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Funktionstest bei Maison Beauté

Die U-Bahn-Fahrt nach Charlottenburg verstrich in bedrückender Stille. Unter dem Denim meiner Hose scheuerten die halterlosen Strümpfe unbarmherzig an den wunden Striemen des Wochenendes, und der stählerne Ring fraß sich bei jedem Schaukeln des Waggons tiefer in mein Becken. Ich rechnete fest mit der üblichen, erniedrigenden Routine bei *Maison Beauté*: etwas Nachlasern im Intimbereich, das spöttische Geplänkel von Chiara und Selin und Loonas kühle Aufsicht vom Sessel aus.

Als ich um 14:28 Uhr die Glastür des Instituts aufdrückte, empfing mich der schwere Duft von Orchideen und warmem Wachs. Chiara blickte vom Empfang auf, tippte mit ihren manikürten Nägeln auf die Tastatur und grinste vielsagend.

„Pünktlich, John. Kabine drei. Loona wartet schon. Du weißt ja: Schuhe und Hose aus, rauf auf die Liege.“

Ich nickte stumm, ging den Flur hinab und betrat den Behandlungsraum. Loona saß entspannt im Ledersessel in der Ecke, nippte an einem Glas Wasser und scrollte durch ihr Smartphone.

„Zieh dich aus“, sagte sie beiläufig, ohne aufzusehen. „Selin kommt gleich mit den Kühlpads für den Laser.“

Ich öffnete den Gürtel, schob die Jeans und die Feinstrümpfe über die Knie und drehte mich zur Liege, um mich hinzulegen. Doch noch ehe ich mich setzen konnte, traten Selin und Chiara gemeinsam herein – Selin mit dem Tablett voller Desinfektionsmittel, Chiara neugierig hinterher.

Beide blieben wie angewurzelt stehen, als ihr Blick auf meine Kehrseite fiel.

„Heilige Scheiße…“, entfuhr es Chiara mit einem ungläubigen Kichern, während sie die Arme verschränkte und näher trat. „Selin, sieh dir das an! Da hat aber jemand ganze Arbeit geleistet.“

Die violett und dunkelrot nachgedunkelten Striemen zogen sich quer über meine Pobacken, den Rückenansatz und die oberen Oberschenkel. Selin stellte das Tablett ab, trat direkt hinter mich und strich mit zwei kühlen, behandschuhten Fingerspitzen sanft über eine geschwollene Strieme auf meiner linken Gesäßhälfte. Ein unwillkürliches Zittern durchlief meine Muskeln.

„Geflochtenes Leder, eindeutig“, stellte Selin mit fachmännischer Faszination fest. Ihre Finger glitten langsam über die Kante der Schwellung. „Präzise gesetzt, ordentlich Zug dahinter. Die Haut brennt sicher wie Feuer.“

*Klatsch!*

Der Hieb traf mich ohne jede Vorwarnung. Chiara hatte mit der flachen Hand schwungvoll zugetreten – genau auf die empfindlichste Stelle meines Gesäßes. Ein schneidender Schmerz explodierte auf der gereizten Haut; ich keuchte laut auf, zuckte heftig zusammen und klammerte mich am Rahmen der Liege fest.

Chiara kicherte hemmungslos über mein Aufkeuchen, während Selin amüsiert grinste.

„Klingt gut, gibt einen satten Ton“, witzelte Chiara, sah mit leuchtenden Augen zu Loona hinüber und neigte den Kopf. „Sag mal, Loona… warst du das allein, oder habt ihr euch Verstärkung geholt? Dürfen Selin und ich eigentlich auch mal ran, wenn er hier das nächste Mal antanzt? So eine kleine Abreibung vor dem Lasern lockert die Muskulatur bestimmt ungemein.“

Loona blickte von ihrem Smartphone auf. Ein feines, überaus zufriedenes Lächeln trat in ihre Mundwinkel. „Eine Freundin aus Friedrichshain hat am Wochenende ein wenig nachgeholfen. Aber wer weiß… wenn er sich heute dumm anstellt, dürft ihr euch gerne einbringen.“

Ich stand mit brennendem Hintern und glühend roten Ohren da, unfähig, den Blick zu heben, während die drei Frauen mich musterten wie ein präpariertes Ausstellungsstück.

