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Chapter 71 by Bitbuster Bitbuster

War was?

Ich weiß, dass ich nichts weiß

Frisch und ausgeruht erwachte Patrick am nächsten Morgen.
Nach der üblichen Morgenroutine schaute er, entgegen seiner üblichen Gewohnheit, in die Nachrichten und den Kalender.

„Ich muss mir wirklich angewöhnen, da jeden Tag reinzusehen“ sagte er zu sich selbst.
„Keine Nachrichten und auch keine Antwort von Jenny, naja“.
Er schaltete den Computer aus und ging zum Labor.

Dort zog er sich seine Arbeitskleidung an und schaute bei Sophia im Büro vorbei.

„Guten Morgen“
„Guten Morgen mein Kater“

„Sie wedelt wieder mit ihrem Schwanz, irgendwie niedlich“ dachte er und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

„So gut gelaunt?“ fragte sie.
„Noch ist nichts passiert und irgendwie läuft doch momentan alles recht gut“
„Wenn es nicht die Stille vor dem Orkan ist“
„Ähm, Ruhe vor dem Sturm?“ fragte Patrick nach.
„Das sagte ich doch gerade“ antwortete sie etwas irritiert.
„Nein, Du sagtest Stille und Orkan und nicht Ruhe und Sturm“

Sophia überlegte und meinte dann: „Sind Ruhe und Ruhe Synonyme?“

„Wie, Ruhe und Ruhe? Ach,… Moment. Habe ich für Dich gerade zweimal dasselbe gesagt?“
„Ja“ bestätigte sie.
„Ok, blöde Autokorrektur“. Patrick lachte.
„Wieso Autokorrektur, jetzt verstehe ich Dich gerade nicht.“
„Vergiss es, wir schieben das einfach auf den Universalübersetzer. Der unterscheidet offensichtlich manchmal die Begriffe nicht so genau.“
„Hm, Du kannst das gerne mit den Leuten von der Linguistik besprechen, dann haben die auch mal wieder etwas zu tun.“ Nun lächelte auch Sophia. Gleich darauf nahm sie etwas aus dem Augenwinkel wahr und schaute durch ihr Fenster in den Laborraum. „Wir bekommen Besuch“.

„Ja, Koshiko“ meinte Patrick, da es inzwischen wieder ihre üblichen 5 Minuten Verspätung sein müsste.
„Nein, Thea.“
„Oh, was will die denn hier?“
„Das werden wir gleich wissen“ sagte Sophia und wackelte etwas mit dem Kopf.

„Guten Morgen ihr Beiden“ begrüßte Thea die Zwei.

Nachdem die „Wie geht es Euch, wie geht es Dir“ Frage geklärt war, meinte Thea mit einem Augenzwinkern: „Na, war wohl ein heißer Abend gestern“

„Wieso?“ fragte Patrick und auch Sophia schaute kurz zu Patrick und dann wieder zu Thea.

„Naja, kommt ja nicht so häufig vor, dass Du eine von meinen Leuten so kaputtfickst, dass sie am nächsten Tag nicht zum Dienst können.“

„Ähh…“ Patrick holte tief Luft und Sophia sprang schnell dazwischen: „Sie war wohl ziemlich ausgehungert, da kann man schnell übertreiben, oder ist das bei Menschen nicht so?“

Thea zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht, so gut kenne ich Menschen dann doch nicht. Aber darum bin ich nicht hier. Ich hätte Patrick gerne zu einem kleinen Selbstverteidigungskurs eingeladen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf einen Planeten gehen, wird ja nun immer größer.“

Sophia nickte und schaute zu Patrick. „Willst Du gleich morgen an dem Kurs teilnehmen?“

„Öhm, ja, kann ich machen“ antwortete er und schaute zu Thea.

„Prima, dann morgen 0830 auf dem Holodeck in Sportkleidung, bis später“ und schon war Thea wieder unterwegs zu ihrem nächsten Ziel.

„Was war das denn gerade?“ fragte er Sophia.

„Sie muss nicht wissen, dass Jenny **** war. Es ist eine Ausnahmesituation und Thea würde sie höchst wahrscheinlich bestrafen, wenn sie wüsste, dass jemand nicht zum Dienst kommt, weil er seinen Rausch ausschläft.“

„Hm…“

„Wenn das noch einmal passieren sollte, dann kannst Du es Thea immer noch erzählen, aber so…“

Patrick nickte und sah, wie Sophia wieder den Kopf zum Fenster drehte.

„Jetzt ist es Koshiko“
„Gut, dann gehe ich analysieren“
„Ja, analysiere Du, viel Spaß“

Patrick verließ das Büro und ging, nachdem er Koshiko begrüßt hatte, vor in den Probenraum.

