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Chapter 6 by Reyhani Reyhani

Was meint sie damit?

Luisa stellt Forderungen

Meller stand wieder im Treppenhaus. Ihm blieb nichts übrig, als zu warten, bis Prinzessin Luisa geruhte, ihn mit ihrer Anwesenheit zu beehren. Aus der WG hörte er wieder lautes Gelächter – eigentlich ein gutes Zeichen, Luisa schien es hier wirklich zu gefallen. Andererseits wurmte es ihn, dass er unverrichteter Dinge hatte abziehen müssen.

Normalerweise war keine Spalte mehr trocken, wenn er eine der WGs verließ. Es gab zwei Verfahrensweisen, die sich im Laufe der Jahre herauskristallisiert hatten. Immer richtete er es so ein, dass möglichst alle Bewohnerinnen der WG anwesend waren, auch wenn er effektiv nur von einer die Miete kassieren wollte. So entstand eine knisternde Atmosphäre, eine je individuelle Mischung aus Angst, Nervosität und Vorfreude, welche der Bewohnerinnen er heute wohl auswählen würde. Komischerweise war das auch der Fall, wenn nur noch eine von ihnen für den Monat noch nicht gezahlt hatte.

Der erste Modus war die Hausparty: Da machten alle mit, bis er seine Wahl verkündet hatte. Sie präsentierten mehr oder weniger freizügig ihre Titten und Fötzchen, je nachdem wie schamlos sie schon waren. Acht Hände und vier Münder kümmerten sich darum, dass sein Schwanz die Härte erreichte, auf die die Auserwählte Anspruch hatte. So aufgegeilt begannen die Mieterinnen wie von selbst, miteinander zu spielen. Wenn er sich mit einer zurückzog, konnte er das Stöhnen und Schmatzen der anderen hören, wie sie sich die Fotzen leckten. Er verlangte das nie, es geschah einfach.

Der zweite Modus war die Unterrichtsstunde: Neuen und unerfahrenen Mädchen war es oft wunderbar peinlich, vor ihren Freundinnen gefickt zu werden. Er tauchte dann beim gemeinsamen Abendessen oder Filmabend auf, um die Neulinge vorzuführen. Wenn er die Form ihrer Titten oder ihrer Vulvalippen oder ihre dicken Ärsche kommentierte, wollten sie vor Scham im Boden versinken. Gleichzeitig wurden sie immer feuchter. Dann wusste er, dass er auf dem richtigen Weg war.

Wer noch nicht gelernt hatte, dass er keine Hemmungen kannte, dass es der einzige Weg war, enthusiastisch mitzuspielen, der lernte es hier, vor den Augen der versammelten Mitbewohnerinnen. Deshalb waren WGs so eine tolle Erfindung. War das Gina gewesen, der er, während er sie auf dem Küchentisch fickte, einen Salzstreuer ins Arschloch geschoben hatte? Sie hatte es nie vergessen. Als die nächste Miete fällig war, präsentierte sie sich freiwillig mit einem Plug im Hintern.

All das war ihm im Moment verwehrt. Deshalb zog Meller sich leicht gereizt in sein Büro zurück, um ein wenig Ordnung zu machen, bevor Luisa auftauchen würde. Der Fleck auf dem Sofa vom letzten Vertragsabschluss war wohl nicht mehr herauszubekommen. Provisorisch legte er ein Kissen darauf. Er hob ein paar Stifte auf, die vom Schreibtisch gesegelt waren, als er ihn für andere Zwecke benutzt hatte. Mein Gott, das war wirklich mal ein schwungvoller Einstand gewesen. Bei der Erinnerung fiel ihm der Begriff tour de **** ein.

Er hob einen Zettel vom Boden auf, eine ausgedruckte Bewerbung von einer Daniela, Lehramt-Grundschule. Nur das angeheftete Foto wollte nicht so recht dazu passen: Sie hatte tiefschwarze hochgesteckte Haare, blaue Augen mit viel dunklem Lidschatten, eine kleine Nase mit einem silbernen Stecker und einen kleinen, schwarz angemalten Mund. Die bleichen Wangen in ihrem runden Gesicht waren schon sehr feist ...

