What's next?
Ela stattet Dragan einen Besuch ab
Die Straßen der Stadt waren nass und warfen das Neonlicht der heruntergekommenen Viertel in schillernden Farben zurück, während Ela ihre Maschine durch den nächtlichen Verkehr peitschte. Der Wind riss an ihrem Leder, kühlte ihre Haut, doch innerlich brannte sie. Dragan dachte, er hätte sie in der Hand. Er glaubte, sie mit ein paar Byte digitaler Erniedrigung gefügig machen zu können, sie in seinen schmutzigen Kreis aus Erpressung und Dominanz zu ziehen.
Wie naiv von ihm.
Sie parkte das Motorrad direkt vor dem verglasten Eingang von Dragans Club, einem dieser Etablissements im Industriegebiet, das offizielle Lounge hieß und im Hinterzimmer das Geld zählte. Sie zog den Helm ab, schüttelte ihre schwarzen Haare frei und strich ihr Outfit glatt. Jeder Handgriff saß. Sie war keine Schülerin, die man einfach so ins Verderben schickte. Sie war diejenige, die die Fäden zog – zumindest dachte Dragan das. Heute Nacht würde sie ihm zeigen, was es hieß, sich mit Ela Wolff anzulegen.
Sie ging hinein, ignorierte die Türsteher, die sie längst kannten, und steuerte direkt auf das Büro im oberen Stockwerk zu. Die Tür war nicht verschlossen. Dragan saß am massiven Schreibtisch, ein Glas Bourbon in der Hand, ein selbstgefälliges Grinsen im Gesicht, als sie eintrat.
„Ich wusste, dass du Geschmack hast, Ela“,
begann er mit seiner tiefen, rauchigen Stimme, lehnte sich zurück und musterte sie von Kopf bis Fuß.
„Das Video war nur ein kleiner Vorgeschmack. Zusammen können wir ganz ganz große Geschäfte machen. Du und ich – wir sind aus demselben Holz geschnitzt.“
Ela blieb vor seinem Schreibtisch stehen. Sie lächelte nicht. Ihr Blick war eisern, fast Raubtier-artig. Langsam zog sie die Lederjacke aus und warf sie achtlos über den Stuhl, darunter trug sie nur ein hautenges Top.
„Du glaubst wirklich, du hast mich erwischt, oder?“, fragte sie leise, fast tonlos.
Dragan lachte, ein kurzes, kehliges Geräusch, und stellte das Glas ab. Er erhob sich, trat um den Schreibtisch herum und kam auf sie zu, um ihren Arm zu greifen.
„Du bist genau so egoistisch und verdorben wie ich, Süße. Das macht dich so gut.“
Schneller als er reagieren konnte, schlug Ela zu – nicht ins Gesicht, sondern mit flacher Hand so kraftvoll gegen seine Brust, dass er einen Schritt zurückweichen musste. Sein Grinsen fror ein.
„Anfassen tust du mich nur, wenn ich es erlaube“,
zischte sie, und diesmal lag jene dunkle, unbarmherzige Autorität in ihrer Stimme, die sonst ihre Schüler parieren ließ. „Du denkst, du hältst die Fäden in der Hand, weil du mir zeigst, wie du ein kleines Mädchen brichst? Du hast keine Ahnung, Dragan.“
Sie trat dicht an ihn heran, so nah, dass er ihren Atem auf seiner Haut spürte. Ihre Fingernägel bohrten sich symbolisch in seinen Arm, während sie mit ihren Oberschenkeln seine Bewegung einschränkte. Sie wusste genau, wie sie ihn heißmachen musste – sie kannte jeden seiner Reflexe, jede Schwäche seines Körpers, der nach Dominanz und körperlicher Nähe gierte.
„Du wolltest mich korrumpieren?“,
flüsterte sie direkt an seinem Ohr, während ihre Hand langsam, aber bestimmt an seinem Gürtel entlangwanderte.
„Bitte. Versuch's doch. Aber heute Nacht spielst du nach meinen Regeln. Und am Ende wirst du betteln, dass ich dich überhaupt noch anssehe.“
Dragans Augen verdunkelten sich. Die Verwirrung wich jener gierigen Erregung, die Ela so genau kannte. Genau das war ihr Plan: Sie würde ihm nicht entkommen – sie würde ihn so tief in ihre eigene Welt der Demütigung ziehen, dass er vergaß, wer hier wen erpresste. Sie würde ihn erst auf den Gipfel der Lust treiben, nur um ihn dann eiskalt fallen zu lassen und ihm zu zeigen, dass sie diejenige war, die hier die Fäden in der Hand hielt.
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