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Chapter 10

Trinkt sie?

Maria Josepha schwitzt

Maria Josepha hob das verlockende Getränk an ihre Lippen und atmete tief den fruchtig-frischen Duft ein. Dann setzte sie an und nahm einen ersten, tiefen Schluck. Ah! Welche Wohltat.

Wie eisgekühlter Nektar rann die Flüssigkeit ihre Kehle herunter. Sogleich fühlte sie sich erfrischt. Wundersamerweise schien ihr die Hitze auch nicht mehr so drückend wie zuvor. Eine angenehme Leichtigkeit hatte sie erfasst.

„Geht’s jetzt besser?“, fragte Trapp zuvorkommend.

Die Novizen Meisterin lächelte ihn dankbar an. „Ja, tatsächlich. Das ist ein wahrer Zaubertrank. Vielen Dank dafür.“

Die wohltuende Abkühlung, die sie im Innern fühlte, verstärkte andererseits den Kontrast zur äußeren Hitze. Überdeutlich nahm Maria Josepha wahr, wie ihre verschwitzte Kleidung an ihrer Haut klebte und an verschiedenen Stellen zu jucken anfing. Zu ihrer Überraschung hatten sich aufgrund der rasanten Abkühlung ihre Brustwarzen groß und fest aufgerichtet und rieben sich nun unangenehm am Leinenstoff ihres Hemdes. Ganz besonders unerquicklich empfand sie jedoch, dass sich der Schweiß an einer unaussprechlichen Stelle ihrer Anatomie gesammelt und die dort sprießenden Haare durchnässt hatte, was einen unerträglichen Juckreiz auslöste.

Der Magier lächelte still in sich hinein. Er vollführte eine weitausholende, einladende Geste.

„Es wird Ihnen gleich noch einmal deutlich besser gehen, wenn wir sie aus der prallen Sonne an einen Ort bringen, an dem ihr euch erholen und abkühlen könnt. Folgen Sie mir bitte.“

Mit dem Mädchen an der Hand ging er voraus zu einem weitläufigen Zelt, dessen Außenseite mit fantasievoll ausgemalten Darstellungen verschiedenster Fabelwesen bemalt war. In die Zeltwand war unerwarteterweise eine stabile Tür in einem Metallrahmen eingelassen.

„Da drinnen finden Sie einen klimatisierten Raum, ganz Ihrer Verfügung und solange sie wünschen. Schließen Sie auch gerne den Riegel auf der Innenseite, damit sie ganz privat und ungestört sind, falls sie sich ein wenig frischmachen wollen.“

Mit unschuldigem Augenaufschlag blickte er sie an und machte einen Schritt zur Seite. Obwohl sie wusste, dass es einer Nonne gegenüber unangemessen war, fühlte sie sich von seiner Galanterie sehr geschmeichelt. Das Fruchtgetränk prickelte auf ihrer Zunge und strahlte seine beruhigende Wirkung in ihren ganzen Körper aus. Jegliches Misstrauen, dass sie dem Zwerg entgegengebracht hatte, war weggewischt. Mit einem Zug leerte sie die Getränkedose bis zur Neige und gab sie ihm zurück.

„Vielen Dank, für alles.“

„Keine Ursache. Stets gern zu Diensten. Ich sehe später nochmals nach Ihrem Wohlbefinden. Nun muss ich mich aber zunächst um dieses Schätzchen kümmern.“

Und er trottete mit dem kleinen Mädchen an der Hand davon.

Betritt sie das Zelt?

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