Eisige Gier

Teil I

Chapter 1 by Hammersbald Hammersbald

Die Geschichte und Figuren sind frei erfunden es kann jedoch zu Ähnlichkeiten mit realen Personen dies geschieht zufällig und ist nicht absichtlich.

Der Geruch von **** war eine vertraute Konstante im Leben von Oberkommissar Ferdinand Walters. Doch der **** in der Penthouse-Wohnung von Arthur Struck roch anders. Er mischte sich mit dem scharfen, fast chemischen Duft von teurem Lederpolstern, dem Vanille-Aroma einer halb geleerten Flasche Château Margaux und einer unterschwelligen Note von Parfüm – dem Echo einer Frau, die nicht mehr hier war und vielleicht nie gewesen sein sollte. Ferdinand kniff die Augen zusammen und ließ den Blick über den Raum schweifen, eine Bühne für ein Drama, dessen Vorhang gerade gefallen war. Im Zentrum lag Arthur Struck, ein Titan aus Fleisch und Blut, nun nur noch eine leblose Hülle auf makellosem Eichenparkett. Ein einzelnes, kleines Loch in seiner Brust, umgeben von einer Blüte aus geronnenem Blut, war der Beweis für eine so präzise wie persönliche Hinrichtung.

„Kein erzwungener Einbruch, keine Spuren eines Kampfes“, sagte Anton Lohse, sein Partner und Anker in der stürmischen See des Verbrechens. Seine Stimme war ruhig, sachlich, eine Konstante, auf die man sich verlassen konnte. „Der Täter wurde hereingelassen. Das war ein Treffen, kein Überfall.“

Ferdinand nickte langsam. Er kannte diese Art von Stille. Sie war die gleiche, die nach dem letzten Herzschlag seiner Frau im Kreißsaal geherrscht hatte, eine Leere, die alles verschluckt. Seit drei Jahren trug er diese Stille in sich, einen kalten Kern, den er jeden Tag mit seinem ansteckenden Lachen und seiner unerbittlichen Energie zum Schweigen brachte. Er gab niemals auf. Das war sein Versprechen an die Geister seiner Vergangenheit.

Und dann betrat sie den Raum. Staatsanwältin Katharina Amalia von Blaustein. Sie kam nicht einfach herein, sie erschien. Ihre 1,75 Meter waren eine Verkörperung von Macht, ihre langen, blonden Haare ein goldener Vorhang, der ein Gesicht von eisiger Perfektion umrahmte. Die Augen, ein leuchtendes Blau, schienen alles zu sehen und gleichzeitig nichts zu fühlen. Ihr schwarzer Mantel schloss sich um ihre Taille, betonte die schmale Taille und die prächtigen Hüfte, die in jedem Schritt eine Versprechung aussprachen, das sie niemals halten würde. Ferdinand wusste aus einem zufälligen Blick in ihrer Umkleidekabine bei einem früheren Fall, dass sie darunter nur einen G-String trug. Das Wissen war ein glühendes Kohlestück in seinem Verstand, ein intimes Detail, das ihre unantastbare Fassade noch begehrenswerter machte. Sie war eine Göttin aus Glas – wunderschön, scharfkantig und unendlich fern.

„Walters, Lohse“, ihre Stimme war wie ein Winterwind, der keine Wärme duldete. Ihr Blick glitt an Ferdinand vorbei, als wäre er ein Teil der Einrichtung, und ruhte auf Anton. „Status?“

„Arthur Struck, 52, Investmentbanker“, erwiderte Anton. „Ein Schuss aus nächster Nähe. Und das.“ Er deutete auf eine offene Schreibtischschublade.

Katharina ging mit den bedächtigen, fast tänzerischen Schritten einer Raubtierkatze auf den Schreibtisch zu. Ihre hohen Absätze machten auf dem Parkett ein leises, rhythmisches Klicken, das einzige Geräusch in der erstarrten Luft. Sie beugte sich vor, um die Liste besser zu sehen, und für einen Moment spannte sich der Stoff ihres Mantels über ihrem Rücken und zeigte die perfekte Wölbung ihres Knackarsches. Ferdinand spürte, wie ihm der Atem stockte. Es war eine unbewusste, animalische Reaktion, die er hasste und gleichzeitig nicht kontrollieren konnte. Er war verliebt in diese Frau, in ihre Kälte, in ihre unantastbare Arroganz. Er wollte das Eis in ihren Augen schmelzen sehen, auch wenn er wusste, dass er dabei verbrennen würde.

