Chapter 14
by
Daemony
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Eine zweite Chance für Eva
Als ich in den dunklen Hausflur trat, wirkte das Haus verlassen. Ich wunderte mich nicht darüber, denn Julius hatte seinen Abkömmlingen Aufträge gegeben, die sie vermutlich in der Nachbarschaft erledigten. Meine erste Idee, in der Küche zu warten, weil sich dort die Familienmitglieder am ehesten wieder einfinden würden, verwarf ich aber sofort wieder, nachdem ich an mir herabgeschaut hatte. Ich sollte mein schmutziges, kaputtes Kleid wechseln. Und die Kratzer an Händen und Knien sollte ich auch lieber reinigen und versorgen, damit sie sich nicht entzündeten.
Also stieg ich die enge, steile Treppe zu meiner und Lenis Kammer hinauf. Auf halber Höhe meinte ich, Geräusche von oben zu vernehmen. Überrascht hielt ich inne und lauschte. Tatsächlich. Ich hörte die Stimme eines Mädchens, die unartikulierte Laute ausstieß. Es klang drängend und kläglich, als brauche sie Hilfe. Oh, Gott! Das musste Leni sein, denn um wen außer ihr könnte es sich hier im Haus schon handeln. War sie etwa verunglückt?
Ich hastete die restlichen Stufen hinauf, von den hohen, spitzen Schreien zur Eile getrieben. Daneben erkannte ich jetzt auch den dunklen Bass des Großvaters und das Knarren von Holz, auf das sich regelmäßig ein schweres Gewicht legte. Was war da nur los? Die Kakophonie ertönte von hinter einer Tür, an der ich auf dem Weg zu meinem Schlafplatz vorbeigehen musste. Sie war fest verschlossen.
Ich zögerte, die Hand bereits zum Klopfen erhoben. Ich war eine Fremde und sollte nicht in die Privatsphäre dieser Leute eindringen. Aber es klang so dringend, Leni jammerte so erbärmlich. Und Julius' Brummen kam so gepresst, dass ich keines seiner Worte verstand.
Ich fasste mir ein Herz. Möglicherweise wäre es ja eine Chance für mich, wenn ich meine Unterstützung anbot und damit bewies, dass ich etwas Gutes zur Gemeinschaft beitragen konnte. Ich hämmerte mit der Faust gegen das spröde Holz.
"Was ist los? Braucht jemand Hilfe?"
Die Geräusche hinter der Wand verstummten. Ich wartete atemlos auf ein "Herein" oder sonst irgendeine Antwort.
Stattdessen hörte ich wieder das Knarren, kurz und endgültig, gefolgt von schweren Schritten, die sich näherten. Die Tür wurde aufgerissen, so stürmisch, dass ich den Luftzug spürte.
Ich schaute bestürzt in Julius' wütendes Gesicht.

"WAS?"
Seine stechenden stahlblauen Augen durchbohrten mich.
Er war barfuß und trug nur ein langes, bis zu seinen Knien reichendes Leinenhemd. Hinter ihm nahm ein breites Himmelbett fast den gesamten Raum ein. Durch eine Lücke zwischen den zugezogenen Bettvorhängen glaubte ich, Leni zu erkennen, wie sie sich geschwind ein Leibchen überstreifte.
"Ich ... ähm ...", stammelte ich. Meine Kehle war wie zugeschnürt. Wo war ich da nur hineingeplatzt?
Julius' Arm schoss nach oben. Gebieterisch deutete er auf die Tür zu meiner Schlafkammer.
"Hinein mit dir! Und da wartest du. Um dich kümmere ich mich später."
What's next?
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Eva
Ein Projekt im Genre „Dark Fantasy“
Eva, eine junge Frau aus einer Kleinstadt in der Nähe von Wien sucht einen Ort , um ihre belastende Vergangenheit zu überwinden, um Ruhe und Frieden zu finden. Sie weiß nicht, dass das winzige, isolierte Alpendorf unter dem Einfluss böser, übernatürlicher Mächte steht und sie Herausforderungen ausgesetzt werden wird, an denen sie wachsen oder zerbrechen kann.
Updated on Apr 14, 2025
by Daemony
Created on Mar 26, 2023
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