Die Arbeit ging immer zügiger und kaum hatte Patrick ein Probenstück abgeschnitten, nahm es sich Koshiko auch schon und brachte es zur Analyse. Nach einiger Zeit meinte sie dann zu ihm: „Willst Du heute keine Pause machen?“

„Wie spät ist es denn?“
„Schon 12:10“
„Oh“, er legte den Probenschneider zur Seite und ging mit ihr zu den Umkleideräumen.

Das Mittagessen verlief wie gewohnt schweigsam. Zwar schaute Koshiko immer mal wieder auf zu ihm, drehte dann aber schnell den Kopf, wenn er in ihre Richtung schaute.

„Wenn Du mich etwas fragen möchtest, dann frag‘ einfach“ versuchte er ihr zu helfen.
„Du weißt, welchen Wochentag wir heute haben?“
Patrick schaute etwas verwundert und überlegte. „Äh, Sonnabend, stimmt, gestern war ja Freitag“
„Eben. Hattest du dir für die Wochenenden nicht immer die freien Tage eingeteilt?“
„Äh…ja.“ Er kratzte sich etwas verlegen das Kinn und Koshiko kicherte leise.
„Dann hätte ich heute frei und war trotzdem im Labor. Hm…dabei habe ich doch keine festen Arbeitszeiten“

Patrick nippte an seinem Tee und erklärte dann: „Egal, dann arbeite ich heute eben den ganzen Tag, hatte ja nichts anderes geplant“.

Wieder im Labor ging er zu Sophia ins Büro.

„Du hättest mir auch sagen können, dass ich heute frei gehabt hätte.“
„Ach so, ich war davon ausgegangen, dass du nur hier herkommst, wenn du mithelfen möchtest. Oder wolltest du mich einfach nur sehen?“ Dabei schaute sie ihn mit großen Augen an und er konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

„Schon gut, ich ziehe mich dann wieder um“

Hätte er ein besseres Gehör gehabt, dann hätte er ihr leise gesäuseltes „ach ja… mein Kater“ beim Verlassen des Büros wahrgenommen.

Der Nachmittag verlief ebenfalls ruhig und mit einem betonten „Dann bis Montag“ verabschiedete er sich und ging in sein Quartier.

Patrick hatte sich gerade wieder einen Becher Tee repliziert, als er das rote Blinklicht an der Konsole bemerkte.

„Computer: Neue Nachricht abspielen“
„Keine neuen Sprachnachrichten vorhanden. Zwei neue Termineinträge vorhanden.“
„Computer: neue Termineinträge abspielen“

„Erster neuer Eintrag, heute 08:43: Termineintrag für morgen, Sonntag 08:30 Thea Krkell Holodeck 2. Möchten Sie jetzt die Terminanfrage bestätigen?“

„Ja, Termin bestätigen“

„Zweiter neuer Eintrag, heute 12:35: Terminanfrage heute 18:30 Jenny Everdeane Messe 1. Möchten Sie jetzt die Terminanfrage bestätigen?“

„Ja, Termin bestätigen“

Die Computerstimme verstummte und er schaute zur großen Digitalanzeige.

Noch eine Stunde. Hm, sollte ich jetzt was essen oder nachher mit ihr zusammen?“ überlegte er. „Vielleicht will sie auch gar nichts essen und hat die Messe nur als neutralen Ort gewählt?“

Während er überlegte, war er ans Fenster getreten und schaute hinaus ins All.

In kleinen Streifen zeigten sich die verschiedenen Sterne, Planeten und Sonnen und die ganzen anderen Körper, wie er inzwischen gelernt hatte.

Müsste ich jetzt nicht in Richtung Erde schauen und an meine Heimat denken?“ fragte er sich und stellte fest, dass er sich inzwischen auf das Abenteuer eingelassen hatte und nicht wirklich in sein altes Leben zurück wollte. Natürlich kannte er bisher nur das Schiff und auch wenn ihm Svea und viele andere versprochen hatten, 'in Kürze' auf einen Planetenausflug mitgehen zu dürfen, so war er unschlüssig, ob ihm das Schiff mit den Holomöglichkeiten nicht ausreichte.

Entschlossen stapfte er zum Replikator, bestellte sich einen Tee und kramte in der Schreibtischschublade nach einem PADD.

Aus der Schiffsbibliothek lud er sich ein Werk mit dem Titel: „Das Universum verstehen - für Einsteiger“ herunter und begann zu lesen.

Pünktlich um 18:15 signalisierte ihm der Computer, dass es Zeit war, sich für das Treffen mit Jenny fertig zu machen.

Schüchtern, zickig oder scheu?

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