Anscheinend geht es ihr doch besser als gedacht

Immerhin kann ihr damit geholfen werden

Chapter 168 by Hentaitales Hentaitales

Malia musste lachen. "Wir haben sogar eine ganze Kiste Toys", sagte sie, "und das beste ist, die werden gerade nicht gebraucht, weil ihre Besitzerinnen im Moment einen Schwanz bevorzugen. Ich hol sie rasch und bring sie dir - Roadie, sag mir einfach, auf welches Zimmer du Dao führst."

Alex nickte. "Geht klar. Komm, ich zeig dir, wo's lang geht."

"Danke..." Sie sah etwas verwirrt zu Alex. "Roadie?"

"Ein Codename. Wir benutzen die alle hier. Sobald du dich aber etwas eingelebt hast, erfährst du unsere richtigen Namen."

Dao nickte. "Ah. Mh, Codenamen machen wohl Sinn, wenn ihr Leute aus Gefängnissen befreit."

Steffen lächelte. "Wir machen noch mehr als das. Aber das erklären wir dir später. Jetzt erhol dich erst mal."


Nachdem Alex Dao erst ins Bad und dann zu einem der freien Zimmer geführt hatte, ging er hinunter in den Konferenzraum. Obwohl es bereits spät in der Nacht war, waren dennoch alle bis auf Jessie dort versammelt - Tom hatte sie bereits darauf vorbereitet, dass es etwas Ernstes zu bereden gab.

Steffen berichtete kurz und in recht neutralem Tonfall, was auf der Mission eben geschehen war: dass Jessie vom ursprünglichen Plan abgewichen war und noch dazu ihre Kräfte auf Alex und ihren Kontaktmann eingesetzt hatte, um ihre Idee umzusetzen. "Ich würde gerne von allen hier einmal hören, wie ihr dazu steht."

"Vielleicht fange ich an", ergriff Tom gleich das Wort. "Ich finde, was Jessie getan hat, ist ein absolutes No-Go. Wir hatten es erst vor Kurzem davon, wie es mit dem Einsatz unserer Kräfte gegeneinander angeht, als es um Viktor ging. Wenn wir ihr das hier einfach so durchgehen lassen, ist es definitiv nicht fair gegenüber Viktor, den wir genau deswegen ja unter Beobachtung halten."

"Na ja, aber das ist doch wohl etwas anderes", gab Viktor zu bedenken. "Bei mir ist es ja so, dass ich meine Kräfte im Moment nicht ganz kontrollieren kann und deswegen noch auf der Ersatzbank sitze. Aber Jessie? Die ist doch schon lange bei euch im Team! Und wenn sie eine gute Idee hatte und niemand davon einen Schaden davongetragen hat, warum sollten wir sie dafür bestrafen?"

Steffen schüttelte den Kopf. "Gerade weil sie schon so lange dabei ist, sollte sie es eigentlich besser wissen", sagte er, "und dass niemand davon einen Schaden davongetragen hat, wissen wir nicht. Alex hat es anscheinend gut verkraftet-"

Alex nickte. "Ich bin cool mit Jessie."

"-aber was ist mit unserem Kontaktmann, den ich über Monate hinweg aufgebaut hab und der absolut nicht damit gerechnet hat, dass plötzlich jemand seine Handlungen kontrolliert? Der ganze Plan basierte darauf, dass er uns vertraut hat, und sehr wahrscheinlich ist dieses Vertrauen jetzt verspielt, weil Jessie eine ganz tolle Idee hatte!"

"Aber mal ehrlich", meldete sich nun Connor zu Wort, "dieser Typ da, dein Kontaktmann - der ist doch keiner von uns. Und Schaden hat er auch keinen genommen; niemand wird wegen Jessies Aktion annehmen, dass er mit uns unter einer Decke steckt. Klar könnte der uns jetzt verpfeifen, aber dann würde er doch selbst zugeben, dass er da mitgemacht hat. Warum sollte er das tun? Und was soll er uns in Zukunft noch helfen? Die stecken bestimmt nicht gleich morgen wieder andere Zarathustras in die selbe Anstalt!"