„Ein Tagebuch seiner sexuellen Eroberungen“, sagte Katharina, ihre Stimme frei von jeder Emotion. Sie nahm die Liste mit einer Handschuhkassette auf. „Ein Schwein. Das macht die Liste der potenziellen Täterinnen unendlich lang. Jeder Name hier ist ein mögliches Motiv.“ Sie drehte sich um, ihr blauer Blick traf Ferdinands für den Bruchteil einer Sekunde. Es war wie ein Schlag ins Gesicht, kalt und abweisend. „Sichern Sie alles ab. Ich erwarte einen ersten Bericht in drei Stunden.“

Sie drehte sich um und ging, ohne sich noch einmal umzudrehen. Ferdinand starrte ihr nach, sein Herz ein wilder Trommelschlag gegen seine Rippen. Er wusste, dass sie ihn verachtete. Für sie war er nur ein Werkzeug, ein einfacher Polizist in einer Welt, die von Menschen wie ihr regiert wurde. Sie ahnte nichts. Nicht von dem ****, der ihn every Nacht heimsuchte, und nichts von dem brennenden Begehren, das er für sie empfand.

Später am Abend, in der stillen Einsamkeit seiner Wohnung, rief Ferdinand sie an. Er musste es tun. Es war sein Job.

„Walters“, sagte ihre Stimme am anderen Ende der Leitung, noch kälter als am Tatort. Er stellte sich vor, wie sie dort saß, vielleicht in einer Badewanne, das blonde Haar zu einem strengen Knoten gebunden, ein Glas Wein in der Hand. Das Bild war so lebhaft, dass er einen Schauer überlief.

„Frau Staatsanwältin, es tut mir leid, Sie so spät zu stören“, begann er, seine eigene Stimme überraschend rau. „Aber es gibt eine Entwicklung bei der Liste von Arthur Struck.“

Stille. Er konnte ihr leises Atmen hören, ein Geräusch, das ihn seltsam intimierte.

„Ein Name taucht wiederholt auf, nicht nur als sexuelle Eroberung, sondern auch in geschäftlichen Transaktionen. Dr. Markus Thorne.“

Er hörte, wie sie scharf die Luft einzog. „Mein Freund.“ Es war keine Frage, sondern eine Feststellung, eine Warnung.

„Ja. Die Verbindungen sind… eng. Ich muss ihn offiziell befragen.“

„Das werden Sie nicht“, schnitt sie ihn an. Ihre Stimme war jetzt nicht mehr nur kalt, sie war gefährlich. „Markus hat mit diesem Mann Geschäfte gemacht. Das ist alles. Das ist eine lächerliche Unterstellung, Walters. Lassen Sie die Finger davon.“

„Ich tue nur meinen Job, Frau von Blaustein.“

„Ihr Job“, sagte sie, und er konnte die Verachtung förmlich durch das Telefon spüren, „endet dort, wo meine Privatsphäre beginnt. Betrachten Sie diese Sache als erledigt. Ich will nicht noch einmal hören, dass Sie seinen Namen in diesem Zusammenhang erwähnen.“

Sie legte auf. Ferdinand starrte auf den schwarzen Bildschirm seines Handys. Er hatte eine Grenze überschritten, eine unsichtbare Mauer, die sie um sich herum errichtet hatte. Doch er wusste auch, dass er Recht hatte. Die Verbindung war zu stark, um ein Zufall zu sein. Er würde weitermachen, auch wenn es bedeutete, das einzige zu riskieren, was er je für eine Frau wie sie empfunden hatte.

In ihrer luxuriösen Wohnung legte Katharina das Handy aus der Hand. Ihr Herz schlug schneller als normal, ein ungewohntes Rattern in ihrer Brust. Sie stand auf und ging zum großen Fenster, das die Lichter der Stadt wie ein Sternenfeld ausbreitete. Die Worte von Walters hallten in ihr nach. Markus Thorne. Sie dachte an ihren Freund, an seine perfekten Manieren, seinen ehrgeizigen Blick. Er war ihr Spiegel, ihr Partner im Streben nach Erfolg. Die Vorstellung, dass er in etwas so Schmutziges verwickelt sein könnte, war nicht nur eine Beleidigung, es war eine Bedrohung für die sorgfältig konstruierte Welt, in der sie lebte.

