What's next?

Donnerstag

Chapter 33 by drz drz

Um euch den Donnerstag zu erklären, sollte ich euch Johns Situation etwas mehr beleuchten.

Nach der Pleite mit Juri war John in Zugzwang. Er wollte mich in seine Gewalt bringe, oder wenigstens ein Gegengewicht zu dem Video schaffen, mit dem ich meine Freiheit bis jetzt zu grandios verteidigen konnte.

Eigentlich sollte heute ein ganz einfacher Tag werden. Nichts Besonderes, außer der Unterschrift unter dem Kaufvertrag für das Haus in Bielefeld, welches vorher Juri gehört hat. Der offizielle Verkäufer war immer noch Juri. Ok, in Abwesenheit. Johns Anwalt war immer noch dazu bevollmächtigt. Die Unterschrift unter der Vollmacht ist von Juri. Der Notar heute ist der gleiche, wie bei der Beglaubigung. Das Geld, geht dann an John und der finanziert sich so seinen neuen Porsche.

Ganz nebenbei wird damit eine Verbindung von Juri zu mir hergestellt. Irgendwann würde die Polizei darauf kommen, dass Juri nicht mehr existiert. Und dann hätte ich sein Haus gekauft. Etwa zu einem Zehntel des Verkehrswertes. Das schreit doch nach einem Verbrechen.

Also alles ganz easy heute.

Denkste

Um 8 Uhr klingelt eine Gruppe uniformierter an Johns Grundstück.

Die Steuerfahndung. Ziemlich rabiat haben die sich zutritt verschafft. 4 Prüfer und 2 Polizisten dringen in sein Haus und holen ihn aus dem Bett.

Es gäbe Unstimmigkeiten. Sein Lebensstiel ließe auf weit höhere Einkünfte schließen als die, die er in seiner Steuer erklärt hätte.

Wer gibt schon all seine Einkünfte an. Lächerlich. Das macht niemand. Zumindest nicht in so einer Position. Ihm gehören ca. 2 Dutzend Firmen. Alle im Dienstleistungssektor. So lassen sich am einfachsten die Zahlungen seiner Kunden waschen. So manch eine Nutte ist bei der Steuer als haushaltsnahe Dienstleistung abgerechnet worden. Denn seine Kunden brauchen genauso Rechnungen wie er. Soll ja alles seine Richtigkeit haben.

Aber die Behörden hatten Recht. Nicht jede Mark ist durch die Bücher gegangen.

Johns Haus wurde also durchsucht. Jedes Stück wurde begutachtet und sein Wert geschätzt. Wie er dich den ganzen Luxus leisten könne. Bei den miesen Zahlen seiner Firmen?

Um da rauszukommen, brauchte John Beistand. Den hatte er sich von seinem Anwalt besorgt. Der war eingeweiht und wusste über die Art seiner zusätzlichen Einnahmen Bescheid. Wieso aber die Steuer von so vielen seiner Firmen Kenntnis hatte? John war schon länger auf der Lister der Steuerverhandung. Meine Mutter gab eine anonyme Quelle an und auch ich konnte so das eine oder andere Detail beisteuern. Nicht, dass ich dem Staat die Kohle in den Rachen schieben wollte, sondern John und sein Anwalt waren für heute beschäftigt.

Hätte ich damals gewusst, ich hätte das Spiel beenden können. Doch zu welchem Preis. Zu tief steckte ich schon drin.

Erst später erfuhr ich vom zweiten Untergeschoss des Hauses.

Sein Haus steht auf einem Hügel am See. Eigentlich nicht. Weil, da ist kein Hügel. Das Erdgeschoss ist mir Erde angefüllt und zu einem Hügel um das Haus herum geformt. Vom ersten OG kommt man dann direkt in den Garten. Der Keller ist demnach die 2 Etage unter der Erde. Hier versteckte John die wirklich heiklen Sachen. Der Zugang ist nur über die Aufzüge möglich. Der Im Wohnzimmer hat eine versteckte Taste im Bedienfeld. Und der Aufzug in der Garage kann per Fernbedienung vom Auto aus nach ganz unten gefahren werden. Ein Tunnel führt dann zum Bootshaus am See.

Wenn die Polizei gewusst hätte, wie nah sie an noch viel schlimmeren Beweisen war. So ging es nur um die Steuer. Ist bekannt, das Al Capone über die Steuer gestolpert ist?