Je länger Meller das Foto ansah, desto mehr Zweifel kamen ihm. Wahrscheinlich war sie fett, was für ihn ein Ausschlusskriterium war. Aber das konnte man nur feststellen, wenn man sie am Telefon fragte oder gleich persönlich begutachtete. Im Grunde hatte Meller keine Lust, sich mit der Sache zu beschäftigen. Da kam ihm eine Idee. Er machte ein Foto von der Bewerbung und schickte es an Scheibner. So fühlte der sich einbezogen und vielleicht wusste er ja etwas mit dicken Grufti-Mädchen anzufangen.

Meller genehmigte sich einen Cognac, ließ sich in seinen Ledersessel sinken und legte die Füße auf den Schreibtisch. Eigentlich hatte er keinen Grund nervös zu sein. Luisa schien an ihrem Appartement und am Haus Gefallen gefunden zu haben. Offenbar wollte sie bleiben. Wenn sie erst einmal dauerhaft hier wohnte, ließ es sich zwar schwer vermeiden, dass sie irgendwann mitkriegte, wie die Dinge im Haus liefen. Aber vielleicht störte es sie ja gar nicht, sie schien recht locker zu sein.

Was wollte sie wohl für Details klären? Wahrscheinlich hatte sie gespürt, wie sehr er sie hierbehalten wollte. Was läge da näher, als sich ein paar Privilegien zu sichern: besseres WLAN oder ein neues Sofa oder sowas. Er musste grinsen. Das waren Peanuts für ihn. Meinetwegen würde er ihr auch ein Wasserbett anschaffen, auch wenn er es selbst nie ausprobieren konnte. Das waren alles nur willkommene Gelegenheiten, sich als großzügiger Vermieter in Szene zu setzen.

Dementsprechend zuversichtlich war Mellers Herein, als es endlich klopfte und Luisa den Kopf zur Tür hereinstreckte. Sie setzt sich ihm gegenüber an den Schreibtisch und sprudelt sofort los: Wie gut sie in ihrem Bett geschlafen hätte, wie schön das Appartement eingerichtet sei, das ganze Haus strahle so eine offene, freundlich Atmosphäre aus, sie habe schon so viele neue Freundinnen gefunden etc. etc. etc. Luisa kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Nach der schweigsamen Fahrt vom Flughafen erkannte Meller sie kaum wieder.

"Dann spricht ja nichts dagegen, dass du bei uns bleibst", resümiert Meller zufrieden. Er drückt noch einmal auf die Tränendrüse, um die Sache wirklich klarzumachen: "Dann wäre ich die Schuld gegenüber deiner Mutter endgültig los. Du weißt gar nicht, wie erleichternd das für mich wäre ... na ja, du kennst sie ja."

Er gab dabei acht, ihr direkt in ihre großen, braunen Augen zu sehen und sich nicht von ihrem weit geöffneten Ausschnitt ablenken zu lassen. Dort waren schon mehrfach die Innenseiten ihrer kleinen, festen Brüste aufgeblitzt, während sie gestikulierend gesprochen hatte.

"Das tue ich doch gerne, Hubert", strahlt Luisa. "Es gibt allerdings zwei Bedingungen, die ich stelle."

Aha, dachte Meller mit Genugtuung, ich hatte also Recht. Nenn mir deinen Preis Mädchen, und ich bezahle mit Vergnügen.

"Ich halte nichts von Privilegien. Ich möchte denselben Mietvertrag wie die anderen Bewohnerinnen auch, also mit denselben Gemeinschaftsdiensten."

Scheiße, jetzt war der Preis doch ein Problem.

"Also, äh ...", begann Meller zu stottern, "diese Dienste sind eigentlich gar nicht so wichtig. Die könnten wir auch mal abschaffen. Weißt du, das Wichtigste ist dieses Stipendium, von dem ich dir schon erzählt habe ... "

Luisa taxierte Meller mit einem spöttischen Grinsen: "Ich habe gehört, dass du dich von deinen Mieterinnen mit Sex bezahlen lässt. Das scheint mir aber schon ein recht zentraler Bestandteil des Zusammenlebens in diesem Haus zu sein."

Das Biest war genau so hintertrieben wie seine Mutter. Dafür würde sie büßen. Da war noch genug Platz im Heizungskeller seiner sadistischen Fantasie.

"Es ist wichtig, dass ich ein echter Teil der Hausgemeinschaft werde, sonst kann ich das Forschungsprojekt gleich vergessen", fuhr Luisa fort. "Teilnehmende Beobachtung wie im Lehrbuch – da muss ich so tief eintauchen wie möglich. Bedingung Nr. 2 ist, dass du mich dabei unterstützt. Was sagst du?"

Wird Meller seine Sprache je wiederfinden?

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