihn zu berühren, aber er spürte ihre Nähe. Sie roch wieder nach Rosen – nach Rosen in voller Blüte, kurz nach ihrer Blütezeit, üppig und süß – und nach Früchten – überreif und verboten.

Thomas versuchte sich zu bewegen, aber seine Glieder waren schlaff, als wären sie in Nebel getaucht.

Sie stützte sich auf einen Ellbogen und beugte sich zu ihm hinunter, ihre Lippen ganz nah an seinem Ohr. „Hier bist du in Sicherheit“, flüsterte sie. „Hier kannst du alles fühlen, was du so sehr zu unterdrücken versuchst.“

Sie streckte wieder die Hand nach ihm aus – ihre Finger strichen durch die Luft über seiner Brust, seinem Schlüsselbein, entlang der Linie seiner Soutane. Dann begann sie, einen Knopf nach dem anderen zu öffnen.

Er zitterte. Nicht vor Kälte.

Als sie seine Lenden erreichte, hielt sie inne. Sie berührte ihn nicht. Sie drohte es nur. Und das Nichtberühren war schlimmer.

„Warum tust du mir das an?“, fragte er.

Ihr Lächeln formte ein Fragezeichen. „Weil du es gewagt hast, das Haus zu betreten. Weil du geblieben bist. Weil ich neugierig bin“, flüsterte sie, ihr Atem streifte sein Gesicht wie Dampf durch Seide.

„Du spielst mit dem Feuer“, sagte er, obwohl seine Stimme nicht überzeugend klang.

Sie beugte sich noch näher zu ihm, ihre Lippen streiften fast seine, ein Hauch eines Kusses. „Dann zünde das Streichholz an.“

Er wandte sein Gesicht ab. Ihr Lachen war leise und verschmitzt.

Thomas lag still da, sein Atem ging unregelmäßig, sein Herz galoppierte wie ein verängstigtes Tier, das in seinem Brustkorb gefangen war. Er wagte es nicht, sie anzusehen. Ein Blick, und er wusste, dass er wieder verloren wäre – verloren in diesen Augen, diesen endlosen Zwillingsbrunnen, in denen Versprechen und Versuchung durcheinanderwirbelten.

Ihre Stimme fand ihn wieder, sanft und geschmeidig. „Sag mir, Vater ... wofür betest du, wenn niemand dich hört?“

Er biss die Zähne zusammen und weigerte sich zu antworten. Seine Finger krallten sich in die Laken, die Knöchel wurden weiß. Ihre Finger begannen ihn zu berühren.

„Du zitterst“, flüsterte sie, während ihre Hand seinen Hosenknopf öffnete und seinen Hosenschlitz öffnete. „Ist es Angst? Oder Vorfreude?“

Ohne auf eine Antwort zu warten, lachte sie – ein so zarter Klang, dass man ihn für das Knarren des Hauses hätte halten können. Dann legte sie sich neben ihn, so nah, dass er die Konturen ihres Körpers spüren konnte.

„Du musst nichts gestehen“, flüsterte sie, ihre Lippen streiften sein Ohr. „Ich weiß es bereits.“

Thomas bewegte sich auf dem schmalen Grat zwischen Körper und Seele.

„Ich sollte dich bitten zu gehen“, brachte er mit heiserer Stimme hervor. „Das … das ist nicht richtig.“

„Nein“, stimmte sie zu, während ihre Finger die Beule unter seiner Boxershorts erfühlten. „Das ist es nicht.“

Sie drückte zu und entlockte ihm ein tiefes Stöhnen. Dann zog sie langsam ihre Hand zurück. Der Verlust ihrer Berührung hinterließ eine Art ****.

„Ich könnte gehen“, sagte sie leise, fast zu sich selbst. „Aber ... das ist nicht das, was du willst. Oder?“

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