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Chapter 19 by Daemony Daemony

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Heikes Lüge

Heikes Gedanken rasten, während sie versuchte, sich einen Ausweg auszudenken. Das kalte Metall der Handschellen schnitt in ihre Handgelenke, ihre Waden verkrampften sich, weil sie auf Zehenspitzen balancieren musste. Ihre Bewacher waren unerbittlich, und die drohend aufragende Gestalt von Hauptmann Khaled sagte ihr, dass es keinen Spielraum für Fehler gab. Nur eines wusste sie mit Sicherheit: Sie musste Zeit gewinnen. Lügen könnte dafür ihre einzige Option sein. Aber wenn man sie durchschaute, wären die Konsequenzen verheerend.

Ihr Herz pochte bis zum Hals, als eine Idee Gestalt annahm. Am Tag zuvor hatte sie den Lieferdienst gerufen, einen freundlichen jungen Händler, der darauf bestanden hatte, ihr die Waren direkt ins Haus zu liefern. Er war übermäßig freundlich gewesen, aber nichts an der Interaktion schien zu diesem Zeitpunkt ungewöhnlich gewesen zu sein. Was wäre, wenn sie ihn als Sündenbock benutzen würde? Es war sicher unfair, ihn in die Sache hineinzuziehen, aber es war besser, als zuzugeben, dass sie keine Antworten hatte.

Sie holte zitternd Luft. „Also gut“, sagte sie mit bebender Stimme. „Ich ... ich glaube, ich weiß, wer der Kontaktmann ist.“

Khaled kniff die Augen zusammen und verschränkte die Arme. “Reden Sie weiter.“

„Da war dieser Mann“, begann sie und **** sich, selbstsicher und überzeugend zu klingen. „Er hat mir Lebensmittel ins Haus gebracht – nur ein paar Kleinigkeiten. In einer der Packungen fand ich dann diesen Zettel...“

Khaled musterte sie aufmerksam, sein Gesichtsausdruck war nicht zu deuten. „Wo ist dieser Zettel jetzt?“

"Ich habe ihn zerrissen und die Toilette hinuntergespült", stieß sie hastig hervor. Sie erkannte, dass sie auf einem schmalen Grat wandelte. Sie durfte keine Behauptungen aufstellen, die leicht zu widerlegen waren.

"Das war sehr dumm von Ihnen", grollte er verärgert, "Wie heißt der Mann?"

"Das weiß ich leider nicht. Er sagte, er käme vom Lieferdienst. Das können Sie doch sicher überprüfen", versuchte sie, sich aus der Klemme zu befreien, in die sie sich mit ihrer unbedachten Geschichte selbst gebracht hatte. Aber Khaled ließ sie nicht von der Angel.

"Wie sah er aus?"

Heike zerbrach sich den Kopf, holte Details aus ihrem Gedächtnis und schmückte sie aus, um die Geschichte überzeugender zu machen. „Er war älter, vielleicht in den Fünfzigern, und ziemlich dick, fett sogar. Mit einem schwarzen Dreitagebart und stoppligen Haaren. Er trug westliche Kleidung und sprach Englisch mit starkem Akzent.“

Khaled tauschte einen Blick mit einem seiner Männer aus, der nickte und den Raum verließ, vermutlich um ihre Geschichte zu überprüfen. Die Stille, die darauf folgte, war erdrückend. Heikes Arme schmerzten vom Hängen an den Ketten und ihr Puls pochte in ihren Ohren, während sie wartete.

Minuten fühlten sich wie Stunden an, bis der Mann zurückkam und Khaled etwas ins Ohr flüsterte. Khaleds Gesichtsausdruck verdunkelte sich und er wandte sich wieder Heike zu.

„Den Mann, den sie beschrieben haben, gibt es tatsächlich. Wir werden jetzt Ihre anderen Aussagen prüfen“, kündigte er mit eisigem Ton an. „So lange bleiben Sie hier in Gewahrsam. Wenn Sie gelogen haben, werden Sie es bereuen.“

Heike fühlte sich erleichtert, verbarg dies aber schnell, da sie wusste, dass sie noch nicht außer Gefahr war. „Ich lüge nicht“, erklärte sie mit ruhiger Stimme. „Ich möchte nur helfen, die Täter zu fassen.“

Khaled winkte unbeeindruckt ab und verließ grußlos den Raum.

Nur einer der Wächter blieb zurück. Der wartete, bis draußen vor der Tür alles ruhig war, dann stand er von seinem Hocker auf. Mit einem Funkeln in den Augen umkreiste er die nackte Gefangene wie ein Raubtier eine angebundene Beute. Er streckte eine Hand aus und ließ, während er sich weiterbewegte, seine Finger locker über ihren Bauch, ihre Seiten und ihren Rücken gleiten. Heike versuchte, ihm mit den Augen zu folgen, doch als er hinter sie trat, verlor sie ihn aus dem Blickfeld. Stattdessen zuckte sie erschrocken zusammen, als seine beiden Hände auf ihr Hinterteil klatschten und anfingen, es grob zu kneten.

"He! Lassen Sie das. Oder ich schreie", warnte sie.

Er ließ tatsächlich von ihr ab und erleichtert durch ihren vermeintlichen Erfolg beruhigte sich Heike ein wenig. Doch sie musste erkennen, dass dies ein Irrtum war. Eine Gänsehaut lief ihren Rücken herunter, als er sich nach vorne lehnte und ihr direkt ins Ohr knurrte.

"Wir wollen doch nicht, dass du wieder Khaled herbeirufst, nicht wahr?" Mit diesen Worten stopfte er ihr rücksichtslos sein Halstuch zwischen die Zähne. Es schmeckte nach Staub und Schweiß. Heike wollte es ausspucken, doch er verknotete es straff hinter ihrem Nacken. "So, jetzt sind wir schön ungestört."

Heikes Augen wurden groß vor Angst, als sie hörte, wie er hinter ihr seinen Reißverschluss öffnete.

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