Also brauchte er seinen Anwalt bei sich auf dem Polizeirevier. Und sein Anwalt war gut. "Das ist doch alles nur ein Missverständnis. Und er als Ausländer. Und Kaufmann sei er als Ex Soldat bestimmt nicht. Und es kommt auch nicht mehr vor."

Seine Einkünfte wurden Geschätzt. Gesicherte Zahlen hatte ja niemand.

Johns Buchhaltung verteidigte er mit einem einzigen Satz:

„When the money kept rolling in you don't ask how“

Später stellte sich heraus, dass er eine 6-Stellige Summe nachzuzahlen hatte. Da er ein reuiger Sünder war, kam er um eine Gefängnisstrafe herum. Aber sein neuer Porsche…

Aber sein Anwalt konnte nicht überall sein.

Für den Verkauf von Juris Haus in Bielefeld musste sein Kollege aushelfen.

Und als der nicht weiterwusste, weil ich ja auch einen Anwalt geschickt hatte und dieser nicht mich als Käufer, sondern eine Firma in den Vertrag einsetzen ließ, war sein Anwalt einfach überfordert. Für ihn ging es um den Verkauf des Hauses zu einem möglichst hohen Preis. Der wusste einfach nicht von der Brisanz der Aktion. Wie konnte er auch wissen, dass er die Mörderin mit dem Mord in Verbindung bringen wollten, um ein Druckmittel gegen mich zu gewinnen.

Sein Anwalt beim Notar hatte es versucht. Er rief an, kam nicht durch und akzeptierte eine Besitzergemeinschaft als Käufer, die aus 5 Gesellschaften Bestand, die sich alle über Crowdfunding finanzierten. Die Geschäftsführer dieser Gesellschaften waren Honoraranwälte. Die Gerichtsstandorte waren auf der ganzen Welt verteilt. Überall, wo es Steueroasen gab.

Den Kredit, den Werner für das Haus organisierte, hatte ich nicht für das Haus in Bielefeld verwendet, sondern für meine Wohnung in Paderborn. Für einen weiteren Kredit wiederum bürgten meine Eltern. Ich zahlte immer noch die gleiche Rate. Nur nicht mehr für die Hypothek meiner Wohnung, sondern für den Kredit, den ich mir geliehen hatte. Mit diesem Kredit kaufte ich über Strohmänner Anteile an den Fonts. Dabei ist das Geld einmal in Bitcoin getauscht worden.

Selber mietete ich den Laden in Erdgeschoss. Und bei allen 5 Gesellschaften bin ich freie Mitarbeiterin und berate den Vorstand. Naürlich gegen Honorar. Das macht ja auch Sinn. Ich bin ja auch Mieterin der wertvollsten Mieteinheit des Gebäudes. Das Konstrukt ist zwar nicht ganz billig in der Verwaltung. Aber effektiv. Es ist sehr schwer herauszufinden, dass ich der Besitzer des Gebäudes bin, das vorher Juri gehört hat.

Ich würde sagen: 2:0 für mich.

Und es lief alles nach Plan.

Beziehungen muss man haben. Meine Mutter und die Steuer, mein Vater und seine alten Kommilitonen, die dieses Firmenkonstrukt bauten, das in 5 Minuten nicht auf mich als Besitzer schließen lässt.

Das war für John eine Nummer zu groß.

Und ganz nebenbei konnte ich mich um die Klassenarbeit kümmern. OK Juliane bekommt ihre 1+. Hat sie sich ja auch verdient.

Gegen Abend bin ich dann noch zum Antrittsbesuch in mein neues Ladenlokal gefahren. Ich besitze jetzt eine Spielhalle. OK etwas altmodisch eingerichtet. Aber mit modernen Automaten. Als erstes habe ich erst einmal den Betrieb gestoppt. Das braucht Zeit. Hier muss renoviert werden. Neues Personal muss ran. Welches, dem ich vertrauen kann.

Ein erfolgreicher Tag.

Wieder hatte ich gewonnen. Hatte ich das?

John hatte mich gewarnt. Nicht direkt. Nicht vor ihm, sondern vor Juliane und ihrer Familie.

Aber die war noch vollkommen Ahnungslos.

Start your own immersive adult AI roleplay story
Ad

What's next?

Back Start Over View Story Map

0 comments