Engel und Teufel

Engel und Teufel

Sie kämpfen um einen Mann

Chapter 1 by Papas_Liebling Papas_Liebling

Der Engel stand nicht weit entfernt von dem Paar, das sich im raschelnden Gras wälzte. Sie fühlte sich abgestoßen, angewidert von dem feuchten, rhythmischen Klatschen der nackten Körper. Das Stöhnen klang wie Blasphemie in ihren Ohren. Seines wild und roh und ungezügelt. Ihres noch wilder, doch falsch, künstlich.

Kein Wunder, dachte Celene, wie könnte ein Dämon denn ehrlich sein? Alles an der teuflischen Verführerin war berechnend, ohne wahre Gefühle - außer dem unbändigen Bedürfnis, den Sterblichen zu besitzen und seine unsterbliche Seele zu verderben.

Celene wollte sich abwenden. Doch sie konnte es nicht. Trotz der Abscheu. Trotz des Ekels. Etwas hielt sie fest.

Die Beine der Dämonin umschlangen die Hüfte des Mannes, die immer wieder zustieß. Vor und zurück. In einem Tanz, der so alt war wie die Menschheit. Ihr Körper wand sich unter seinem, bäumte sich auf. Ein Bild unbändiger Ekstase und Hingabe.

Er nahm sie sich. Benutzte sie, wie ein Mann eine Frau benutzt. Und merkte dabei nicht, wie er sich an sie verlor.

Celene blieb äußerlich ruhig. Nur ein sachtes Zittern ihrer gefiederten Schwingen verriet ihre Unruhe. Sie nagte an ihrer Unterlippe.

Ich darf ihn nicht verloren geben. Ich muss ihn retten, rechtfertigte sie sich selbst gegenüber, dass sie blieb.

Und zusah.

Ein heißer Schauer lief ihren Rücken hinab. Wärme sammelt sich in ihrem Bauch.

Ihre Gedanken wanderten. An verbotene Orte.

Wenn ich ihn so berührte... würde er mich auch so anschauen?
Wenn ich dort unter ihm läge... würde er ebenso zittern und stöhnen?

Ihr eigener Körper verriet sie. Ihre Wangen wurden roter. Ihr Atem beschleunigte sich. Mit jedem Heben ihres Busens drückten sich ihre harten Brustwarzen gegen das dünne weiße Hemdchen, das kaum etwas ihrer schlanken, weiblichen Figur verbarg. Sie presste ihre Schenkel so fest zusammen, dass sie zitterten. Fürchtend, dass irgendjemand entdecken könnte, wie nass sie da unten wurde.

Sie hasste diese Gefühle. Sie wollte nicht so sein. Sie durfte nicht. Liebe war etwas Heiliges - rein, selbstlos. Nicht dieses schmutzige Gekeuche ineinander verschlungener, schwitzender Körper.

Doch sie schaute weiter zu.

Weil sie verstehen wollte. Weil sie verstehen musste. Was hat diese Teufelin, was ich nicht habe? Warum hat sich der Mensch ihr zugewandt und nicht mir?

Kann ich ihn zurückgewinnen? Ihn auf den rechten Pfad führen?

Und mit diesem ersten kleinen Zweifel war die Saat gepflanzt.

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