Diana, die immer noch ihren muskulösen Körper hatte, schüttelte entschieden den Kopf. "Ich finde, du siehst das zu locker", sagte sie. "Letzten Endes wollen wir, dass uns ganz normale Menschen irgendwann mal als normal akzeptieren. Da können wir keine Unterschiede zwischen uns und denen machen, nur weil Leute, die uns helfen, keine Zarathustras sind!"

Mit einer leichten Verbeugung in ihre Richtung nahm Steffen ihren Faden auf. "Genau meine Rede. Wir können nicht einfach so Leute benutzen und dann glauben, dass die uns in Zukunft noch vertrauen. Ein Großteil unseres Erfolges jetzt hängt davon ab, dass wir Mitstreiter außerhalb unserer eigenen Reihen haben, und später einmal wollen wir eine Welt, in der wir ganz normal mit Leuten ohne paramenschliche Fähigkeiten zusammenleben."

"Na ja..." Alex sah ihn skeptisch an. "Dann gehst du aber nicht unbedingt mit gutem Beispiel voran. Wenn ich da an Jonas denke..."

"Was ist mit Jonas?" Steffen blickte irritiert zurück. "Er hat uns schon ein paar Mal unterstützt, und wir haben ihn nie in Gefahr gebracht oder für irgendwas missbraucht."

Alex zuckte die Schultern. "Wenn du es okay findest, ihm vorzuspielen, du wärst ein Teeniemädchen, das zu ihm zieht, sobald es erwachsen wird..."

Steffens Gesicht wurde eisig. "Wer behauptet so was?"

"Jonas selbst."

"Unfug!" Steffen schüttelte den Kopf. "Wenn er solche Fantasien hat, dann ist das sein Problem. Ich hab ihm nie irgendwelche Hoffnungen gemacht."

Fanny räusperte sich leise. "Aber du hast ihm auch nie klar gesagt, dass das nichts wird, und warum das nichts wird. Er weiß doch bis heute nicht, dass du eigentlich ein Gestaltwandler bist, oder? Du hast deine Kräfte eingesetzt, um ihn auf unsere Seite zu ziehen. Einer unserer Verbündeten. Und jetzt willst du Jessie dafür verurteilen, dass sie ihre Kräfte bei einem anderen Verbündeten eingesetzt hat?"

Steffen sah ernst zu ihr. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Und ich habe meine Kräfte nie gegen einen von uns eingesetzt."

"Außer um mich zu testen", gab Alex zurück. "Und Viktor ebenso."

"Als ihr eben noch nicht bei uns wart", konterte Steffen, "um unsere Gemeinschaft zu schützen!"

Lorena erhob sich langsam. "So wie ich das sehe", sagte sie, "hat Jessie auch ihre Kräfte eingesetzt, um uns zu schützen. Sie hat euch eine reibungslose Flucht ermöglicht. Dafür verdient sie meiner Meinung nach keinen Tadel. Du warst der Anführer bei der Mission, die letzte Entscheidung liegt bei dir, Steffen. Aber ich fände es nicht fair, wenn du bei ihr andere Maßstäbe ansetzt als bei dir selbst. Wenn du etwas tust, darfst du dich nicht beschweren, dass andere sich dich zum Vorbild nehmen."

Steffen öffnete den Mund zu einer Erwiderung, schloss ihn dann aber und sah in die Runde. "Sind die anderen hier der gleichen Meinung?" wollte er wissen.

"Ich denke", sagte Tom, "wir sehen es etwas differenzierter. Aber Lorena hat nicht unrecht. Was Jessie getan hat, ist nicht viel anders als das, was du auch schon getan hast. Vielleicht unter anderen Umständen. Trotzdem - willst du sie wirklich dafür bestrafen? Was für ein Beispiel gibst du damit?"

"Dem würde ich mich auch anschließen", sagte Alex. "Wir kennen Jessie alle. Sie hatte heute ernsthaft unser Bestes im Sinne, und sie hat keinen großen Schaden angerichtet. Und das sag ich als jemand, den sie auch beeinflusst hat."

Steffen seufzte. "Also gut. Dann geh ich mich mal bei ihr entschuldigen. Und was euch angeht - gute Nacht, allerseits!"

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