Chapter 5
by
Meister U
Die Fahrt in Rezniks schwarzem Maybach, Enthüllungen über seine Motive, und die Frage – wird Susanne die Kontrolle behalten oder sich dem hingeben, was sie immer gesucht hat?
Sie sieht ihn nicht
Der Chauffeur hält die Tür des schwarzen Maybachs auf, seine Hand in schwarzem Lederhandschuh ein starres Werkzeug. Sein Blick streift über mich hinweg, als wäre ich ein Paket, das er abzustellen hat. Nicht einmal ein Mensch für ihn, denke ich, während sein Atem in kleinen, weißen Stößen in der Winterluft zerfasert. „Sie wissen, was zu tun ist“, sagt er. Die Worte fallen wie abgeschliffene Münzen – wertlos, aber scharfkantig. Seine Zunge berührt dabei kaum die Lippen, als übe er Widerwillen, auch nur die Luft zu teilen, die ich atme.
Das Auto riecht nach neuem Leder und dem beißenden Frost der Klimaanlage. Der Duft mischt sich mit meinem eigenen – eine Spur Vanillebodymilk, die ich heute Morgen noch sorglos in die Oberschenkel gerieben hatte. Jetzt klebt die Kälte an meiner Haut, dringt in die Poren ein, während ich zögere. Nur ein Atemzug, flüstert eine Stimme in mir. Genug, um dich daran zu erinnern, dass du lebst. Mein Puls pocht nicht mehr nur in den Schläfen, sondern zwischen den Beinen, ein dumpfer Rhythmus, der mich beschämt und aufreizt zugleich.
Das Kleid fällt. Der Reißverschluss surrend nicht wie ein Geständnis, sondern wie eine Warnung. Der Stoff gleitet über die Hüften, die sich unter dem unsichtbaren Gewicht seiner Erwartung bereits anspannen. Als der scharlachrote Kreis zu meinen Füßen landet, sehe ich für einen Moment mein Spiegelbild im lackierten Türrahmen: eine Silhouette aus blassen Kurven, die Brustwarzen bereits erigiert, als hätten sie längst begriffen, was der Rest meines Körpers erst jetzt zulässt. Die Kühle kriecht über mich hinweg, lässt die Haare auf den Unterarmen sträuben. Nicht vor ihm, denke ich, während meine Zähne sich in die Unterlippe graben. Zeig, dass du es willst. Dass du immer schon wolltest.
Der BH löst sich mit einem Klicken, das sich anhört wie das Öffnen einer Falle. Die Seidenunterwäsche rutscht tiefer, als hätte sie Leben, und enthüllt die Narbe über meiner Hüfte – eine Linie, die ich seit Jahren mit Concealer verdecke. Sue würde lachen, wenn sie wüsste, wie oft ich diese Hautstelle nachts berühre, als könnte ich die Erinnerung an den Sturz wegmassieren: an den Geschmack von Wodka auf der Zunge, an die nackten Schenkel, die damals über die Bettkante baumelten. Wild, flüstert etwas in mir, während die Finger des Chauffeurs den Stoff meiner Kleidung vom Sitz reißen. So wie jetzt.
Nackt bis auf die Strumpfhose, die noch an den Knöcheln klebt, spüre ich, wie die Luft zwischen meinen Beinen zirkuliert. Feuchtigkeit sammelt sich dort, tropft unmerklich auf das Leder, während ich die letzten Zentimeter Nylon abstreife. Der Chauffeur starrt auf den Sitz, doch sein Adamsapfel zuckt – ein winziges Verräterisches Beben. Er riecht es, denke ich plötzlich. Den Moschus, der aus mir aufsteigt. Das Salz.
„Alles“, wiederholt er. Diesmal klingt es wie ein Befehl, der in meinen Nabel kriecht und sich dort festkrallt.
