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Chapter 29

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Drei Zuhörerinnen, drei Reaktionen

Nach dem letzten Satz schwieg Brigitte. Sie hatte Mühe, sich zu orientieren, wo sie sich befand. So lebhaft waren die Erinnerungen an ihre erste Begegnung mit Meller gewesen, dass sie Raum und Zeit vergessen hatte. Betreten sah sie sich um, als ihr dämmerte, mit wem sie auf dem Teppich im Wohnzimmer der 4er-WG saß.

Die Reaktionen der drei Zuhörerinnen konnten nicht unterschiedlicher sein. Babsi lachte lauthals und klopfte sich auf die Schenkel. Ja, so kannte sie Meller. Er wär einfach unersättlich, wenn er eine frische Mieterin in ihre Pflichten einführen konnte. Ihr Vater stand seinem Geschäftspartner in dieser Hinsicht aber in nichts nach.

Valentina schaute Brigitte mitfühlend an. Die Erinnerung an ihre erste Miete war noch nicht verblasst. Die Erzählung hatte sie lebhaft und in allen Einzelheiten zurückgerufen.

Und Sophie? Sophie starrte ihre beste Freundin mit offenem Mund ungläubig an.

"Was hast du getan?", krächzte sie.

Oh Gott! Brigitte wurde kreidebleich. Was hatte sie getan? Sophie hätte hiervon nie etwas erfahren dürfen. Und nun hatte sie selbst, überwältig von ihren Gefühlen, alles verraten. Nun war alles aus! Sophie könnte das nie verstehen. Könnte es nie akzeptieren. Sie würde umgehend ihre Koffer packen und aus dem Haus stürmen. Brigitte hatte alles zerstört. Nicht nur die jahrelange Freundschaft war vorbei, vermutlich würde Sophie nie mehr mit ihr reden.

"Sophie ...", begann sie, suchte nach den richtigen Worten, um Verzeihung zu erbitten.

Die Angesprochene gab ihr nicht die Gelegenheit, sich zu erklären. Sie sprang auf und rannte schluchzend in ihr Zimmer, schlug die Tür hinter sich zu.

Brigitte war wie vom Donner gerührt. "Ich sollte mit ihr reden ...", sagte sie zu sich selbst, ohne zu bemerken, dass sie den Satz laut ausgesprochen hatte. Da spürte sie eine sanfte Hand auf ihrem Arm.

"Lass nur. Ich gehe zu ihr."

Brigitte sah auf und erkannte erstaunt, dass Valentina aufgestanden war und auf sie herabsah. Ihr Blick spiegelte gleichzeitig Trauer und Entschlossenheit wieder.

Die junge Österreicherin ging mit festem Schritt auf Sophies Zimmer zu. Sie klopfte und als keine Antwort kam, drückte sie die Tür auf und schlüpfte hindurch. Drinnen lag die aufgelöste Sophie bäuchlings auf dem Bett und heulte ins Kissen.

Valentina setzte sich stumm auf die Bettkante und wartete.

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