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Chapter 36
by
Bitbuster
Abkürzungen
KR, GQ, TL, KS usw.
Wie immer wurde Patrick pünktlich um 06:00 Bordzeit geweckt.
„Vielleicht sollte ich einen Zufallsgenerator programmieren, damit ich zwischen 05:58 und 06:03 geweckt werde?“ überlegte er sich.
Nach dem er im Sanitärbereich gewesen war und sich angezogen hatte, stand Patrick vor dem Replikator.
„Computer: Zwei Brötchen, eins mit Käse, das andere mit Wurst und einen Becher Tee“
„Anfrage bitte spezifizieren“
„Ich muß das dringend programmieren, so langsam nervt es wirklich“
Wie zu einem kleinen Kind sagte er langsam: „Computer: zwei Weizenmischbrötchen, halbiert, auf je zwei Hälften eine Scheibe Goudakäse, 6 Monate gereift, auf die anderen beiden Hälften je zwei Scheiben Salami. Der Tee sollte ein Assam sein, + 75°C“
Kalt und unbarmherzig meldete sich die Computerstimme: „Weiße Salami, Schinkensalami, Deutsche Salami, Braunschweiger Salami, Holsteiner Salami, Thüringer Salami, italienische Salami, kroatische Salami, ungarische Salami, Hirtensala...“
„Computer Stopp, ich nehme Kirschmarmelade“
„Kirschsorte Fanal, Morina, Maskara, Jade, Gerema,...“
„Computer Stopp“
Patrick war sauer. „Dann gehe ich eben ins Kasino und bestelle mir da etwas“
Gesagt, getan. Im Kasino war es zu dieser Zeit sehr ruhig, da fast alle in ihrem Quartier frühstückten. Einige Gäste aus der Gammaschicht waren bereits im Kasino, aber die konnte man an einer Hand abzählen.
„Hallo, ich bin Crewman Kromek“ sagte die Servicekraft an der Theke freundlich zu Patrick „Was darf es heute sein?“
„Ich hätte gerne zwei Brötchen, eins mit Käse, das andere mit Wurst, und einen Becher Tee, bitte“
„Gerne, irgend einen bestimmten Käse oder Wurst, oder ist es egal?“
„Egal“
„Eine spezielle Teesorte?“
„Einfach nur schwarz“
„Sehr gerne, möchten sie hier essen oder soll ich es an einen Tisch bringen?“
„War es so üblich, das die Bedienung immer noch mal nachfragen mußte?“ dachte Patrick
„Zum hier essen“ sagte Patrick automatisch und fühlte sich an eine Schnellrestaurantkette erinnert.
Wenige Sekunden später bekam Patrick sein Frühstück und er ging damit zu einem der Tische.
„Wie war das? Dreimal tippen?“ überlegte er und tippte auf die Ecke des Tisches.
07:34
„Dann habe ich noch genug Zeit.“
In Ruhe biss er vom Brötchen ab und sah sich um.
An einem der anderen Tische saß eine Frau, die schon im sitzen ihrem Gegenüber, einem Mann mit blauer Hautfarbe, um fast eine Kopflänge überragte.
„Ich muß die verschiedenen Spezies lernen“ meinte er zu sich selbst und beendete nach einiger Zeit sein Essen.
Im Labor wurde er als erstes wie immer freundlich von Sophia begrüßt.
„Guten Morrrrrgen“ schnurrte sie ihn wie so oft an.
Patrick stoppte kurz. „Guten Morgen“ und schaute sie dabei prüfend an. „Irgendetwas ist anders“
Sophia lächelte ihn an.
„Warst Du beim...“ im letzten Moment konnte er sich das 'Tier' verkneifen “Frisör?“
„Ohh, das Dir das auffällt“ antwortete sie und freute sich.
Gemeinsam gingen sie zur Umkleide.
„Ist Koshiko nicht da?“
„Die ist doch wieder in ihrer Gammaschicht und gerade gegangen“ erklärte Sophia.
„Schade“ dachte Patrick und zog sich um.
Der Vormittag verlief ruhig und schweigsam. Kurz vor der Mittagspause informierte Sophia ihn, daß er am nächsten Tag wieder mit jemand anderem zusammen die Proben analysieren würde, da sie dann ihrer normalen Arbeit nachgehen müsse.
Patrick fragte nach, ob sie ihm schon sagen könne, wer das dann sei, jedoch würde sich das erst am Nachmittag entscheiden.
Nach der Mittagspause fuhr Patrick zum Deck 1 und stand wenige Sekunden später vor der Tür zum Raum 1-004.
Thea kam etwas später mit dem Turbolift zum Deck 1 und ging ebenfalls zum Konferenzraum.
Patrick stand noch immer etwas unentschlossen vor der Tür.
„Warum gehst Du nicht rein?“ fragte Thea.
