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Chapter 4 by Papas_Liebling Papas_Liebling

What's next?

Korrumpiert

Hannah saß auf dem Stuhl, ihr Blick auf ihn gerichtet, offen, erwartungsvoll.

Er sah sie an. Sie war so schön.

Abrupt wandte er sich zum Fenster. Mit vor der Brust gekreuzten Armen starrte er hinaus.

Seine ursprüngliche Absicht – verschwinden, Ruhe finden, unauffällig bleiben – war noch da. Irgendwo da drinnen. Wie ein Entschluss, den er nicht selbst gefällt hatte.

Das hier war näher, unmittelbarer.

So wie sie.

Er fühlte den Hunger.

Sein Atem ging schneller. Tiefer. Er spürte den eigenen Puls. Unruhig.

Wenn doch seine eigenen Gefühle ebenso leicht zu kontrollieren wären wie die anderer.

Er hatte geglaubt, es unterdrücken zu können. Ein abstrakter Gedanke.

Sie aber war echt.

Seine Hand legte sich auf ihren Arm.

Nackte Haut.

Warm. Weich. Lebendig.

Er strich den Arm hinauf, über ihre Schulter, wieder zurück. Langsam zunächst, als müsse er erst herausfinden, wie es sich anfühlte.

Doch er wusste, was er tat.

Hannah reagierte sofort. Ein tiefes, fast überraschtes Einatmen. Ihr Körper lehnte sich in seine Berührung. Ihr Entgegenkommen war direkt, ungefiltert.

Hitze loderte in ihm auf. Roh und urtümlich.

Macht korrumpierte.

Noch wehrte er sich.

Hannah hatte bereits nachgegeben. In ihren Augen schimmerte noch ein wenig Unglaube über das, was sie fühlte. Aber sie stellte es nicht infrage.

Sie spürte einfach.

Das leise Pulsieren unter ihrer Haut, dort, wo er sie berührte. Die Wärme, die sich allmählich ausbreitete. Sie war bereit.

„Steh auf.“

Es war kein Befehl, kein Druck. Nur ein kleiner Wunsch.

Sie stellte die Füße auf den Boden, drückte sich vom Stuhl hoch und stand vor ihm. Einen Moment schwankte sie leicht, bis er sie festhielt.

Sie waren sich nah. So nah.

Ein tiefer Atemzug hob ihre Brust. Ihr Blick suchte seinen und blieb daran hängen.

Seine Hand hob sich. Langsam. Noch wäre Zeit, innezuhalten. Er müsste es nicht tun.

Er tat es trotzdem.

Seine Finger berührten ihr Kinn und hoben es leicht an. Sie folgte der Bewegung sofort.

Das war zu leicht.

Ein Teil von ihm verabscheute es. Ein anderer genoss es.

„Du bist wirklich neugierig“, murmelte er.

Ihre Lippen öffneten sich leicht, als wolle sie etwas sagen. Sie schwieg. Erwartungsvoll.

Er sah es und spürte es unmittelbar.

Nicht nur Macht pulsierte durch ihn.

Verlangen!

Er kostete den Moment aus.

Dann beugte er sich vor.

Der Kuss war nicht vorsichtig. Er war fordernd, grob und eindeutig.

Ihre Lippen waren warm. Nachgiebig. Und sie wich nicht zurück. Im Gegenteil. Sie presste sich gegen ihn, als hätte sie genau darauf gewartet. Ein leiser, kaum hörbarer Laut löste sich aus ihrer Kehle. Etwas zwischen Stöhnen und Flehen.

Seine Hand griff in ihren Nacken, hielt sie fest, bestimmte den Winkel, die Nähe, die Dauer.

Sie folgte ihm. Vollständig. Ohne jeden Widerstand.

Ihr Körper reagierte auf ihn, passte sich an, öffnete sich, als hätte sie nie etwas anderes gewollt.

Er löste sich nur kurz von ihr. Schwer atmend.

Sein Blick glitt über sie – nicht mehr kontrolliert, sondern gierig. Er beobachtete, wie sich ihre Brust mit jedem Atemzug hob und senkte. Wie sich der Stoff ihres Kleides dabei spannte, nachgab, erneut spannte.

Er sah alles.

Und er wollte alles.

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