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Chapter 10
What's next?
Die Unterschrift
"Papa Bear typing ..."
Mein Blick war von den blinkenden Worten wie gebannt. Was würde mir Florian von Stein, denn niemand anderes konnte sich hinter dem Pseudonym verbergen, schreiben? Ich wartete mit klopfendem Herzen. Endlich erschien die erste Nachricht.
"Wir freuen uns, dass Sie unser Angebot angenommen haben." Und wenig später: "Bitte seien Sie um 7:30 Uhr bei uns, um den Vertrag zu unterzeichnen."
Halb acht, das würde gerade noch passen, um danach pünktlich zur Arbeit zu kommen, wenn ich mich beeilte. Ich hoffte, dass Annas Eltern kein großes Aufhebens um die Unterschrift machten, damit ich schnell wieder verschwinden konnte. Sie hatten ja bereits unterschrieben, so dass es genügte, wenn ich meinen Namen daruntersetzte. Das sollte machbar sein. Und dann würde ich sehen, was sich daraus ergeben würde.
"OK", tippte ich.
"Wunderbar. Wir freuen uns auf Sie." Kurz darauf folgte von Baby Bear ein Zwinker-Smiley.
Ich schob das Handy zur Seite und legte mich wieder hin. Aber meine Hoffnung, endlich einschlafen zu können, wurde enttäuscht. Voller Sorgen, was der nächste Tag bringen würde, wälzte ich mich im Bett herum. Das Wichtigste war, dass ich nicht zu spät in den Supermarkt kam. Mein Chef, Herr Schmitt verstand da keinen Spaß. Meinen Job zu verlieren konnte ich mir einfach nicht leisten. Es würde schon schwer genug werden, ihn davon zu überzeugen, dass ich kurzfristig und ungeplant einen Monat Urlaub brauchte. Ganz abgesehen davon, dass ich Mia erklären musste, dass wir in ihren Schulferien nicht zusammen sein konnten. Doch ich tat dies alles, um sie zu schützen. Dafür war mir keine Mühe und kein Opfer zu groß.
Irgendwann musste ich doch eingeschlafen sein, ohne es zu bemerken. So schreckte mich das schrille Piepsen des Weckers auf. Ich fühlte mich müde und zerschlagen, quälte mich aber trotzdem aus dem Bett. Nach einer Katzenwäsche im Bad ging ich in die Küche, wo ich Mia bereits beim Frühstücken vorfand. Sie erschrak sichtlich, als sie mich sah.
"Was ist los, Mama? Bist du krank?"
Ich straffte meinen Rücken und versuchte, eine optimistische Miene aufzusetzen. "Nein, Liebes, alles gut. ich habe nur schlecht geschlafen."
"Aber du siehst wirklich schrecklich aus. Vielleicht solltest du dich besser nochmal hinlegen."
Fing meine eigene Tochter jetzt etwa an, mich zu bemuttern? Ich mühte mich um eine feste und entschiedene Stimme, als ich antwortete.
"Dass geht doch nicht. Ich muss arbeiten und kann nicht einfach zuhause bleiben, nur weil ich zerknittert aussehe. Das nennt man den Ernst des Lebens. Sei froh, dass du nur zur Schule musst."
Sie verzog angewidert den Mund.
"He! Das meine ich ernst. Genieße die Zeit, solange du kannst. Mir geht es wirklich gut. Ein, zwei Tassen Kaffee und ich bin wieder voll fit."
"Na, wenn du das sagst." Ihr ironischer Unterton entging mir nicht. "Ich geh dann zu Fuß, du brauchst mich nicht zu fahren."
"Alles klar, Schatz. Pass auf dich auf."
Als sie fort war, ließ ich mich erleichtert auf den Küchenstuhl fallen und legte den Kopf auf die Tischplatte. Auch ohne den Umweg über die Schule hatte ich kaum genügend Zeit, um zuerst zu den von Steins und dann zur Arbeit zu fahren. Ich raffte mich auf, füllte meinen Kaffee in der Tasse mit kaltem Wasser auf, um ihn schneller herunterstürzen zu können, ohne mir die Zunge zu verbrennen. Dann eilte ich zum Auto und sauste los.
