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Chapter 18 by Papas_Liebling Papas_Liebling

What's next?

Duell im Flur

Ich bog um die Ecke und wäre fast mit ihr zusammengestoßen.

Lisa.

Sie lehnte mit verschränkten Armen an der Flurwand, einen Fuß über den anderen gelegt, locker, lässig, als hätte sie schon seit Stunden dort gewartet. Aber wahrscheinlich stand sie erst seit Sekunden hier, um mich abzupassen. Bei ihr war das schwer zu sagen.

Ihr Blick fiel auf meine nackten Beine. Dann hob sie ihn wieder. Streifte über den Hoody, dessen Reißverschluss noch immer bis zum Bauchnabel offen stand. Sie ließ sich nicht anmerken, was sie dabei dachte. Pokerface. Ich kapierte, jetzt kommt der Showdown.

„Hatten David und du einen gemütlichen kleinen Plausch?“

Ich hielt ihrem Blick stand. Kniff die Augen zusammen. „Sag du es mir.“

Sie grinste. „Er sah aufgewühlt aus, als ich euch durch das Fenster beobachtete. Entweder hast du ihn erschreckt oder ihm hat gefallen, was er gesehen hat.“

Ich zuckte mit den Schultern. „Das würdest du wohl gerne wissen.“

„Das weiß ich doch längst.“ Lisa trat von der Wand weg, träge wie eine sich streckende Katze. Ihre Augen waren schmal, lauernd.

„Aber dieser Hoodie?“ Sie deutete darauf, Verachtung triefte aus jeder Silbe. „Ein bisschen schäbig, findest du nicht?“

Ich neigte den Kopf und schoss wutheiße Blitze zurück. „Besser als ihm im Flur das Ohr zu lecken. Igitt!“

Sie lachte kurz und scharf. „Touché.“

Wir sahen uns an. Ich sagte nichts. Sie sagte nichts. Stille. Pattsituation.

Wer würde den ersten Zug machen, um die Stellung aufzulösen?

Ihre Finger fanden den obersten Knopf ihrer Bluse. Sie öffnete ihn. Ohne Eile. Dann den zweiten. Immer weiter, Zentimeter um Zentimeter enthüllte sie ihre weiche Haut. Die feine Spitze des BHs, den sie darunter trug. Kein Striptease. Es war eine an mich gerichtete Botschaft.

„Manche von uns müssen nicht das alte Zeug anziehen, in dem sie schon als Kind peinlich aussahen“, sagte sie mit samtiger Stimme, unter der tausend scharfe Klingen lauerten.

Ich lächelte. Jetzt war ich an der Reihe.

Ich legte die Hand an den Reißverschluss des Hoodies. Ein Strich runter. Zwei. Ich zog ihn nicht ganz aus. Ich öffnete ihn nur so weit, dass sie unzweideutig sehen konnte, dass ich wirklich gar nichts darunter anhatte.

„Ich muss mich nicht ausziehen, um zu gewinnen“, zischte ich leise.

„Aber das wirst du trotzdem tun. Du wirst nackt und bloß dastehen. Nichts mehr haben, um dich dahinter zu verstecken. Und du wirst... verlieren“, fauchte Lisa.

Keine von uns blinzelte.

Die Luft im Flur fühlte sich plötzlich wärmer an.

Nase an Nase standen wir uns gegenüber. Höchstens fünf Zentimeter voneinander entfernt. Keine wollte zurückweichen. Keine den ersten Schritt tun. Die Stille zwischen uns summte, als stehe sie unter Hochspannung.

Dann beugte sich Lisa vor, ihre Lippen trafen meine. Sie legte eine Hand an meinen Hinterkopf. Ihr Kuss war fest und leidenschaftlich.

Überrumpelt ließ ich es geschehen. Küsste nicht zurück, entzog mich ihr aber auch nicht.

Nach einer gefühlten Ewigkeit löste sie sich wieder von mir und hauchte: „Du bist nicht die Einzige, die weiß, wie man spielt, Nele.“

Ihr Lächeln war jetzt mehr als selbstgefällig. Sie drehte sich um. Hämisch kichernd ging sie weg.

Ich stand nur da. Atemlos. Ohne Worte. Mein Herz pochte. Adrenalin rauschte durch meine Adern. Meine Haut prickelte.

Aber ich wusste: Die Samthandschuhe waren jetzt ausgezogen.

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