„So, jetzt aber rauf auf die Liege, John“, wies Selin mich feixend an. „Rückenlage, Beine auseinander.“

Ich legte mich auf das weiße Kunstleder. Die Striemen drückten nun stumpf gegen die Unterlage, während der Chirurgenstahlkäfig und das M10-Gewinde stumm nach vorn ragten.

Genau in diesem Moment öffnete sich die Tür erneut.

Ein Hauch von Sandelholz und kühler Eleganz flutete den Raum, als Vanessa eintrat. Sie trug ihren beigefarbenen Kaschmirmantel über einem schlichten Seidenkleid, die Haare perfekt frisiert, und hielt eine dezente, mattschwarze Papiertasche in der Hand.

„Hallo, Chiara. Guten Tag, Selin“, grüßte Vanessa die beiden Kosmetikerinnen mit jener weltgewandten Höflichkeit, die sie hier als langjährige, geschätzte Stammkundin auszeichnete.

„Frau Richter, wie schön!“, erwiderte Selin mit einem strahlenden Lächeln. „Wir sehen uns doch ohnehin am Donnerstag zur Gesichtsbehandlung?“

„Ganz genau, darauf freue ich mich schon“, nickte Vanessa verbindlich, ehe ihr Blick beiläufig hinab zur Liege glitt, auf der ich entblößt und zitternd im grellen Scheinwerferlicht lag.

Ihre eisblauen Augen musterten mein glühend rotes Gesicht und den stählernen Zylinder zwischen meinen Schenkeln mit distanzierter, fast amüsierter Kühle. Eine Augenbraue hob sich minimal.

„Sieh an, John“, sagte sie mit samtener Schärfe. „Immer noch so schreckhaft bei Routinebesuchen? Du solltest dich allmählich daran gewöhnen, dass dieser Körper nicht mehr nach deinen Launen funktioniert. Hoffentlich machst du den Damen heute keine Umstände.“

Sie wandte sich wieder ab, trat an den Sessel und stellte eine gepolsterte Schatulle auf das Beistelltischchen neben Loona.

„Ich muss sofort weiter, Loona, mein Anschlusstermin am Kurfürstendamm beginnt gleich“, sagte sie und strich sich im Vorbeigehen die Handschuhe glatt. „Die Lieferung aus der Werkstatt ist vorhin bei mir abgegeben worden. Ich wollte es dir nur kurz persönlich übergeben, damit du es bei dir verwahrst.“

Vanessa verabschiedete sich mit einem kurzen Nicken in die Runde und verließ mit leisem Absatzklappern den Raum. Die Tür fiel sanft ins Schloss.

Kaum war meine Stiefmutter fort, trat Selin feixend an den Beistelltisch. „Was hat Frau Richter denn da Schönes hinterlassen?“

Loona legte ihr Telefon beiseite, stand auf und öffnete den Deckel der Schatulle. Auf dem dunklen Samt lag eine gegossene, anthrazitfarbene Silikonprothese, an deren Unterseite ein M10-Innengewinde aus poliertem Edelstahl glänzte. An der Basis befand sich eine kleine, versenkte Taste mit einer dezenten LED-Fassung.

„Ein Upgrade für das Gewinde“, stellte Loona fest und hob das Teil prüfend an.

Chiara beugte sich sofort mit leuchtenden Augen vor. „Warte mal… ist da etwa ein Motor drin? Ernsthaft, ein integrierter Vibrator?“

„Scheint so“, antwortete Loona mit einem kühlen Lächeln.

„Oh mein Gott, schraub das an!“, forderte Chiara sie begeistert auf und klopfte mit den flachen Händen gegen das Polster der Liege. „Los, Loona, wir müssen sehen, wie das aussieht! Du kannst ihn doch jetzt nicht einfach nur lasern, wenn ihr so ein Teil hier liegen habt!“

„Ganz genau“, stimmte Selin lachend ein und verschränkte die Arme. „Probier es an ihm aus. Wir wollen den Funktionstest sehen!“

Eine Welle glühender, lähmender Scham schlug über mir zusammen. Ich lag mit gespreizten Beinen vor drei jungen Frauen, wehrlos auf dem Kunstleder, während sie über mich debattierten wie über eine Schaufensterpuppe.

„Bitte… nicht hier…“, brachte ich mit heiserer, erstickter Kehle hervor.

Loona wandte ihren Blick langsam zu mir. Sie sah mein hochrotes Gesicht, die Schweißperlen auf meiner Stirn und das panische Zittern meiner Hände, die sich krampfhaft in das Polster der Liege krallten.

