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Chapter 140 by Hentaitales Hentaitales

Warum das denn?!

Eine falsche Beschuldigung

Es war am frühen Morgen, irgendwo kurz nach 5 Uhr, als es bei uns an der Tür klingelte. Nicht einmal oder zweimal, sondern Sturmklingeln. Müde schälte ich mich aus dem Bett und wollte zur Tür, aber mein Vater machte schon auf, als ich in den Flur kam.

"Mh?"

"Guten Morgen, ich bin Kommissar Riedmüller, LKA", sagte eine weibliche Stimme. "Wir suchen einen Leon Dreier."

Mein Vater, obwohl genauso verschlafen wie ich, war sofort hellwach. "Was wollen sie von meinem Sohn?"

Papiergeraschel. "Wir haben einen Haftbefehl gegen ihn. Bitte lassen sie uns in die Wohnung."

"Moment." Mein Vater streckte die Hand aus und nahm einen Stapel Dokumente entgegen, die er ansah. "Ich glaube, da brauche ich meine Brille. Sie warten hier."

"Nein, wir kommen jetzt in ihre Wohnung", gab die weibliche Stimme zurück. "Bitte leisten sie keinen Widerstand."

Mit diesen Worten schob ihn eine Frau Mitte dreißig in den Flur zurück und trat ein, gefolgt von zwei männlichen Polizisten, die beide etwas jünger wirkten. Die Frau war eigentlich ganz normal gekleidet, vielleicht etwas konservativ, hatte aber einen absolut humorlosen Gesichtsausdruck. Mit ihrem ersten Blick sah sie mich gleich auf dem Flur stehen. "Leon? Du bist verhaftet. Komm her!"

Mein Vater gebot mir mit einer Geste, erst einmal zurückzubleiben. "Mein Sohn ist noch Schüler. Er hat heute seine Abiturprüfungen! Sie können ihn nicht so einfach mitnehmen!"

"Das hätte er sich überlegen sollen, ehe er eine seiner Mitschülerinnen vergewaltigt", sagte die Kommissarin. "Herkommen, Leon, ich sag's nicht nochmal!"

"Ich hab niemanden vergewaltigt!" stieß ich hervor. "Das ist eine verdammte Lüge! Wer behauptet das?"

Die Kommissarin gab den Polizisten ein Handzeichen, und sie schoben sich an meinem Vater vorbei und kamen auf mich zu. "Du wirst später Gelegenheit haben, die genaue Anklage zu lesen und dich dazu zu äußern", meinte sie kalt. "Jetzt kommst du aber erst einmal mit. Gehst du freiwillig, oder müssen meine Kollegen dich zwingen?"

Ich hob sofort beide Hände. "Ich komm freiwillig mit. Darf ich mir wenigstens noch was anziehen?"

"Natürlich." Kommissar Riedmüller nickte einem der Polizisten zu. "Gaus, sie gehen mit dem Jungen auf sein Zimmer. Sehen sie zu, dass er keine verbotenen Gegenstände mitnimmt."

"Jawohl!" Der Polizist sah zu mir. "Du gehst vor."

Während ich mir auf meinem Zimmer schnell ein T-Shirt und Hosen überzog, sah mein uniformierter Begleiter sich um und verzog das Gesicht. "Du könntest öfter mal lüften", sagte er. "Hier stinkt es wie in einem Pornokino."

Da hatte er vermutlich nicht unrecht - seit Weihnachten war auf meinem Zimmer wahrscheinlich mehr Sperma geflossen als in einem typischen Bordell in einem ganzen Jahr. "Ist das jetzt auch schon verboten?" gab ich bitter zurück.

"Nein, aber..." Der Polizist schien etwas zu überlegen, sagte aber nichts und wartete, bis ich mich angezogen hatte. Als ich mein Handy einstecken wollte, ging er gleich dazwischen. "Das bleibt hier. Wenn du jemanden anrufen musst, dann von der Dienststelle aus."

"Okay, okay, sie müssen nicht gleich handgreiflich werden!" Ich schlüpfte noch schnell in meine Schuhe. "Okay, wir können gehen."

Mein Begleiter führte mich zurück auf den Gang, wo mein Vater sich gerade in einem hitzigen Gespräch mit Kommissar Riedmüller befand. "Ich muss aber mitkommen können!" sagte er gerade. "Ich habe das Sorgerecht für ihn!"

Die Frau schüttelte den Kopf. "Ihr Sohn ist volljährig", gab sie zurück. "Damit ist er alleine für seine Taten verantwortlich. Sie können ihn gerne besuchen, aber bei der Vernehmung werden sie nicht bei ihm sein."

"Das ist ungeheuerlich!" Mein Vater war in Fahrt. "Dafür ziehe ich sie so was von vor Gericht! Mein Sohn hat Rechte, selbst als Beschuldigter, und-"

"Frau Kommissar?" unterbrach der Polizist, der mich begleitet hatte, seinen Redeschwall. "Wir brauchen wohl die Spusi hier."

Die Frau sah interessiert zu ihm. "Was haben sie gesehen, Gaus?"

Der Polizist deutete mit dem Daumen auf meine Zimmertür. "Gesehen nichts. Aber das Schlafzimmer von dem Jungen riecht sehr nach einem weiteren Tatort."

"Oh, nein, nein, nein!" Mein Vater schüttelte sehr eindrücklich den Kopf. "Sie werden hier nicht auch noch sein Zimmer auf den Kopf stellen! Es gibt so was wie die Unverletzlichkeit der Wohnung-"

"Ich besorge einen Durchsuchungsbefehl", unterbrach ihn Kommissar Riedmüller. "Gaus, sie bleiben hier und sichern den TO. Verdunklungsgefahr. Herr Dreier, ich erteile ihnen hiermit die Anweisung, dieses Zimmer vorerst nicht mehr zu betreten."

Mein Vater war kurz vor dem Explodieren. "Sie wollen, dass ich in meiner eigenen Wohnung-"

Aber sie beachtete ihn gar nicht. "Maier, sie begleiten Leon zum Auto", befahl sie. "Ich gebe dem Vater noch alle Papiere, die er braucht."

Der zweite Polizist nickte und fasste mich am Arm. "Mitkommen, Junge", sagte er streng. "Und keine Probleme machen. So ein Taser tut verdammt weh."

"Das wird noch ein Nachspiel haben!" schimpfte mein Vater. "Leon, du sagst ihnen gar nichts! Du verweigerst jede Aussage! Ich besorge dir unseren Anwalt! In ein paar Stunden bist du wieder zuhause!"

"Das ist er sicherlich nicht", kommentierte Kommissar Riedmüller seine Worte. "Und jetzt los, abführen!"

Wie komme ich hier nur wieder raus?

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