„Ich weiß nicht, irgendwie habe ich kein gutes Gefühl. Kennst Du das, wenn man zum Schulleiter mußte und fest der Meinung war, nichts angestellt zu haben?“
„Ich war nie bei einem Schulleiter“
Gemeinsam gingen sie in den Konferenzraum.
Svea und ein Mann saßen bereits im Raum.
„Ah, da seid ihr ja beide“ meinte Svea freundlich.
Thea grüßte beide und Patrick fügte ein „Hallo“ hinzu.
Nachdem sich alle gesetzt hatten, erklärte Svea: „Das hier ist Carl Finnegan“ und deutete auf den für Patrick fremden Mann. „Unser Pilotenausbilder. Er und Thea haben sich bereit erklärt, Dir gleich beim Umzug zu helfen.“
„Umzug?“ fragte Patrick nach.
„Ja, wir hatten Dir doch ein anderes Quartier zugesichert, wenn etwas frei wird. Unsere Gäste haben das Schiff verlassen und so kannst Du in eines der Quartiere umziehen“
„Dann steht GQ für Gäste-Quartier?“
„Genau, so wie KS für Krankenstation, KR für Konferenzraum oder TL für Turbolift steht. Es gibt ganz viele Abkürzungen. BR für Bereitschaftsraum, das ist der für den Kapitän, REP für den Replikator usw. Vielleicht die Liste im Computer anschauen, dann sollten keine Fragen offen bleiben. Zurück zum Thema. Je nachdem, wie lange der Umzug dauert, könnt ihr vielleicht heute schon ein Shuttle von innen besichtigen. Ab morgen steht dann eine Flugschulung für nachmittags bei Dir im Kalender. Wir haben erst einmal 14 Tage Theorie und dann 14 Tage Praxis angesetzt. Wenn es länger dauert, dann ist das eben so, wenn es schneller geht, dann übernimmt Thea oder einer ihrer Kollegen die Ausbildung Schiffssicherung und eventuell noch ein Schießtraining, das ist noch nicht so ganz klar. Fragen dazu?“
„Was soll ich denn überhaupt später machen?“
„Du wirst weiterhin zur wissenschaftlichen Abteilung gehören. Also Analysen durchführen. Da aber auch immer neue Proben gesammelt werden müssen, ist Unterstützung in diesem Bereich ebenfalls gerne gesehen. Das heißt dann auf die Oberfläche beamen oder fliegen und Proben sammeln. Dabei kann es natürlich immer zu einem Kontakt kommen.“
Patrick schaute etwas fragend.
„Kontakt heißt mit Lebewesen des Planeten in Kontakt kommen. Das können dann mehr oder weniger intelligente Lebewesen sein. Aus unserer Sicht dann Tiere oder auch Bewohner. Wobei wir den Kontakt mit Bewohnern immer vermeiden sollten“
„Wegen der Zeitlinie“ warf Patrick ein.
„Ja, auch, aber auch so kann es Probleme geben. Stell Dir einfach vor, da kommt jemand in Deinen Garten und fängt an, dort umzugraben und Steine zu sammeln.“
Patrick nickte zustimmend.
„Gut, weitere Fragen?“
„Momentan nicht“
Svea schaut zu den anderen Beiden, die mit dem Kopf schüttelten.
„OK, dann wegtreten“ erklärte Svea militärisch.
Patrick hatte fast vergessen, daß es zwar ein Forschungs- und Erkundungsschiff war, aber auch immer noch irgendwie zum Militär gehörte.
Die Drei gingen zu Patricks Quartier und waren kaum angekommen, als Thea weggerufen wurde.
„Ist egal, so viel habe ich nicht, das hätte ich auch alleine rübertragen können“ meinte Patrick.
Carl schaute sich um und fand überhaupt keine persönlichen Dinge von Patrick, wollte aber auch nicht nachfragen.
Kurze Zeit später hatte Patrick seine Kleidung und die Dinge, die er sich für den Sanitärbereich repliziert hatte, in zwei Kartons verstaut.
„Dann auf zum GQ“ sagte Carl
Patrick schnappte sich den anderen Karton und gemeinsam gingen sie zum Turbolift.
„Du bist noch nicht lange an Bord, oder?“ fragte Carl
Patrick schaute ihn etwas verwundert an. „Haben sie nicht gesagt, warum ich hier an Bord bin?“
„Nein, wäre mir auch egal. Jeder wird seine Gründe haben, hier an Bord zu sein. Ich finde es nur ungewöhnlich, daß jemand angeblich noch nie mit einem Shuttle geflogen ist“ und mit einem Augenzwinkern „mir kannst Du es gerne verraten, Du bist als Jugendlicher doch bestimmt mal heimlich geflogen, oder?“
Patrick erklärte ihm, wie er an Bord gekommen war und daß er ganz bestimmt noch nie mit einem Shuttle geflogen ist.
Carl hörte erstaunt zu.
