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Chapter 2 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Die Kreuzung

Es war noch keine ganze Stunde her, dass Celene die Kreuzung erreicht hatte. Sie wusste selbst nicht, weshalb sie sich auf den Weg gemacht hatte. Es war mehr ein vages Gefühl gewesen, das sie hierher geführt hatte; eine göttliche Eingebung vielleicht. Was läge näher, wenn man ihre himmlische Herkunft bedachte.

Doch als sie den Ort sah, war ihr klar, dass sie richtig war.
Eine Weggabelung, aufgeladen mit Bedeutung. Wege, die sich trennten, forderten Entscheidungen. Man musste links oder rechts gehen; ein sowohl als auch war ebenso unmöglich wie ein weiter so.

Nun blieb ihr nur zu warten – auf das Ereignis, das ihre Anwesenheit erforderte.
Ein Mensch würde hier ankommen. Ihm sollte sie beistehen, ihn leiten. Hier würde sich entscheiden, wohin sein Leben sich wendete.

"Hallo, Vogelmädchen." Der Ruf erklang unerwartet. Eine Stimme, samtig und rauchig zugleich. "Wirst du nicht anderswo gebraucht, um gute Taten zu vollbringen?"

Die Worte troffen vor Hohn und Verachtung. Sie kamen von einer Gestalt, die äußerlich an eine Frau erinnerte. Mit Fledermausflügeln am Rücken und Hörnern, die aus ihrem schwarzen Haar emporwuchsen. Sie lümmelte sich im Schatten der krummgewachsenen Ulme auf einem Bett aus trockenem Laub. War sie schon vorher da gewesen?

Celene kannte das Wesen. Mara. Ihre ewige Widersacherin.

Wenn sie hier war, dann ging es um mehr. Dann war der Mensch in echter Gefahr. Sie musste auf der Hut sein.

Sie verschränkte die Arme vor ihrer Brust und schaute bewusst in eine andere Richtung.

"Was geht dich das an?", schnauzte sie. Gerne hätte sie Maras herablassenden Tonfall imitiert, aber ihre gütige, nachsichtige Natur war nicht dafür geschaffen.

Die Teufelin erhob sich. Elegante, geschmeidige Bewegungen erinnerten Celene an eine Raubkatze. Eine Raubkatze, die sich betont gelangweilt gab, um ihre Beute in Sicherheit zu wiegen. Als sie aus dem Schatten trat, leuchtete ihre feuerrote Haut auf, als stünde sie in Flammen.

Die beiden standen sich gegenüber, kaum eine Armlänge voneinander entfernt, und starrten sich herausfordernd an. Keine wich zurück.

Zwei Seiten der gleichen Münze.
Licht und Dunkelheit.
Güte und Gier.
Tag und Nacht.

Schließlich bleckte die Dämonin ihre Zähne. Ein Lächeln oder eine Drohung?

Sie wandte den Kopf und sog tief Luft durch ihre Nüstern, als wittere sie etwas.

"Ah. Er kommt."

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