Ich stehe nackt da, die Hände nicht mehr schützend vor dem Schambein, sondern an den Seiten ausgestreckt, als böte ich mich dar. Die Kälte zeichnet jede Pore nach: die Gänsehaut auf den Oberschenkeln, die sich nach Berührung sehnt, der Schweiß, der zwischen den Brüsten perl. Mein Bauch ist nicht perfekt – eine weiche Mulde, die sich beim Ausatmen wölbt –, doch im blassen Licht des Wageninnens sieht er aus wie gemeißelt. Eine Lüge, denke ich, wie alles hier.
Als die Trennscheibe hochfährt, sehe ich sein Profil einen Moment lang im Scheinwerferlicht eines vorbeifahrenden Lkws: harte Kante am Kinn, Pupillen, die sich zu Schlitzen verengen. Er sieht, begreife ich. Durch den Rückspiegel. Durch die Scheiben. Immer.
Die Stille im Wagen ist geladen, als bestehe sie aus Strom. Meine Handflächen pressen sich auf das Leder, saugen die Kälte auf, während zwischen meinen Beinen Hitze brodelt. Ich spreize die Knie bewusst weiter, bis die Schamlippen sich öffnen – ein surrendes Pochen dort, wo ich mich leer und überfüllt zugleich fühle. Der Gedanke, dass er es sieht, dass er weiß, lässt meine Finger verkrampfen.
Als der Wagen anfährt, reibt jedes Schlagloch die nackte Haut am Sitz. Die Brustwarzen kratzen über das Leder, werden rot, werden hart, und mit jeder Kurve presst sich meine Klit an die Oberschenkelinnenseite – ein rhythmisches Streifen, das mich atemlos macht. Ich beuge mich vor, als suchte ich etwas unter dem Vordersitz, doch in Wahrheit will ich nur, dass sein Blick im Spiegel auf meinen Rücken fällt, auf die Vertiefung über dem Po, in die er gestern Abend seine Zigarettenasche fallen ließ, als ich den Vertrag unterschrieb.
Reznik. Sein Name ist ein Feuerwerk unter der Haut. Ich stelle mir vor, wie er in einem dunklen Raum sitzt, die Kameraaufnahmen meiner Entblößung auf einem Bildschirm vor sich. Siehst du, wie meine Hüften zucken, wenn ich mich gegen das Sitzpolster drücke? Siehst du, wie meine Finger heimlich zwischen die Beine gleiten – nur für eine Sekunde –, um die Feuchtigkeit abzutasten, die dort tropft?
Mein Atem malt Kreise auf die Scheibe, aber ich lösche sie nicht. Stattdessen schließe ich die Augen und denke an seine Hände, die gestern den Füller hielten, als ich unterschrieb. An die Adern, die wie Kabel unter der Haut lagen. Genau so, flüstere ich mir zu, während der Wagen in die beschneite Nacht gleitet, genau so wird er mich anfassen. Kalt. Präzise. Als gehöre ich ihm.
Und während sich die Stadt in ein Gewirr aus Lichtern auflöst, spüre ich, wie die Scham sich in Triumph verwandelt. Denn jedes Zittern meines Körpers ist eine List. Jeder Blick, den er stiehlt – ein Geständnis. Ich bin kein Objekt. Ich bin das Feuer, das er zu kontrollieren glaubt. Und er ahnt nicht, wie gern ich brenne.
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Einsatz für Notleidende
Meine Freundin Sue sammelt Geld für in Not und organisiert zu diesem Zweck eine grosse Versteigerung im grossen Stadtsaal. In den Medien ruft sie die Bevölkerung für diesen Anlass Gegenstände, Gutscheine für Aktivitäten als auch persönliche Arbeitsleistungen und Dienste zu schenken, die dann an Versteigerung an den meistbieten gehen. Natürlich bettelt Sue auch bei all ihren Freunden, dass sie etwas für die Aktion geben. Sie betont dass es muss nichts materielles sein, etwas Zeit für ein Dienstleistungsangebot zur Verfügung stellen reiche auch. Dass es bei Arbeit für Fremde auch Übergriffe geben könnte sagt Sue aber nicht...
Updated on Jun 21, 2026
by ann03
Created on Apr 21, 2024
by ann03
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