Im GQ 2-007 waren die Sachen schnell verstaut und Patrick schaute sich um. Er hatte jetzt zwei eigene Fenster im Quartier und es war sicherlich auch doppelt so groß wie das vorherige.
„Standardgästequartier“ meinte Carl und beobachtete Patrick, wie dieser sich umsah.
„Wollen wir dann zur SR?“ fragte Carl
„SR?“
„Shuttlerampe, einige sagen auch SH, Shuttlehangar, aber die Rampe ist da, wo das Leben ist.“
„Ja, in Ordnung“ stimmte Patrick zu.
Im Hangar standen einige Shuttles, die gerade gewartet wurden. Auf der Rampe waren zwei Shuttles startbereit geparkt. Carl ging zielstrebig auf eines der Beiden zu.
Er erklärte Patrick, wie man die Tür öffnen und schliessen konnte und betrat das Shuttle.
Fast schon ehrfürchtig folgte Patrick. „Ich bin jetzt in einem Shuttle, einem echten Shuttle, das fliegen kann. Keine Requisite aus einem Filmstudio“ schoß es ihm durch den Kopf.
„Setz‘ Dich“ meinte Carl und deutete auf den Sessel neben ihm.
Nachdem Carl einige Zeit die ganzen Schaltflächen und Lichter erklärt hatte, rauchte Patrick der Kopf.
„Ok, stopp, das wird mir jetzt zu viel“
Carl schaute Patrick nachdenklich an. „Das ist erst einmal eine grobe Übersicht und wir haben nur etwa 20 % der Flächen besprochen“
„Ich soll mir das aber alles merken, oder nicht?“
„Naja, in einem Monat solltest Du selber im Notfall fliegen können, zumindest einigermaßen unfallfrei landen können“
„Die Schalttafeln sind doch bestimmt auch im Computer gespeichert, oder nicht?“
„Klar, ich sende Dir nachher eine Nachricht mit Verzweigungen auf die entsprechenden Kapitel“
Nach einer Pause sagte Carl: „ Darf ich Dich etwas persönliches fragen?“
„Fragen schon, aber ob ich dann darauf antworte, das ist offen“
„Ich kenne nicht so viele Menschen und daher…also … im Grunde ist es das erste Mal, daß ich einen Menschen ausbilden soll.“
„Ja…und?“
„Naja, ich … ich habe mich ehrlich gesagt, nicht vorbereitet.“
„Nicht vorbereitet, Jemanden auszubilden?“
„Nein, nicht auf die Rasse ‚Mensch‘ vorbereitet.“
„Wieso? Ist die Ausbildung speziesabhängig?“
„Ja, nein…ja, schon, irgendwie.“
Patrick schaute ihn an.
„Der Auszubildende sollte ganz entspannt in den Unterricht gehen.“
„Ach, sollen wir vorher Entspannungsübungen machen?“
„Wenn das so üblich und förderlich ist, dann ganz bestimmt.“
„Ok, und was hast Du Dir da vorgestellt? Yoga oder so?“
„Kenne ich nicht. Es kommt darauf an, ob Du eher aktiv oder passiv entspannen kannst, oder eine Mischung aus beidem“
„Aktiv entspannen oder passiv?“ fragte Patrick.
„Naja, aktiv heißt dann, daß Du mich ficken würdest, passiv, daß ich Dich ficken würde, also aus Deiner Sicht“
Patrick war sich nicht ganz sicher, ob der Universalübersetzer gerade richtig funktionierte.
„Das ist für Dich Entspannung?“
„Es beruhigt, ja. Der Druck ist weg und man kann sich auf den Unterricht konzentrieren.“
„Dir ist aufgefallen, daß ich männlich bin und Du auch?“
„Ja und?“
„Wie, ja und?“
„Es stehen dann noch zwei von sonst drei Körperöffnungen zu Verfügung, das ist doch akzeptabel“
„Ähm, Hallo? Mann Mann?“ sagte Patrick und deutete einmal auf Carl und dann auf sich selbst.
„Oh, … jetzt verstehe ich. Ich kann gerne eine Kollegin fragen, dann kann die Dich kurz vorher entspannen.“
„Laß uns einfach davon ausgehen, daß ich entspannt zum Unterricht … erscheine“. Das Wort ‚komme“ verkniff Patrick sich bewußt.
„Ganz wie Du meinst. Das Angebot gilt weiterhin. Wenn ich Dich entspannen soll, dann sag es“
„Ja, vielen Dank“ antwortete Patrick „Vielleicht sollten wir für heute hier den Unterricht beenden“
„Es ist zwar nicht üblich, daß der Schüler den Unterricht beendet, aber für heute ist das in Ordnung“
Patrick verabschiedete sich schnell und verließ schon fast fluchtartig das Shuttle.
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Eine Reise durch Zeit und Raum
Eben noch auf der Erde und jetzt schon im All
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