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Chapter 55 by Redboom Redboom

Wie geht es weiter?

Modenschau.

„Wir fangen mit etwas Einfachem an“, sagte die ältere Dame, während sie hinter Leon herging, der mit kleinen, zögerlichen Schritten zwischen den Kleiderständern schlich.

Sie hieß Frau Marburg, wie Vanessa ihm zuflüsterte, und ihr Geschäft roch nach Mottenkugeln und Lavendel. Ihre knochigen Finger glitten über die Stoffe, zogen hier ein Kleid hervor, dort eine Bluse, schienen bereits zu wissen, was Leon passen würde – oder was ihn am meisten verlegen machen könnte.

„Du wirst sehen, es wird dir stehen“, murmelte sie, während sie ihn in eine Umkleidekabine schob – eine kleine Nische mit einem schweren Vorhang. „Ausziehen, mein Lieber. Ich helfe dir.“

Leon wollte protestieren, aber ihre Hände waren schneller. Sie knöpfte sein Kleid auf, schob den Stoff von seinen Schultern. Bevor er wusste, wie ihm geschah, stand er in seinem Slip da, spürte den Blick der Frau auf sich.

Sie half ihm ein enges, himmelblaues Kleid überzustreifen – es hatte dünne Spaghettiträger und war aus einem glatten, glänzenden Stoff, der jede Rundung betonte. Der Busenansatz unter dem Stoff wirkte besonders gut. Die Brustwarzen zeichneten sich ab. Leon errötete heftig.

„Laufsteg, bitte“, rief Vanessa von draußen. „Wir wollen sehen, wie es wirkt.“

Mit zitternden Knien trat Leon hervor.

Die Zwillinge saßen auf einer Couch, Beine überschlagen, mit dem Ausdruck schulmädchenhafter Schadenfreude im Gesicht. Als sie ihn sahen, begannen sie sofort zu lachen. Es war kein herzliches Lachen – es war schneidend, spottend. Eine von ihnen flüsterte etwas der anderen ins Ohr, woraufhin beide erneut kicherten.

„Oh, das ist süß“, sagte die jüngere Verkäuferin mit dem roten Lippenstift. „Aber noch nicht frech genug.“

Und so ging es weiter. Kleid für Kleid. Spitzenblusen mit tiefem Ausschnitt, Tellerröcke, die bei jeder Bewegung aufflogen, ein zu enges Dirndl mit herzförmigem Ausschnitt, in dem Leon kaum atmen konnte. Frau Marburg half ihm jedes Mal mit stoischer Ruhe beim Anziehen, als wäre es das Normalste der Welt.

Leon verlor völlig das Zeitgefühl. Vanessa nickte bei manchen Outfits anerkennend, bei anderen schüttelte sie den Kopf: „Nein, das hebt seine Figur nicht genug.“ Oder: „Zu brav. Er soll doch wirken.“

Doch dann wurde es still. Frau Marburg deutete mit einem kaum merklichen Nicken auf eine Doppeltür am Ende des Ladens.

„Zeit für das Wichtigste“, sagte sie.

Wo führt sie ihn hin?

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