In ihren Augen blitzte etwas auf. Ein dunkles, unverkennbares Glänzen trat in ihre Pupillen, ihre Wangen röteten sich leicht, und ihre Lippen teilten sich zu einem feinen, beinahe berauschten Lächeln. Mein nacktes Entsetzen und meine vollkommene Scham wirkten auf sie wie ein starkes Rauschmittel. Sie genoss es sichtlich – es machte sie unübersehbar scharf, mich vor den beiden Kosmetikerinnen in dieser absoluten Hilflosigkeit vergehen zu sehen.

„Mund halten, John“, flüsterte Loona mit heiserer, samtener Stimme, trat an das Fußende und strich sich langsam mit der Zunge über die Lippe. „Die Damen wollen eine Vorführung. Und du wirst uns demonstrieren, wie gehorsam du funktionierst.“

Selin griff grinsend nach einer Tube Gleitmittel und benetzte das M10-Gewinde an der Spitze meines Käfigs. Loona beugte sich vor, setzte die massive Attrappe an und drehte.

Das Metall fasste mit einem leisen, schleifenden Ton. Mit jeder vollen Umdrehung nach rechts zog sich das Gewinde tiefer fest, und der Basisring am Damm wurde mit gnadenlosem Hebel strammer gegen meine Schambeinkante gepresst. Nach vier Umdrehungen saß die schwere Silikonform bombenfest an meinem Schritt, eine fremde, massive Silhouette.

Chiara kicherte aufgeregt. „Und jetzt mach es an!“

Loonas Finger wanderte langsam an die Basis der Prothese. Sie blickte mir dabei tief in die Augen, vollkommen berauscht von meiner Qual, und drückte die Taste.

Ein winziges blaues Licht glimmte auf – und der Motor setzte mit einem tiefen, sonoren Summen ein.

Im selben Atemzug riss es mir schlagartig die Luft aus den Lungen.

Die Vibrationen blieben keineswegs im Silikon. Weil die Attrappe starr mit dem Verschluss meines Käfigs verschraubt war, übertrugen sich die hochfrequenten Schwingungen des Motors ungedämpft über die Schraube direkt auf das Stahlgehäuse – und von dort mit voller Wucht auf den massiven Ring an meiner Wurzel.

Es war eine grausame, doppelte Strafe: Die mechanischen Impulse hämmerten unmittelbar gegen die empfindlichen Nervenbahnen am Damm. Sie erzeugten eine verzweifelte, brennende Erregung, die mein eingesperrtes Glied hilflos gegen die Längsstreben drängen ließ – doch jede minimale Schwellung wurde von dem vibrierenden Stahl zermalmt und in schneidenden Schmerz verwandelt. Ich zuckte unwillkürlich zusammen, mein Becken bäumte sich leicht auf, und ich biss mir so fest auf die Unterlippe, dass ich Eisen schmeckte. Mein ganzer Unterleib war zu einem gefangenen Resonanzkörper geworden.

„Gott, sieh dir an, wie er zuckt!“, rief Chiara fasziniert aus und klatschte in die Hände. „Er spürt das komplett durch das Metall!“

Loona lehnte sich noch dichter über mich. Ihr Atem ging schneller, warm und nach Vanille duftend, und ihre Augen brannten vor unbarmherziger, dunkler Lust, während sie beobachtete, wie ich unter den Vibrationen und der Demütigung fast verging.

„Gefällt es dir, John?“, flüsterte sie mit bebender Stimme an meinem Ohr. „Spürst du, wie wenig Kontrolle du noch hast? Du gehörst mir. Jeder einzelne Nerv in deinem Körper gehört mir.“

Sie schaltete die Vibration nicht ab. Sie ließ das Summen weiter durch mein Becken jagen, während Selin gut gelaunt das Kühlgel für den Laser vorbereitete.

Das tiefe, mechanische Summen des Motors bohrte sich wie eine endlose Kaskade elektrischer Nadelstiche in meine Scham. Die Vibrationen fraßen sich durch das M10-Gewinde, rüttelten an den starren Längsstreben und schlugen als erbarmungsloser Dauerdruck gegen den Basisring am Damm. Jeder Impuls sendete eine Welle verzweifelter Erregung durch mein Becken, die sofort an der eisernen Begrenzung zerschellte und als glühender Krampf nachhallte.

