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Chapter 17
by
Daemony
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Eva wäscht sich
Die Kälte war längst in ihre Glieder gekrochen und begegnete der inneren Kälte, die sich in ihrem Magen bildete und in konzentrischen Wellen in Evas Körper ausbreitete und sie erstarren ließ.
Ihr Kleid war zerrissen, dreckverschmiert und fleckig vom Blut ihrer Hände. Die Kratzer auf den Handflächen brannten und ihre Knie pochten in einem dumpfen ****. Auch wenn sie lieber sitzen geblieben wäre, musste sich sich zwingend um sich selbst kümmern. Sie erhob sich langsam, das Bett knarrte unter der Gewichtsverlagerung.
Sie schleppte sich zu der angeschlagenen Waschschüssel auf dem Tisch. Der Krug, der daneben stand, war voll. Gut so, dann musste sie die Kammer nicht verlassen, um frisches Wasser zu holen.
Mit steifen Fingern öffnete sie die Knöpfe an ihrem Kleid, bis es raschelnd zu Boden glitt. Dann fasste sie hinter sich, um die Verschnürung ihres Mieders zu lösen. Das dünne Unterkleid klebte an ihrem in kalten Schweiß getränkten Körper wie eine zweite Haut. Es war ebenfalls zerrissen und über den Knie verblutet. Sie befreite sich auch von ihm.
Völlig nackt stand sie in der dunklen Kammer.
Eisige Luft biss in ihre entblößte Haut. Sie zitterte unkontrolliert. Gänsehaut bildete sich an ihren Armen, Beinen und ihrem Rücken. Sie goss Wasser ins Becken, beugte sich nach vorne und benetzte ihr Gesicht damit. Zischend stieß sie Luft zwischen zusammengebissenen Zähnen aus. Sie wusch sich nicht, weil sie es wollte, sondern weil sie es musste. Sie entfernte Dreck und angetrocknete Erde, verkrustetes Blut und den Gestank der Angst.
Die ganze Zeit über drehte sich ein einziger Gedanke in ihrem Kopf: Ich stehe hier nackt in seinem Haus. Was, wenn er jetzt kommt?
Noch nahm sie keine Anzeichen wahr, dass er sich näherte. Er ließ sich Zeit. Die Ungewissheit war fast schlimmer, als wenn er sofort aufgetaucht wäre.
Oder war er schon längst hier? Eva konnte nicht anders, als sich vorzustellen, dass er vor der Tür lauerte, ein Auge gegen eine Lücke in dem alten, verzogenen Holz legte, beobachtete, lauschte.
Sie nahm das raue Leinentuch und trocknete sich ab. Das bleiche Gesicht, das ihr vom Wasserspiegel im Becken entgegenstarrte, war das eines Geistes, verzerrt durch die unruhigen Wellen, die über die Oberfläche liefen.
Ihre Einbildungskraft malte Julius' Gesicht neben ihres, wie er ihr über die Schulter schaute. Noch war es ein Trugbild. Aber er würde kommen.
Evas Blick verschwamm. Es gab nichts, was sie tun konnte. Eine Flucht war unmöglich, die Berge selbst schlossen sie ein, wie eine undurchdringliche Mauer. Niemand im Dorf würde sie aufnehmen und vor Julius in Schutz nehmen. Und dieses Haus, unter dessen Dach sie lebte, schloss sich wie eine gigantische Faust um sie, die sie zu zerquetschen drohte.
Am Fenster über ihr kratzte etwas.
Erschrocken presste Eva das feuchte Tuch an sich, um sich notdürftig zu bedecken. Ihr Blick schoss nach oben. Sie sah das aufgeregte Schlagen schwarzer Flügel. Und ein glänzendes, rundes Auge starrte ohne zu blinzeln zu ihr zurück.
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Eva
Ein Projekt im Genre „Dark Fantasy“
Eva, eine junge Frau aus einer Kleinstadt in der Nähe von Wien sucht einen Ort , um ihre belastende Vergangenheit zu überwinden, um Ruhe und Frieden zu finden. Sie weiß nicht, dass das winzige, isolierte Alpendorf unter dem Einfluss böser, übernatürlicher Mächte steht und sie Herausforderungen ausgesetzt werden wird, an denen sie wachsen oder zerbrechen kann.
Updated on Apr 14, 2025
by Daemony
Created on Mar 26, 2023
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