Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Chapter 3
What's next?
Erinnerungen an Roger
Auf ihrem Weg in das abgelegene Tal, in dem der Drache hausen sollte, wünschte sie sich mehr als einmal, Roger wäre bei ihr, ihr Freund und Kampfgefährte. Gemeinsam hatten sie vor vielen Jahren ihre Ausbildung begonnen und seither unzählige Gefahren Seite an Seite überwunden. Sein unbeirrbarer Mut und die Stärke seiner Arme wären ihr eine große Hilfe in dem bevorstehenden Kampf. Stumm schüttelte sie den Kopf. Nein, sie musste ehrlich sein: ihr Aufbruch hatte weniger mit der Suche nach Abenteuern zu tun, als mit der Flucht vor ihm, oder besser vor ihren eigenen Gefühlen für ihren Kameraden. Denn aus der Vertrautheit und Bewunderung, die sie ihm seit jeher entgegenbrachte, war mehr geworden. Unerwünschte und verbotene Gedanken erwachten in ihr, wenn sie im Training beobachtete, wie sein nackter Oberkörper vor Schweiß glänzte und die Muskeln unter seiner gebräunten Haut arbeiteten.
Noch schlimmer war, auf ihren gemeinsamen Fahrten nachts in seiner Nähe zu liegen, seinen ruhigen Atem zu hören, zu wissen, dass sie ihn berühren könnte, wenn sie nur ihren Arm ausstreckte. In der Dunkelheit konnte sie vor ihrem inneren Auge sein sanftes Gesicht mit den blauen Augen unter den in die Stirn hängenden blonden Haaren sehen, das so viel mehr zu einem kleinen Jungen als zu einem gestählten Krieger passen würde. Sie konnte sich jede kleine Einzelheit seines athletischen Körpers vorstellen, seine kräftigen Arme, sein flacher Bauch, die muskulösen Beine. Selbst die lange Narbe über seinem linken Schulterblatt, die sie tröstend streicheln und mit Küssen bedecken wollte.
Am schlimmsten aber waren die kalten Nächte im Freien, wo sie aus schierer Überlebensnotwendigkeit sich unter den Decken eng aneinanderdrücken mussten, um sich gegenseitig mit ihrer Körperwärme vor dem Erfrieren zu schützen. Roger tat, was er tun musste, mit der unschuldigsten Selbstverständlichkeit, während Katharinas Gedanken rasten und unsägliche Wünsche sie nicht zur Ruhe kommen ließen.
Unter Aufbieten aller Willenskraft konzentrierte sie sich wieder auf die vor ihr liegende Aufgabe. Noch einmal ließ sie ihren Blick über den Opferplatz streifen und erwog, das Mädchen von ihren Ketten zu befreien. Aber die Zeit dafür wäre zu knapp.
Soweit sie erfahren hatte, würde das Untier hervorkommen, sobald die Sonne hinter den Bergen versank. Eben tauchten ihre letzten Strahlen das Tal in rotgoldenes Licht, da nahm Katharina eine Bewegung im Höhlenausgang wahr. Sie wartete, bis sie ihren Gegner vollständig sehen konnte, um ihn abzuschätzen. Rot-schwarze Schuppen bedeckten einen muskulösen, katzenartigen Körper etwas größer als ihr Schlachtross, allerdings mit einem langen flexiblen Reptilienschwanz. Ein schlanker Kopf mit gezackten Ohren und untertassengroßen leuchtenden Augen mit geschlitzten Pupillen thronte auf einem kräftigen Hals. Alle paar Sekunden flickerte eine gespaltene schwarze Zunge zwischen glitzernden Reißzähnen hervor. Längst hatte er die gerüstete Person entdeckt und duckte sich wie zum Sprung.
What's next?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Drachenhöhle
Rettet die Jungfrau!
Katharina hatte noch nicht oft gegen echte Drachen gekämpft. Sie konnte das bedauernswerte Mädchen erkennen, das an einen schwarzen Pfahl gekettet war. Dahinter gähnte im Felshang eine dunkle Kluft, offenbar der Eingang in die Höhle des Drachen. Sie war also noch rechtzeitig eingetroffen, Gott sei Dank.
Updated on Dec 20, 2023
Created on Dec 10, 2023
Comments moved below the chapter.
Jump to comments
Comments