„So, Liebes, mach das Ding erst mal wieder aus, sonst springt er uns noch von der Liege“, sagte Selin mit einem amüsierten Glucksen, strich sich die Einweghandschuhe glatt und griff nach der Tube mit dem transparenten Kontaktgel.

Loona drückte die Taste an der Basis der Prothese. Das Summen erstarb abrupt. Die plötzliche Stille im Raum fühlte sich an wie ein dumpfer Schlag. Mein Atem ging keuchend, während der Zylinder heiß und schwer an meinem Unterleib pochte.

„Abschrauben?“, fragte Loona mit einem vielsagenden Blick auf mein zuckendes Becken.

„Nein, lass es drauf“, winkte Chiara lachend ab, während sie den Rollwagen mit dem Diodenlaser näher an die Liege schob. „Erstens hat Selin dann mehr Hebel, um an die Hautfalten heranzukommen, und zweitens sieht er so einfach viel dekorativer aus. Ein echter Blickfang für unsere Kartei.“

Selin verteilte das eiskalte Gel mit routinierten, festen Strichen auf meinen kahlgelaserten Oberschenkeln, strich über die violetten Striemen des Wochenendes und sparte auch den Dammbereich rund um den stählernen Ring nicht aus. Der Kontrast zwischen der brennenden Hitze im Metall und der Kälte des Gels ließ mich unwillkürlich zusammenzucken.

„Beine weiter spreizen, John“, wies Selin mich mit geschäftsmäßiger Härte an. „Füße ganz nach außen auf die Stützen. Und Kopf unten lassen.“

Sie setzte das massive Handstück des Lasers direkt an die Innenseite meines rechten Oberschenkels an.

*Piiiep – Klick.*

Ein stechender Hitzeblitz schoss durch meine Poren. Der Geruch von verbranntem Keratin und Ozon stieg sofort in die klimatisierte Raumluft.

*Piiiep – Klick. Piiiep – Klick.*

Selin arbeitete sich in schnellen, rhythmischen Impulsen vorwärts. Jeder Lichtimpuls traf die von Nadjas Gerte noch berührungsempfindliche Haut wie ein Nadelstich. Ich biss die Zähne zusammen, presste die Hände in das weiße Polster der Liege und starrte starr an die Decke, während die schwere Silikonattrappe bei jedem meiner Atemzüge wie ein stummes Mahnmal zwischen meinen Beinen wippte.

Loona hatte sich wieder in den Ledersessel sinken lassen. Sie nippte an ihrem Wasserglas, die Beine elegant übereinandergeschlagen, und beobachtete jeden einzelnen Lichtblitz mit der ruhigen, possessiven Zufriedenheit einer Züchterin, die ihr Eigentum begutachtet.

„Kein einziges Haar mehr an den Schenkeln“, bemerkte sie beiläufig zu Selin. „Es soll schließlich alles absolut makellos bleiben.“

„Keine Sorge, Loona“, erwiderte Selin, ohne in ihrer Bewegung innezuhalten. „Die Haarwurzeln sind so gut wie verödet. Bei der nächsten Sitzung ist die Haut weich wie ein Pfirsich.“

Sie setzte das Handstück nun direkt an die Übergangszone zwischen Damm und Basisring. Um die Haut zu straffen, packte Selin mit der behandschuhten Hand ohne jede Zurückhaltung die montierte Attrappe und zog sie mit festem Ruck zur Seite. Der Hebel übertrug sich sofort auf das M10-Gewinde: Der stählerne Ring bohrte sich schneidend in meine Schambeinkante.

*Piiiep – Klick.*

Ein Schrei erstickte in meiner Kehle. Die Tränen schossen mir in die Augen.

„Ganz stillhalten, Schätzchen“, mahnte Chiara spöttisch vom Kopfende der Liege aus. Sie hatte ein Vergrößerungsglas herangezogen und beugte sich über mein Gesicht. „Wir sind untenrum ja gleich durch. Aber deine Augenbrauen… also wirklich, John, ein bisschen mehr feminine Kontur kann dein Gesicht schon vertragen.“

Sie griff nach einer silbernen Pinzette. Während Selin am Damm den nächsten Laserimpuls auslöste, begann Chiara mit gnadenloser Präzision, die Härchen über meiner Nasenwurzel und an den Brauenbögen auszuzupfen. Jeder Ruck riss an den Nervenbahnen meines Gesichts, während unten das Laserlicht brannte und die Attrappe wie ein Bleigewicht an meinem gefesselten Fleisch zerrte.