Sie spürte ein Kribbeln auf ihrer Haut, eine Mischung aus Wut und einer anderen, unangenehmen Empfindung. Neugier? Oder die Angst, dass unter der perfekten Oberfläche ihres Lebens Risse waren, die sie nicht kontrollieren konnte? Sie schloss die Augen und versuchte, die Kälte zurückzurufen, ihre Rüstung. Doch zum ersten Mal seit langen Jahren fühlte sich das Eis, das sie umgab, dünn an, als könnte es bei der nächsten Berührung zerbrechen. Und die Vorstellung war beängstigend.Die Vorstellung, dass das Eis ihrer Kontrolle zerbrechen könnte, war ein Verrat an sich selbst. Katharina Amalia von Blaustein hasste Verrat. Sie stand noch immer am Fenster, die Lichter der Stadt zu einem unscharfen Flecken verschwimmend, als sie das Gefühl der Verletzlichkeit mit einem einzigen, bewussten Akt des Willens abschüttelte. Sie würde nicht zulassen, dass ein einfacher Polizist wie Ferdinand Walters ihr beibringen, wie sie ihre Welt zu ordnen hatte. Seine Anschuldigung war nicht nur unprofessionell, sie war eine persönliche Kränkung, ein **** auf ihr Urteilsvermögen.

Sie griff zu ihrem Handy und wählte Markus’ Nummer. Er ging sofort ran.

„Schatz?“, seine Stimme war warm, besorgt, die perfekte Imitation eines liebenden Partners. „Alles in Ordnung? Du rufst selten so spät an.“

„Ich bin gerade vom Tatort Struck zurück“, sagte sie, ihre Stimme wieder glatt und hart wie polierter Marmor. Sie beobachtete seine Reaktion durch das Telefon, lauschte auf die kleinste Veränderung im Atemzug.

„Schrecklich. Ich habe es in den Nachrichten gesehen. Ein Wahnsinn, was in dieser Stadt passiert.“ Er klang aufrichtig betroffen. Zu aufrichtig.

„Die Polizei hat eine Liste gefunden, Markus“, fuhr sie fort, ihre Worte präzise wie Skalpelle. „Eine Liste seiner Frauen. Dein Name steht darauf.“

Am anderen Ende der Leitung trat eine Stille ein. Es war keine überraschte Stille, sondern eine abwägende, berechnende. Dann kam ein leises, fast unmerkliches Seufzen. „Ach, das. Ja, das war… eine unangenehme Sache. Vor einiger Zeit. Er hat versucht, mich bei einem Deal unter Druck zu setzen. Er hat behauptet, eine Affäre gehabt zu haben, die es nie gab. Ich habe es ignoriert. Ich dachte, das wäre erledigt.“

Die Lüge war so meisterhaft, so perfekt auf ihre Erwartungen zugeschnitten, dass Katharina einen Moment lang geneigt war, sie zu glauben. Es war die Geschichte eines mächtigen Mannes, der sich wehrt gegen die Verschwörungen der Neider. Es war ihre Geschichte.

„Warum hast du mir das nie erzählt?“, fragte sie, und der Vorwurf in ihrer Stimme war echt.

„Weil es dumm war, Katja. Weil ich wusste, dass es dich verärgern würde. Es war eine Lüge, die es nicht wert war, erwähnt zu werden. Ich wollte dich nicht mit diesem Dreck belasten.“ Er klang verletzt, und das war sein genialster Schachzug. Er machte sich zum Opfer ihrer eigenen Strenge.

„Ein Polizist, Walters, hat versucht, eine Verbindung herzustellen“, sagte sie und testete das Wasser. „Er wollte dich befragen.“

„Walters?“, Markus’ Stimme wurde jetzt kalt. „Dieser aufdringliche Idiot. Lass ihn ran, Katja. Ich habe nichts zu verbergen. Ich werde diesem Wicht seine Grenzen zeigen.“

Sie legte auf, das Gefühl der Sicherheit wiederhergestellt. Walters war ein Idiot. Markus war ihr Fels. Die Welt war wieder in Ordnung.

Doch als sie am nächsten Morgen in ihr Büro im Justizpalast kam, wartete bereits eine Nachricht auf ihr Schreibtisch. Eine offizielle Vorladung zur Zeugenaussage. Unterzeichnet von Oberkommissar Ferdinand Walters. Die Worte brannten sich in ihr Gedächtnis ein. Er hatte sie ignoriert. Er hatte ihren Befehl missachtet. Er hatte das Spiel nach seinen Regeln gespielt. Eine Welle der kochenden Wut, so heiß und unkontrolliert, dass sie sie erschauern ließ, stieg in ihr auf. Niemand, aber auch wirklich niemand, machte Katharina von Blaustein etwas vor.

Ferdinand wusste, dass er auf einem Pulverfass tanzte. Er hatte die Vorladung in der Nacht per E-Mail an sie geschickt, ein Akt des offiziellen Ungehorsams, der ihn entweder seinen Job oder den Rest seiner Vernunft kosten würde. Aber er spürte, dass hier etwas Riesiges im Verborgenen lauerte, und er würde es nicht zulassen, dass es von Arroganz und Stolz begraben wurde.

Er saß mit Anton in einem schummrigen Café gegenüber vom Justizpalast und wartete.

