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Chapter 4 by Meister U Meister U

Denn das hier ist das Spiel, oder?

Im Flur

Der Flur hinter dem Saal ist kühl, die Wände atmen noch den Staumief alter Gemälde. Ich lehne gegen das Geländer der Treppe, das Rot meines Kleides blutet in die Dunkelheit. Er wird kommen. Nicht, weil er bezahlt hat. Sondern weil er der Erste ist, der begriffen hat, dass dies kein Zufall war.

Schritte. Langsam. Präzise. Wie ein Messer, das man in Scheide zurückgleiten lässt.

„Susanne.“

Seine Stimme trifft mich genau zwischen den Schulterblättern. Ich drehe mich nicht um. Nicht sofort.

„Herr Reznik.“ Meine Lippen formen den Namen, als sei er ein Geschmack, den ich längst vergessen hatte. Bitter. Rauchig. „Ich hätte wetten können, dass Sie sich für Golf-Gutscheine oder Weinverkostungen entscheiden.“

Sein Lachen ist ein leises Knirschen. „Und ich hätte wetten können, dass die schwarze Perle ihre Excel-Tabellen gegen Peitschen tauscht, wenn die Vorhänge fallen.“

Jetzt wende ich mich. Sein Gesicht ist genau, wie ich es in Erinnerung habe: Eisgräberkanten unter hohen Wangenknochen, Augen wie geschliffener Obsidian. Kein Triumph darin. Nur Berechnung.

„Sie haben mir den Zuschlag für die Nordsee-Pipeline weggeschnappt“, sagt er, die Hände in den Taschen seines anthrazitfarbenen Anzugs vergraben. „Mit einem Bid, das um drei Cent unter meinem lag. Drei Cent.“

„Geschäft ist Geschäft.“ Mein Lächeln brennt.

„Geschäft ist Krieg.“ Er tritt näher, der Duft von Zeder und Stahl füllt den Raum zwischen uns. „Und doch stehen Sie hier. Verkaufen sich selbst. Für… was? Um zu beweisen, dass Sie in einem anderen Spiel verlieren können?“

Sein Zeigefinger berührt mein Schlüsselbein, zeichnet die Linie des Trägerbands nach. Ich schaudere. Nicht wegen der Berührung. Sondern weil ich nicht erstarre. Weil mein Blut genau dort pocht, wo seine Fingerspitze die Haut erwärmt.

„Vielleicht mag ich es einfach, zu verlieren.“ Die Worte sind heraus, bevor ich sie zensieren kann.

Sein Blick verengt sich. „Sie lügen. Sie haben noch nie etwas verloren. Nicht wirklich.“ Plötzlich packt er mein Handgelenk, drückt es gegen die Wand über meinem Kopf. Seine andere Hand umschließt meinen Hals – nicht ****, nur besitzend. „Aber heute Abend werden Sie mir etwas geben, das kein Vertrag jemals festschreiben könnte. Oder?“

Ich atme ein. Sein Griff wird fester. Ja.

Doch bevor ich antworten kann, ertönt Sues Stimme vom Ende des Flurs. „Susanne? Bist du das?“

Reznik lässt mich los, als hätte er meine Gedanken gelesen. Seine Lippen graben sich in mein Ohr. „Bis gleich, Perle. Mein Chauffeur wartet vor dem Seiteneingang.“

Als Sue um die Ecke kommt, bin ich allein. Nur der Schatten eines Anzugs verschwindet hinter der Notausgangstür.

„Alles okay?“ Sue mustert mich, ihr Blick bleibt an meinem zerknitterten Ärmel hängen.

„Alles perfekt.“ Ich glätte das Seidenkleid, doch meine Finger zittern. Gefährlich, warnt etwas in mir. Er kennt deine Schwäche.

Aber das ist es ja, oder?

Manchmal muss man dem Feind erlauben, die Festung zu stürmen – nur um zu sehen, ob man selbst die einzige war, die sie je hätte halten können.

Die Fahrt in Rezniks schwarzem Maybach, Enthüllungen über seine Motive, und die Frage – wird Susanne die Kontrolle behalten oder sich dem hingeben, was sie immer gesucht hat?

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