„Siehst du, wie brav er stillhält?“, bemerkte Loona leise, stand auf und trat neben Chiara an die Liege.

Sie legte ihre Hand auf meine Stirn, strich mir tröstend ein paar feuchte Haarsträhnen aus den Augen und sah mit jenem grausam-sanften Lächeln auf mich herab.

„Gleich hast du es überstanden, mein Kleiner“, flüsterte sie, während Chiara die gezupften Linien mit einem kühlen Alkoholtuch abtupfte. „Selin schraubt das schwere Teil gleich wieder ab, damit du heute Nachmittag deine Besorgungen machen kannst. Halt noch zwei Minuten durch.“

Chiara trat einen Schritt zurück, neigte den Kopf und begutachtete ihr Werk im grellen Deckenlicht mit kritischem Blick.

„Perfekt“, urteilte sie und klopfte mir mit der flachen Hand leicht gegen die Wange. „Viel definierter. Nicht mehr so wuchernd studentisch. Jetzt fehlt nur noch die Brust.“

Sie griff nach einer Schale mit einer silbrig schimmernden Gelmaske und einem breiten Fächerpinsel. Während Selin am Fußende der Liege die Kühllotion auf meinen gelaserten Oberschenkeln verteilte, strich Chiara die feucht-kühle Paste mit gleichmäßigen Zügen über mein Schlüsselbein und den haarlosen Brustkorb. Der herbe, süßliche Duft nach weißem Pfirsich und Hyaluron legte sich schwer über die klinische Luft des Behandlungszimmers. Jeder Pinselstrich fühlte sich an wie eine glättende Schicht Wachs, die jede Erinnerung an maskulines Aussehen millimetergenau übertünchte.

„Tief einatmen, Schätzchen“, sagte Chiara und drückte mit den Fingerspitzen sanft nach. „Das strafft das Gewebe und macht die Haut seidig weich. Genau das Richtige für feine Seidenblusen.“

Am Fußende trat Selin an das metallene Gestell heran. Ihre behandschuhten Hände umfassten die schwere, anthrazitfarbene Silikonprothese.

„So, dann befreien wir dich mal wieder von dem Geschoss“, sagte sie mit einem spöttischen Lächeln.

Sie drehte die Attrappe gegen den Uhrzeigersinn. Das M10-Gewinde gab mit einem leisen, metallischen Schaben nach. Mit jeder Umdrehung ließ der hebelnde Zug auf den Basisring am Damm ein Stück nach. Als das schwere Teil schließlich vollständig gelöst war und Selin es vom Gewindebolzen an der Käfigspitze zog, fuhr ein tiefer, beinahe taumelnder Schauder der Entlastung durch mein Becken.

Doch die Erleichterung war eine Illusion: Die Leere an der Spitze machte die Kälte des Zylinders nur noch deutlicher. Der Chirurgenstahlkäfig saß weiterhin unverrückbar an Ort und Stelle, der kleine Vorhängeschlossbügel hielt das Fleisch in den Längsstreben versiegelt, und das offene Gewinde ragte nun wieder kahl und stumm nach vorn.

Loona trat heran, nahm die Attrappe mit einem Tuch entgegen und bettete sie sorgfältig in den dunklen Samt der Schatulle. Sie schloss den Deckel mit einem satten Klicken.

„Einpacken und gut verstauen“, sagte Loona ruhig, während sie die Box in ihrer Tasche verschwinden ließ. Dann wandte sie sich mir zu, während Chiara mir die Reste der Maske mit einem feuchten Tuch von der Brust strich. „Aufstehen, John. Du hast getrödelt, es ist fast halb vier.“

Ich richtete mich mühsam von der Liege auf. Jeder Muskel im unteren Rücken protestierte gegen die Bewegung. Meine Beine zitterten, die Haut brannte wie nach einem Sonnenbrand, und das feine Ziepen der frisch gezupften Brauen pulsierte an meinen Schläfen.

„Zieh dich an“, wies Loona mich an und reichte mir die zusammengerollten Halterlosen. „Den Einkaufszettel habe ich dir aufs Handy geschickt. Du fährst direkt zum KaDeWe in die Feinkostabteilung. Frische Trüffelbutter, San Daniele und zwei Flaschen von dem Sancerre, den Vanessa so schätzt. Wenn du bis fünf Uhr nicht in der WG bist, schlägt *Kidslox* Alarm.“

„Ja, Loona“, antwortete ich leise.