„Du bist verrückt, du weißt das?“, sagte Anton und rührte ungeduldig in seinem Kaffee. „Du gehst der mächtigsten Staatsanwältin der Stadt ins Handwerk und reibst dich gleichzeitig mit ihrem Freund, einem Top-Anwalt, an. Das ist kein Ehrgeiz, das ist ein Selbstmordversuch.“

„Ich habe ein Gefühl, Toni“, erwiderte Ferdinand und starrte auf den Eingang des Palastes. „Und dieses Gefühl sagt mir, dass Thorne lügt. Die ganze Geschichte ist zu glatt.“

„Und das hat nichts damit zu tun, dass du sie beeindrucken willst?“, fragte Anton mit einem spöttischen Unterton.

Ferdinand zuckte nicht einmal mit der Wimper. „Das hat damit zu tun, dass ein Mann tot ist und seine Frau nicht eine einzige Träne vergießt, sondern schon nach dem Testament fragt. Das hat damit zu tun, dass auf dieser Liste nicht nur Namen stehen, sondern auch Beträge. Struck hat nicht nur gefickt, er hat bezahlt. Und Thorne war einer seiner größten Geschäftspartner in den letzten Monaten. Das ist zu viel Zufall für meinen Geschmack.“

Genau in diesem Moment kam sie aus dem Gebäude. Sie trug einen hochgeschlossenen, grauen Wollmantel, der ihre Figur betonte, ohne sie preiszugeben. Ihre blonden Haare waren streng zurückgebunden, ihre Sonnenbrille verdeckte ihre Augen, aber Ferdinand konnte die Wut spüren, die von ihr ausging. Sie ging nicht, sie schwebte, eine Furie in Stöckelschuhen. Sie ignorierte die Menschen um sich herum, ihr Ziel war klar: er.

Sie blieb direkt vor ihrem Tisch stehen. Ihre Anwesenheit war so intensiv, dass die Luft um sie herum zu flimmern schien. Sie nahm die Sonnenbrille ab, und ihre blauen Augen trafen seinen. Es war kein kalter Blick mehr. Es war ein Blick, der eiskalt war und gleichzeitig brannte.

„Walters“, sagte sie, ihre Stimme leise und gefährlich. „Sie haben eine Grenze überschritten. Eine sehr, sehr wichtige Grenze.“

„Ich tue nur meinen Job, Frau von Blaustein“, erwiderte Ferdinand und stand langsam auf, um ihr auf Augenhöhe zu begegnen. Er konnte den Duft ihres Parfüms riechen, eine Mischung aus Bergamotte und etwas Unergründlichem, das ihn den Atem anhalten ließ. Die Spannung zwischen ihnen war so dick, dass man sie hätte schneiden können, eine Mischung aus Hass, Macht und einer unterdrückten, erotischen Anspannung, die beide spürten und keiner zugab.

„Ihr Job“, zischte sie, „endet dort, wo meine Integrität beginnt. Sie stellen meinen Freund unter öffentliches Verdacht, basierend auf was? Auf den Notizen eines toten Lüstlings? Das ist nicht nur unprofessionell, das ist eine Verleumdung.“

„Dr. Thorne hat eine Lücke in seinem Alibi für die Tatnacht. Er behauptet, allein zu Hause gewesen zu sein. Kein Zeuge. Und seine geschäftlichen Verbindungen zu Struck waren… komplex.“

„Komplex?“, sie lachte, ein kurzes, bitteres Geräusch. „Sie verstehen nichts vom Geschäft. Sie sind ein Cop aus der Provinz, der glaubt, die Welt sei ein einfacher Ort von Gut und Böse. Sie haben keine Ahnung, was wirklich vor sich geht.“

Sie trat einen Schritt näher. So nah, dass er die Wärme ihrer Haut durch den Mantel spüren konnte. Er sah den feinen Schweiß auf ihrer Oberlippe, das leichte Zittern ihrer Hände. Sie war nicht nur wütend. Sie hatte Angst.

„Dann erklären Sie es mir“, sagte er leise, seine Stimme ein leises Brummen, das nur sie hören konnte. „Erklären Sie mir, was wirklich vor sich geht, Staatsanwältin.“

Ihre Augen suchten die seinen, und für einen winzigen Moment sah er dahinter etwas anderes als Eis. Er sah eine Frau, die in einem Labyrinth aus Lügen gefangen war und den Ausweg nicht mehr fand. Dann war die Maske wieder da, härter als zuvor. Sie sagte Ihm nichts stattdessen stand sie auf und verließ grinsend den Raum. Sie musste erst einmal zum Friedhof um sich zu beruhigen.

Der Friedhof.

Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)