Ja - was denken denn die anderen?

Die Meinungen gehen auseinander

Chapter 150 by Hentaitales Hentaitales

Damit war die Befragung vorerst beendet, und Fanny und Steffi boten sich an, Viktor ein freies Zimmer zu zeigen, in dem er es sich gemütlich machen konnte. Die anderen blieben allerdings noch zusammen - das Thema war ja beileibe noch nicht ausdiskutiert.

"Ich mach mir schon irgendwie Sorgen", fing Connor die Runde an. "Offenbar kann der Kerl alles machen, was er will, und niemand wird sich ihm widersetzen. Beziehungsweise, wir werden das noch nicht mal merken! Ich kann mich selbst immer noch nicht davon überzeugen, dass er das da mit den Polizisten und der Zarathustra-Einsatztruppe war, und dabei weiß ich eigentlich, dass er's war. Aber ich glaub trotzdem daran, dass irgend was anderes passiert sein muss. Es ist total verrückt, als würde ich mir innerlich die ganze Zeit selbst widersprechen!"

"Ja, das ist echt schräg", bestätigte Jessie. "Ich glaub ihm, dass er das nicht wirklich tun wollte - ich meine, was hätte er auch davon? - aber alleine schon, dass er so was kann, ist wirklich gefährlich. Ich weiß echt nicht, was wir mit ihm anfangen sollen."

Steffen sah zu ihr. "Erst mal hier behalten und ihm Zeit zur Erholung geben", sagte er. "Wie gesagt, er ist schwer traumatisiert. Ein bisschen hat er sich mir gegenüber vorhin geöffnet - er hat eine wahnsinnige Wut auf die Leute, die ihm das angetan haben. Da müssen wir ihn sehr langsam und vorsichtig von runterholen - solange er so viel Zorn in sich hat, können wir ihn nicht auf die Welt loslassen. Ich bin mir aber sicher, wir kriegen ihn wieder hin." Er lächelte versonnen. "So, wie ich meine Töchter kenne, werden sie ihn erst mal auf andere Gedanken bringen. Und wenn er sich ein bisschen entspannt hat, können wir tiefer gehen."

Aber Tom schüttelte den Kopf. "Ich seh das nicht so optimistisch", gab er zu bedenken. "Selbst, wenn wir uns sicher sind, dass er sich wieder im Griff hat - für ihn wäre es ein Leichtes, uns davon zu überzeugen, selbst wenn es in ihm vollkommen anders aussieht. Wir können ihm auf keinen Fall alleine Verantwortung übertragen, auch auf längere Sicht nicht. Das Risiko ist viel zu groß."

"Und ICH werde bestimmt nicht sein Handler", gab Pandora zurück. "Der Gedanke, jemanden an die Kandare nehmen zu müssen, der dich so leicht manipulieren kann, da kriege ich ja selbst Albträume von! Bei mir hat der erst mal ausgeschissen. Ehe ich mit dem irgendwas zusammen unternehme, muss schon viel passieren!"

"Na, so hart würde ich das jetzt nicht sehen", meinte Malia. "Klar, er hat ganz schön was abbekommen. Aber ehrlich, ich hab ihn lieber auf meiner Seite als gegen mich. Ich finde, wir sollten schon versuchen, Freunde für ihn zu sein. Wenn man länger eingesperrt war, kann man Freunde auf jeden Fall gebrauchen!"

Überraschenderweise pflichtete ihr Asha bei. "Ich hab ihn jetzt nicht da draußen erlebt", sagte sie, "aber er wirkt auf mich nicht wie ein gefährlicher Irrer, den man einsperren muss. Ich finde, wir sollten ihn hier bei uns einbinden."

Tamara sah das anders. "Kennenlernen sollten wir ihn bestimmt", meinte sie, "aber irgendwie einbinden? Finde ich schwierig. Wenn ich das richtig verstanden habe, kann er jeden hier dazu bringen, alles hinzunehmen, was er macht, oder? Dann könnte er auf einer von euren Missionen völlig problemlos Amok laufen, und ihr alle würdet das okay finden! Nee - da müssen wir vorher echt schauen, wie wir ihn unter Kontrolle halten!"

"Und damit denkst du genau so über ihn, wie die Leute, die ihn eingesperrt haben." Lorena war in den Besprechungsraum getreten, sichtbar hochschwanger, und höchstwahrscheinlich von Viktor. "So dürfen wir gar nicht erst anfangen! Er ist in der gleichen Situation wie wir alle - verfolgt wegen dem, was er ist - und er braucht jetzt kein Misstrauen und keine Kontrolle, er braucht Hilfe!"

"Ich verstehe, was du meinst", sagte Tom, "und auch, warum du so denkst, aber-"

Lorena schnitt ihm sofort das Wort ab. "Da gibt es kein 'aber'! Viktor ist durch die Hölle gegangen, die absolute Hölle! Wir haben ihn nicht da rausgeholt, um ihn jetzt zu isolieren! Er braucht Nähe, er braucht Kontakt, er muss wieder den normalen Umgang mit Menschen lernen. Wenn wir ihn behandeln wie einen Gefahrenherd, wird er garantiert keine Normalität erlangen! Und ich verlange von jedem Einzelnen hier, dass er sein Bestes dafür tut, Viktor hier ein echtes Zuhause zu verschaffen. Ist das klar?"

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Ist das ihr letztes Wort?

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