Mit brennenden Oberschenkeln zog ich das feine Nylon über meine geschundene Haut. Die Silikonbänder fraßen sich in die wunden Stellen, der Spitzenstoff meiner Unterwäsche scheuerte am Metall, und als die dunkle Jeans darüber glitt, wirkte ich von außen wieder wie der gewöhnliche Student der Charité. Doch als ich im Spiegel über dem Waschbecken einen flüchtigen Blick auf mein Gesicht warf, starrte mich ein Fremder an: Die Augenbrauen waren zu geschwungenen, fast zarten Bögen ausgedünnt, die Haut im Gesicht gerötet, und unter dem hohen Kragen meines Pullovers drückte der Samt-Choker wie ein stummes Halsband gegen meine Kehle.

Chiara und Selin winkten mir feixend hinterher, als ich an die Kasse trat, um die Rechnung mit der von Loona übergebenen Karte zu begleichen.

„Bis zum nächsten Mal, John“, flötete Chiara mit unverhohlenem Spott. „Das nächste Mal bringen wir noch ein bisschen Farbe ins Spiel!“

Draußen schlug mir die kühle Berliner Herbstluft ins Gesicht. Jeder Schritt über die Uhlandstraße hinüber zum Ku’damm war eine mechanische Qual: Das offene M10-Gewinde rieb bei jedem Schritt am Innenstoff meiner Hose, während das stählerne Gehäuse den Rhythmus meiner Schritte diktierte. Auf dem Weg zur U-Bahn hielt ich den Kopf gesenkt, getrieben von der panischen Furcht, ein Passant könnte die unnatürliche Symmetrie meiner gezupften Brauen oder den Duft nach Pfirsich und Intimcreme bemerken, der mich wie eine unsichtbare Wolke umgab.

Im Untergeschoss des KaDeWe herrschte geschäftiges Treiben. Gut gekleidete Damen und Herren drängten sich um die Vitrinen mit Käse, Kaviar und Wein. Ich bewegte mich steif zwischen den Regalen, klammerte mich an den kleinen Einkaufskorb und arbeitete die Liste ab. Als ich an der Delikatessentheke wartete, bemerkte ich die irritierten Blicke einer älteren Dame neben mir, deren Augen kurz an meinem Kragen und meinen glänzenden Fingernägeln hängen blieben. Mein Puls raste; die Demütigung, in diesem Zustand unter fremden, bürgerlichen Menschen zu stehen, ließ das Blut heiß in meine Ohren schießen.

Pünktlich um 16:52 Uhr – acht Minuten vor Ablauf des *Kidslox*-Countdowns – schloss ich die Wohnungstür der Steglitzer Altbauwohnung auf.

Die Wohnung lag still da. In der Küche stellte ich die schweren Papiertüten ab, räumte die Delikatessen akkurat in den Kühlschrank und drapierte den Wein auf der Anrichte. Erst als ich ins Wohnzimmer trat, bemerkte ich die Reisetasche, die neben dem Schreibtisch stand.

Loona kam aus ihrem Zimmer. Sie hatte das Etuikleid gegen bequeme Loungewear getauscht, trug eine Tasse Tee in der Hand und musterte mich kühl.

„Pünktlich. Sehr brav, John“, sagte sie und warf einen Blick auf die Kühlschranktür. Dann deutete sie mit der Teetasse auf die Reisetasche. „Pack deine Sachen für das Wochenende. Richard hat uns eingeladen.“

Ich stutzte. „Vater?“

„Er hat vor seiner großen Fachtagung in Genf ein langes Wochenende in einem Boutique-Wellness-Hotel im Havelland gebucht. Ein kleiner Familienausflug. Vanessa und ich haben beschlossen, dass du mitkommst.“

Ein eisiges Frösteln kroch meine Wirbelsäule hinauf.

„Richard freut sich darauf, seinen disziplinierten Sohn ein paar Tage um sich zu haben“, fuhr Loona mit einem feinen, grausamen Lächeln fort und trat so dicht an mich heran, dass ich ihren Vanilleduft einatmete. Sie hob die Hand, strich mit einem Fingernagel über meine gezupfte Augenbraue und ließ die Hand dann langsam hinab zu meinem Schritt gleiten, wo sie das Gewinde durch den Jeansstoff fest umfasste.

„Und wir beiden freuen uns darauf, dich im Hotelrestaurant und im Spa-Bereich zu präsentieren“, wisperte sie an meinem Ohr.

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