Was muss Vanessa als nächstes erledigen?
Ein französischer Gast
In den folgenden Wochen bin ich zusammen mit ein paar Militärs in Paris. Die wollen dort von Louis, einem Unternehmer, Kampfdrohnen kaufen.
Die Verhandlungen soll ich ein wenig auflockern.
Heute ist er zur Vertragsunterzeichnung in Berlin. Danach hat er gebeten, dass ich ihm zwei Tage zur Verfügung stehe.
Der Berliner Himmel ist ein einziges, graues Blechdach, und der Regen prasselt unaufhörlich gegen die Scheiben der schwarzen Limousine, die mich durch die nassen Straßen zum Adlon chauffiert. Ich rücke meine Nylons zurecht, glätte den Rock meines teuren Kostüms und prüfe im Rückspiegel mein Make-up. Perfekt. Die Militärs, mit denen ich die letzten Wochen in Paris verbringe, wären stolz auf mich. In Paris bin ich das Aushängeschild, das Lächeln, das die harten Verhandlungen über Kampfdrohnen und Millionenbeträge erträglicher machen sollte. Louis, der Unternehmer, ist unser Gegenüber. Ein harter Verhandlungspartner, aber mit einer gewissen, fast altmodischen Höflichkeit.
Der Fahrer öffnet mir die Tür, und ich steige in die trockene Lobby des Hotels ein. Louis hat den Suiten-Bereich für die Vertragsunterzeichnung reserviert. Es ist nur Formsache. Die Tinte ist quasi schon trocken, aber diese Männer lieben ihre Rituale. Ich klopfe an die schwere Eichenholztür der Präsidentensuite.
„Herein“, ruft eine tiefe, raue Stimme.
Ich betrete den Raum. Er ist riesig, dominiert von einem schweren Schreibtisch aus Mahagoni und einem Blick auf das Brandenburger Tor, der im Regen wie ein Geistergebäude wirkt. Louis steht am Fenster, den Rücken zu mir gekehrt. Er trägt einen dunkelblauen Anzug, der seine schmale, aber athletische Statur perfekt umschließt. Als er sich umdreht, sehe ich, dass er den Kragen geöffnet hat. Die Krawatte fehlt. Er wirkt müde, aber wachsam.
„Vanessa“, sagt er und kommt auf mich zu. „Schön, dass du da bist.“
Er bietet mir die Hand, und ich schüttele sie. Seine Haut ist warm, rau, die Handfläche eines Mannes, der arbeitet und nicht nur unterschreibt. Er ist Mitte vierzig, mit dunklem Haar, das an den Schläfen leicht grau schimmert, und einem Dreitagebart, der sein Kieferknochen betont. Mit 1,85 Metern überragt er mich deutlich, und ich muss den Kopf heben, um ihm in die Augen zu sehen. Sie sind dunkel, undurchdringlich, und ruhen jetzt auf meinem Gesicht.
Er lässt meine Hand los, aber sein Blick wandert tiefer. Er scannt meinen Hals, den Ausschnitt meiner Bluse, die Kurve meiner Hüfte unter dem engen Rock. Er zieht mich nicht an, kein unangebrachtes Tippen an der Schulter, kein Klatschen auf den Oberschenkel. Er ist ein Gentleman, zumindest oberflächlich. Aber seine Augen sind hungrig. Ich weiß, dass er mich in Paris oft so angesehen hat, als würde er mich bereits ausziehen, nur mit seinem Blick. Es war eine stille Spannung zwischen uns, ein elektrisches Knistern, das jedes Mal, wenn wir uns begegneten, die Luft im Raum verdichtete.
„Die Verhandlungen in Paris waren... anstrengend. Aber deine Anwesenheit hat sie erträglicher gemacht.“
„Ich freue mich, wenn ich helfen konnte“, sage ich mit leiser Stimme.
Er lacht kurz, ein trockenes Geräusch. „Du hast mehr als nur geholfen, Vanessa. Du hast eine Dynamik reingebracht, die wir alle brauchten.“ Er pausiert, und die Stille im Raum wird schwer, erfüllt von den unausgesprochenen Dingen, die zwischen uns schweben. „Deshalb habe ich dich auch gebeten, heute zu kommen.“
„Ich habe dich gebeten, mir zwei Tage zur Verfügung zu stehen. Die Militärs sind nicht hier. Es ist nur noch du und ich.“
Mein Herz schlägt einen Schlag höher, aber ich bewahre die Fassung.
„Zwei Tage? In Berlin?“
„Warum nicht?“ Louis steht auf, geht langsam um den Tisch herum zu mir. „Wir haben viel gearbeitet in den letzten Wochen. Ich denke, wir haben uns ein wenig Entspannung verdient. Und ich kann mir niemanden Besseres vorstellen, mit dem ich die Zeit verbringen würde.“
Er bleibt direkt neben meinem Stuhl stehen. Ich kann seinen Geruch riechen – teures, holziges Parfüm, vermischt mit dem Hauch von Zigarettenrauch und Regen. Er ist so nah, dass ich die Wärme seines Körpers spüre. Er berührt mich nicht. Er steht nur da, ein mächtiges, männliches Wesen, das den Raum füllt, und wartet auf meine Reaktion.
Ich drehe meinen Stuhl langsam zu ihm. Meine Knie streifen seinen Oberschenkel. Es ist ein leichter, elektrischer Kontakt. Ich schaue zu ihm hinauf, in seine grünen Augen, die jetzt dunkler wirken als sonst. Ich sehe kein Entkommen, und ehrlich gesagt, will ich auch keins. Die Spannung, die sich über Wochen aufgebaut hat, ist zu einem Kabel gespannt, das kurz davor ist zu reißen.
„Und was haben Sie genau vor, Louis?“ frage ich, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern.
Er beugt sich vor, stützt sich mit einer Hand auf die Lehne meines Stuhls, umschlingt mich fast, ohne mich zu berühren. Sein Gesicht ist nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. Ich sehe die Poren in seiner Haut, die dunklen Härchen seines Dreitagebarts.
„Ich denke, wir fangen ganz einfach an“, murmelt er. Sein Blick gleitet zu meinen Lippen. „Wir konzentrieren uns auf das, was wirklich zählt.“
Er streckt langsam die Hand aus, aber nicht zu meinem Körper. Seine Finger wandern an der Lehne meines Stuhls entlang, streifen meinen Nacken, lassen dann locker über meine Schulter gleiten, bis sie am Ärmel meiner Bluse liegen. Es ist eine Geste voller unendlicher Geduld und zugleich voller dominanter Präsenz. Er testet die Grenzen.
„Zwei Tage“, wiederhole er, fast wie ein Versprechen. „Nur wir. Keine Militärs. Keine Verhandlungen. Nur Vergnügen.“
Ich atme langsam aus, spüre, wie sich meine Brust hebt, wie sich meine Nippel unter dem Stoff der Bluse hart zusammenziehen. Die Luft im Raum ist stickig, heiß, obwohl es draußen regnet und kalt ist. Ich weiß, dass ich in diesem Moment nicht mehr die Verhandlungspartnerin bin. Ich bin die Frau, die er will, und er ist der Mann, der bereit ist, alles zu nehmen, was er sich wünscht.
„Dann zeigen Sie mir mal, wie Sie sich entspannen“, sage ich und lehne mich ein Stückchen weiter vor, sodass sich unsere Gesichter fast berühren.
Louis lächelt. Es ist kein höfliches Lächeln mehr. Es ist das Lächeln eines Raubtiers, das die Beute endlich in die Enge getrieben hat.
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