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Chapter 13 by mäuschen mäuschen

Geht Gretchen auf diesen Deal ein?

Ja, sie tut es wirklich

Am nächsten Samstag stand Gretchen ziemlich nervös und innerlich aufgewühlt vor dem Badezimmerspiegel. Sie konnte noch immer noch nicht fassen, worauf sie sich da eingelassen hatte. Aber während sie nachdenklich, nur mit Slip und BH bekleidet, das Abbild ihres sonst nackten Körpers betrachtete, kam ihr der Gedanke, dass etwas grundsätzlich verkehrt mit ihr sein musste.

Denn sie wurde ja auch wirklich nie angesprochen. Keiner versuchte auch nur mal im Ansatz mit ihr zu flirten. Weder im Alltag, noch beim Sport, wo sie sich notgedrungen viel zu freizügig präsentieren und genieren musste. Beim Krav Maga konnte sie die Konturen ihres Körpers ja noch halbwegs mit einer langen Trainingshose, Sport-BH und weitem T-Shirt kaschieren. Beim Schwimmen hingegen musste sie ihren Makel-behafteten Körper ja zwangsläufig geradezu nackt zur Schau stellen. Das einzige Positive an ihrem Badeanzug war, dass der Einteiler wenigstens ihre Brüste komplett bedeckte. Aber auch da hatte sie noch nie ein schnuckeliger Typ angesprochen. Es musste also wirklich ihr Körper sein, der offensichtlich nicht gerade anziehend auf Männer wirkte.

Ein Hauptproblem war, so fand sie, dass Ihre Brüste im Vergleich zu ihrem sonst eher zierlichen Körper viel zu groß waren und immer hervor stachen. Sie versuchte diesen Umstand so gut es ging zu kaschieren, unter anderem durch das Tragen eines Minimizer-BH. Und auch jetzt, als sie sich selbst im Spiegel ansah, war ihre Oberweite mit einem solchen Minimizer gut geschützt. Der feste Stoff der Cups gab den nötigen Halt und bedeckte ihre Brüste fast komplett, während breite Träger das Gewicht ihres großen Busen auf beide Schultern gleichmäßig verteilte.

Überhaupt, auch passende Oberteile zu finden war ein Albtraum. Denn durch ihre schmale Taille in Kombination mit den großen Brüsten war es ihr faktisch unmöglich Kleidung zu finden, die auch nur ansatzweise ihrer Figur schmeichelte, ohne dann gleich viel zu freizügig zu sein. Denn wenn es oben herum passte, und auch noch etwas Luft und extra Stoff zum Kaschieren ihrer Problemzone da waren, dann schlabberte gleich alles. Und wenn ein Kleidungsstück um die Taille herum passte, dann war es oben herum einfach viel zu eng, oder ermöglichte einen Blick auf ihr Dekolleté. Und in der Öffentlichkeit ungewollte Einblicke zu gewähren, dass kam bei Gretchen auf Grund ihrer streng konservativen Erziehung eben auf gar keinen Fall in Frage. Mehr als ein wenig Haut an Arm oder Bein zu zeigen war unanständig! Daher fiel ihre Wahl immer zwangsläufig auf weite und schlabbrige Pullover oder bis oben hin zugeknöpfte und sehr unvorteilhafte Blusen, die aber immerhin dabei halfen, ihre Oberweite gut zu verstecken.

Abgesehen von diesem eklatanten Makel, hatte Gretchen eigentlich wenig an sich auszusetzen. Durch die regelmäßigen sportlichen Anstrengungen, dem israelischen Kampfsport Krav Maga und Schwimmen, hatte sie laut ihrer Recherche in Richtung Ernährungswissenschaften nahezu Idealgewicht, und auch sonst hielt sie ihren Körper in Schuss und tat einiges um für die Männerwelt ansprechend zu sein. Sie benutze zum Beispiel regelmäßig ein Epiliergerät, und ging auch mal zur Maniküre und Pediküre, und hatte natürlich monatliche Termine beim Friseur.

Insgesamt dachte Gretchen eigentlich, dass ihr Körper doch ganz passabel sein musste, und sie eigentlich eine gute Partie abgeben sollte, und als Lehrerin einen Beruf gelernt hatte, der zur Rolle der Ehefrau und potentiellen Mutter ausgezeichnet passte. Aber sie selbst war da natürlich wahrscheinlich auch etwas voreingenommen. Andere Leute fanden bestimmt noch so einiges mehr an ihr und ihrem Körper auszusetzen. Ganz offensichtlich war ja wohl wirklich etwas grundlegend verkehrt mit ihr. Denn wie war es sonst zu erklären, dass sie mit Anfang dreißig noch nicht den richtigen Mann gefunden hatte und verlobt oder verheiratet, und dabei war **** groß zu ziehen? Und so viel Zeit hatte sie nun wieder auch nicht mehr, in ein paar Jahren konnte es schon schwierig mit einer Schwangerschaft werden, da tickte ja die Uhr.

Dass genau diese wenigen Punkte, die sie bei sich als negativ empfand, in den Augen von Männern absolute Pluspunkte waren.
Dass sie objektiv betrachtet mit ihren weiblichen Rundungen, ihrem knackigen Po, weiten Hüften, schmaler Taille und großen Brüsten einen absoluten Traumbody hatte.
Dass von ihrer Sanduhr-Figur, die sogar über die klassische Vorstellung von den Idealmaßen hinausging, mehr als 99% aller Frauen nur neidisch träumen konnten, und mit diesem in der Lage war, jedem Mann den Atem zu rauben.
Dass sie im Alltag trotz ihrer wirklich unvorteilhaften Kleidung immer noch mehr als genug Begehrlichkeiten wecken würde, wäre da nicht ihre introvertierte, zurückhaltende und unterkühlten Art und Weise, kombiniert mit ihrer Brille und gestochenen Ausdrucksweise mit der sie geradezu hochnäsig und abweisend wirkte, so als ob sie sich für etwas Besseres hielt.
Dass sie beim Schwimmen hingegen mit ihren fantastischen Kurven trotz des konservativen Badeanzugs den meisten Männern einen Ständer zaubern konnte. Dabei aber einfach viel zu heiß, arrogant und unnahbar wirkte, und sich die Herren der Schöpfung gerade deshalb dann einfach nicht trauten sie anzusprechen. Dass sie einfach nicht glaubten, bei so einer Traumfrau überhaupt eine Chance zu haben.

Das alles wäre der scheuen, introvertierten und oftmals ziemlich naiven Frau Fischer trotz ihrer hohen Intelligenz einfach niemals in den Sinn gekommen.

Und so war es auch geschehen, dass sie sich vor einigen Tagen von Dragan, dem Zuhälter, um den Finger hat wickeln lassen. Gretchen hatte zugestimmt ihm zu helfen, obwohl sie eigentlich genau wusste, dass dies eine absolut aberwitzige und geradezu hirnrissige Idee war.

Wieso hat sie das dann getan?

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