Wie meint er das, "normal"?

Es ist fast schockierend einfach

Chapter 147 by Hentaitales Hentaitales

Steffen runzelte die Stirn. "Normal? Inwiefern normal?"

"Egal, was ich tue, niemand findet daran etwas seltsam oder ungewöhnlich", erklärte Viktor. "Nehmt zum Beispiel die Wichser vom Forschungsministerium, die mich in ihrer Gewalt hatten. Als ich vorhin einfach weggegangen bin, fanden die das ganz normal, dass jemand, den sie in Gefangenschaft hatten, sie wieder verlässt, und ihr fandet es ganz normal, dass die uns ziehen lassen. Wer mich wahrnehmen kann, findet keinen Grund, warum mein Verhalten für ihn irgendwelche Widerstände auslösen sollte, und er lässt es geschehen."

"Wie haben die dich dann überhaupt jemals gefangen nehmen können?" wunderte sich Alex. "Wenn du einfach weglaufen kannst."

Viktor verzog das Gesicht. "Ab und zu schlafe ich auch", sagte er, "und meine Kräfte funktionieren nur, wenn ich auch wirklich aktiv irgendwas mache. Ich kann niemandem einreden, irgendwas zu tun. Nur wenn ich selbst was tue, nehmen andere Leute das widerstandslos hin. Wenn ich bereits gefesselt bin, wird's knifflig."

Tom wirkte immer noch nicht glücklich. "Trotzdem hast du uns ziemliche Probleme bereitet, auch wenn du's vielleicht nicht wolltest. Weil wir einfach so gegangen sind, haben wir nämlich einen entscheidenden Punkt unseres Plans nicht umgesetzt-"

"-und wenn wir Pech haben, sind wir jetzt alle dran!" beendete Pandora wütend seinen Satz. "Mein Job wäre es nämlich gewesen, bei unserer Abfahrt falsche Spuren zu legen und es für die Straßenüberwachung so aussehen zu lassen, als wären wir in einer ganz anderen Richtung unterwegs! Jetzt können die nämlich ihre Aufzeichnungen aus der Umgebung den Polizisten vorlegen, und die identifizieren dann im Handumdrehen unsere Autos! Und dabei hab ich mir so Mühe gegeben, alle Kamerasysteme direkt vor Ort zu stören!"

"Werden sie nicht", gab Viktor sanft zurück. "Vergesst nicht, für die Leute vor Ort war absolut nichts Ungewöhnliches daran, dass wir gegangen sind. Die waren viel mehr damit beschäftigt, sich gegenseitig zu helfen. Keiner von denen wird auch nur die Spur einer Erinnerung daran haben, dass da irgendwelche Autos an ihnen vorbeigefahren sind. Klar, die können euch beschreiben. Aber ihr hattet ja alle diese Superheldenmonturen an, und Roadie eine Strumpfmaske-"

Steffen atmete einmal tief durch. "Okay, hoffen wir mal, dass du recht hast. Hier steht einiges auf dem Spiel. Zu unserer Gemeinschaft gehören nämlich noch ein paar Leute mehr."

Viktor nickte. "Syren und BM haben mir schon von den anderen erzählt. Von Hathor und ihren Töchtern, und von eurer Kommune. Hat mir gut gefallen. Ich kann ein bisschen Entspannung brauchen nach den letzten Monaten." Sein Gesicht verfinsterte sich leicht. "War nicht schön, das."

"Haben sie mit dir auch Experimente gemacht?" wollte Alex wissen.

"Experimente ist gar kein Ausdruck", gab Viktor düster zurück. "Aber- Na ja, jetzt ist es ja endlich vorbei. Kann ich mich irgendwo da drinnen duschen?"

Malia trat zu ihm. "Ich zeig dir mal das Badezimmer", grinste sie. "Oder hat jemand was dagegen?"

Es kam kein Widerspruch, und Steffen nickte. "Ich sag inzwischen Hathor Bescheid, Viktor. Sie wird mit dir sprechen wollen."

"Alles klar."

Nachdem Viktor zusammen mit Malia in der Villa verschwunden war, ergriff noch einmal Pandora das Wort. "Also, ich weiß nicht, aber ich hab bei dem da echt kein gutes Gefühl."

Alex sah sie nachdenklich an. "Findest du? Er kam mir eigentlich recht ruhig und gelassen vor-"

"Zu gelassen für jemanden, der monatelang in Haft war und an dem herumexperimentiert wurde", sagte Steffen. "Möglicherweise ist er nicht ganz richtig im Kopf. Ich teile Pandoras Einschätzung. Da kommt vielleicht noch Ärger auf uns zu."

"Oh." Alex blickte zu ihm. "Und was machen wir jetzt."

Steffen seufzte. "Ich werde ihn wohl testen müssen. Wie dich damals, Alex."

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Wie wird Viktor wohl auf den Test reagieren?

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