Zwei Minuten vor halb acht klingelte ich an der Haustür meiner zukünftigen Vertragspartner. Sophia von Stein öffnete mir höchstpersönlich. Sie trug eine cremefarbene Bluse aus hochwertiger Seide, kombiniert mit einem farblich passenden Rock. Darüber eine elegante Strickjacke, um sich vor der morgendlichen Kühle zu schützen. Um ihren schlanken Hals lag eine dezente Halskette, unter ihren langen schwarzen Haaren blitzten goldene Ohrringe.
Sie begrüßte mich und ging voraus in das Arbeitszimmer ihres Mannes. Ein massiver Schreibtisch aus dunklem, poliertem Holz dominierte den Raum, ein bequemer Ledersessel ergänzte ihn. An den Wänden hingen gerahmte Zeugnisse, Urkunden und Auszeichnungen, die eine beeindruckende Karriere dokumentierten. Eine prächtige Schrankwand, gefüllt mit Rechtsbüchern und anderer Fachliteratur, nahm eine gesamte Seite des Raumes ein. Es war insgesamt ein Ort, der dazu geschaffen war, Besucher zu beeindrucken und den Einfluss und die Autorität seines Besitzers zu betonen. Und er verfehlte seine Wirkung auf mich nicht.
Florian von Stein erwartete mich, auf seinem bequemen Sessel sitzend, und sah mich über die aneinander gelegten Fingerspitzen hinweg an. Obwohl ich noch stand, brachte er das Kunststück zuwege, den Eindruck zu erwecken, als sehe er auf mich herab. Seine Frau ließ sich hinter mir auf einer lederbezogenen Couch nieder und schlug ihre Beine übereinander.
"Nehmen Sie doch bitte Platz, Frau Huber. Hier ist der Vertrag. Auf der letzten Seite rechts unten müssen Sie unterschreiben." Ich setzte mich auf die Kante eines Besucherstuhls und er schob mir die Dokumentenmappe über die Tischplatte zu. Die Papiere waren so vorbereitet, dass die fragliche Stelle offen lag. Ich nahm den Kugelschreiber und setzte meinen Namen auf die gepunktete Zeile. Dabei fühlte ich mich, als verkaufe ich meine Seele.
Er nahm das Dokument wieder an sich, prüfte die Unterschrift und nickte zufrieden. Sein bis dahin neutral geschäftsmäßiger Blick nahm eine stählerne Härte an. Mir lief es eiskalt über den Rücken.
"Marion, ab sofort hörst du nur noch auf deinen Vornamen. Unser Wort ist Gesetz, solange du dich in diesen vier Wänden aufhältst. Widerrede führt zu den vereinbarten Konsequenzen. Ist das klar?"
"Wie? sofort?", stotterte ich. "Ich muss doch zur Arbeit. Ich weiß gar nicht, ob ich so schnell Urlaub bekomme. Mein Chef ist sehr kleinlich und streng."
Florian von Stein erhob sich, stemmte die Fäuste auf die Tischplatte und überragte mich drohend. Ich erwartete, dass er mich anbrüllen würde. Stattdessen sprach er leise und beinahe tonlos, was sich beinahe noch schlimmer anfühlte, weil er damit zum Ausdruck brachte, wie wenig ich ihm bedeutete.
"Dein Dienst beginnt sofort. Hier und jetzt. Du rufst deinen Chef an und sagst ihm, dass du dich krank meldest. Wir hören zu."
Ich starrte ihn entgeistert an. Ich sollte ernsthaft Herrn Schmitt belügen. Wenn der das herausfand, würde er mich fristlos vor die Tür setzen. Schon jetzt bereute ich zutiefst, auf was ich mich eingelassen hatte. Aber mir blieb wohl keine andere Wahl. Ich wählte die Nummer und als sich am anderen Ende jemand meldete, bemühte ich mich, möglichst leidend zu klingen.
"Hallo, Herr Schmitt? -- Tut mir leid. Ich muss mich heute leider krank melden. -- Ja. Eine schwere Erkältung. Ich fühlte mich schon die ganze Nacht über schlecht." Wenigstens das Letzte war nicht gelogen. Ich ließ ein theatralisches Husten folgen, das hoffentlich überzeugend wirkte. "Ja, danke für Ihr Verständnis. Bis morgen." Ich legte auf.
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Die Mobberin meiner Tochter
Was tut eine Mutter, damit ihr Tochter nicht mehr gemobbt wird?
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