Der neue Fahrlehrer (impreg/noncon)
Janina bekommt viel mehr als nur Ihren Führerschein
Janina schob die schwere Glastür der Fahrschule auf und trat in den kleinen Vorraum. Draußen war es schon dunkel, der Wind vom See her trug feuchte Kälte herein. Sie trug eine enge Jeans und einen dünnen, hellgrauen Pullover, der sich über ihre Brust spannte. Der Pullover war nicht besonders tief ausgeschnitten, aber der Stoff lag eng an, und man sah deutlich, wie voll und schwer ihre Brüste waren. Sie hingen nicht, sondern saßen straff und rund. Sie hatte sich die hellbraunen Haare nur lose zusammengebunden, ein paar Strähnen hingen ihr ins Gesicht. Die Brille saß etwas schief, wie immer, wenn sie nervös war.
Am Empfang standen zwei junge Männer, die auf ihre Theorieprüfung warteten. Einer von ihnen drehte sich um, als die Tür ins Schloss fiel. Sein Blick blieb einen Moment zu lange an ihrem Oberkörper hängen, bevor er schnell wieder nach vorne sah. Der andere grinste leise und murmelte etwas, das Janina nicht verstand. Sie spürte die Blicke, senkte den Kopf ein wenig und ging zum Tresen, ohne jemanden direkt anzusehen. Ein kurzes, freundliches Nicken zur Frau hinter dem Tresen, mehr nicht.
„Hi, ich hab um halb sieben die Stunde bei Herrn Maier“, sagte sie leise und schob ihre Brille hoch.
Die Frau nickte. „Der ist noch unterwegs, kommt gleich. Setz dich kurz.“
Janina setzte sich auf einen der Plastikstühle an der Wand. Gegenüber saß ein Mädchen ungefähr in ihrem Alter, das auf dem Handy scrollte. Als Janina sich hinsetzte, hob das Mädchen den Blick, musterte kurz ihren Pullover und die Art, wie er über der Brust spannte, und sah dann wieder aufs Display. Janina kannte den Blick. Sie zog den Pullover unauffällig ein Stück nach unten und schaute auf ihre Hände. Sie mochte die Aufmerksamkeit, die ihre Oberweite bekam – sie wusste, dass es den Männern gefiel –, aber sie wollte keine Situationen, in denen sie darauf reagieren musste.
Ihr Handy vibrierte. Eine Nachricht von ihrem Freund.
Bin gerade im Zug. Wie läuft’s mit dem Fahren? Schaffst du die Prüfung noch rechtzeitig?
Sie tippte zurück: Hoffe ich. Heute wieder Stunde. Bin nervös.
Er antwortete kurz: Du packst das. Melde dich später.
Janina steckte das Handy weg. Sie dachte kurz daran, dass sie die Pille vor Monaten abgesetzt hatte. Nach zwei Kilo mehr auf der Waage hatte sie entschieden, dass es so nicht weiterging. Ihre Figur war ihr wichtig, besonders der Po, an dem sie seitdem mit gezieltem Training arbeitete, damit er schön knackig blieb. Seit dem Absetzen achteten sie und ihr Freund einfach darauf, Kondome zu benutzen. Es war umständlicher, aber wenigstens fühlte sie sich wieder wie vorher.
Die Tür ging wieder auf. Ein Mann Ende vierzig kam herein, Jacke offen, Schlüsselbund in der Hand. Er blieb kurz stehen, ließ den Blick durch den Raum gehen und blieb einen Moment bei Janina hängen. Nicht lange, aber lang genug, dass sie es merkte. Sie sah schnell weg und tat so, als würde sie auf ihr Handy schauen. Dann ging er ohne ein Wort an ihr vorbei in den hinteren Flur, wo die Theorie-Räume lagen. Janina kannte ihn vom Sehen. Herr Krüger. Er machte meist die Theorie und die Intensivkurse. Strenger Ruf, hatte sie mal gehört.
Kurz darauf kam ihr eigentlicher Fahrlehrer, Herr Maier. Er war Anfang dreißig, freundlich, immer ein bisschen zu locker angezogen. Als er sie sah, lächelte er.
„Na, Janina. Bereit? Heute üben wir nochmal das Parken und dann ein Stück Landstraße. Du weißt, dass es langsam eng wird, oder?“
Sie nickte und stand auf, ohne viel zu sagen. Beim Aufstehen spürte sie wieder die Blicke der beiden jungen Männer. Einer von ihnen sagte leise zu dem anderen: „Die hat echt einen Arsch.“ Es war nicht laut, aber laut genug. Janina tat so, als hätte sie nichts gehört, und folgte Herrn Maier nach draußen zum Wagen. Sie hätte etwas sagen können, tat es aber nicht. Auseinandersetzungen mochte sie nicht.
Im Auto roch es nach Kunststoff und dem Kaffee, den Maier immer im Becherhalter stehen hatte. Sie stellte den Sitz ein, schnallte sich an und legte die Hände ans Lenkrad. Ihre Finger waren kalt.
„Du zitterst ja“, sagte Maier und lachte kurz. „Entspann dich. Wir fahren erst mal ganz normal los. Rechts raus, dann Richtung Umgehungsstraße.“
Janina startete den Motor. Sie fuhr vorsichtig, blinkte zu früh, schaltete etwas zu spät. Maier korrigierte sie ruhig, ohne genervt zu wirken. Nach ein paar Minuten sagte er:
„Du hast jetzt schon über viertausend Euro reingesteckt. Die restlichen Stunden und die Prüfung kommen noch dazu. Wenn du das verschiebst, wird’s richtig teuer. Und du brauchst den Schein doch für die Ausbildungsstelle, oder? Zum Pendeln.“
„Ja“, sagte sie leise. „Ich zieh mit meinem Freund um. Ohne Auto wird’s schwierig mit der Fahrt zur Arbeit.“
Maier nickte. „Friseurin, hast du gesagt, ne? Dann müssen wir in den nächsten Wochen richtig rangehen. Du bist nicht schlecht, aber du wirst unsicher, sobald’s eng wird oder jemand hinter dir ist. Das kostet dich Punkte.“
Janina nickte nur. Sie konzentrierte sich auf die Straße. Im Rückspiegel sah sie, wie ihr Pullover sich bei jeder Bewegung leicht über der Brust bewegte. Sie mochte das Gefühl, dass Männer hinsahen, auch wenn sie es nie zugeben würde. Gleichzeitig hasste sie es, wenn jemand es laut aussprach und sie reagieren musste.
Sie bogen auf die Landstraße ab. Es wurde dunkler. Maier lehnte sich zurück und beobachtete sie.
„Fahr mal etwas zügiger. Und entspann die Schultern. Du sitzt da wie ein Brett.“
Janina versuchte es. Ihre Hände blieben trotzdem verkrampft am Lenkrad. Irgendwo hinter ihnen bog ein anderes Auto ab. Für einen kurzen Moment dachte sie an den Mann von vorhin in der Fahrschule, an den Blick, den er ihr zugeworfen hatte. Dann schob sie den Gedanken weg und konzentrierte sich wieder auf die Straße.
Die Stunde war noch nicht vorbei. Und sie hatte das Gefühl, dass die nächsten Wochen anstrengender werden würden, als sie geplant hatte.
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