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Chapter 2 by Reyhani Reyhani

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Die Clique

Uschis Bericht über ihren ersten Blick hinter die Kulissen des Kleingartenvereins:

„Ich habe zum ersten Mal gemerkt, was sonst noch so im Kleingarten vor sich geht, als ich zu Beas Clique gestoßen bin. Damals hatte ich die Höhere Handelsschule fertig und war grade in der Lohnbuchhaltung angefangen. Ich fühlte mich schon so erwachsen, musste aber natürlich noch zu Hause wohnen. Und es gab immer Streit wegen irgendwas mit meiner Mutter.

Das war auch an dem Abend der Fall, als wir zusammen im Schrebergarten waren. Ich glaube, wir haben Johannisbeeren gepflückt ... oder waren es Pflaumen ... ich weiß nicht mehr. Jedenfalls musste ich einfach mal raus und bin durch die Anlage gewandert bis ganz hinten zu Bahndamm. Ich wollte in Ruhe die Zigarette rauchen, die ich von einer Kollegin geschenkt bekommen hatte. Sie steckte schon in meinem Mund und ich wühlte in den Taschen meiner Kittelschürze, da merkte ich erst, dass ich die Streichhölzer vergessen hatte.

Zu allem Unglück tauchte plötzlich Bea auf und lachte mich aus, als ich meine Zigarette hektisch verschwinden lassen wollte. ‚Lass die bloß nicht erwischen‘, hat sie höhnisch gerufen.“

„Wer war denn Bea?“

„Ach ja ... das war die Tochter von Ingrid und Werner, dem Vorsitzenden, der im Verein den Ton angegeben hat. Die war schon ein paar Jahre älter als ich, aber verheiratet war sie damals auch noch nicht. Ich weiß gar nicht, was die gemacht hat, ich meine beruflich. Ich glaube nichts gescheites. Vermutlich ihrer Mutter bei ihren dubiosen Geschäften geholfen. Später habe ich gehört, dass sie beim Film gelandet ist. Aber im Kino habe ich sie nie gesehen ...

‚Hab eh keine Streichhölzer dabei‛, habe ich Bea erwidert und wollte mich schnell verkrümeln. Aber da ist sie auf einmal netter geworden, hat sich entschuldigt und gefragt ob ich nicht mitkommen will, sie würde mir Feuer geben. Und ich bin mitgegangen, denn nach Hause wollte ich ja auch nicht unbedingt. Wir sind in einen Seitenweg hinein, da war ich noch nie, und standen vor so einem zugewucherten Garten. Hinter ein paar alten Obstbäumen und Sträuchern lag eine kleine Bude versteckte. Drinnen warteten schon Ruth und Uta, später kam dann noch Edith dazu.“

„Das war wohl die Kleingarten-Clique. Das waren sicher interessante junge Damen.“

„Ja klar, wir hatten es faustdick hinter den Ohren. Das wirst du gleich sehen. Aber alles der Reihe nach. Bea hat mich den anderen vorgestellt und wir haben zusammengesessen und gequatscht über dies und das ... Arbeit, Eltern, das war bei uns allen derselbe Krampf. Es war echt nett und die Bude war sehr gemütlich. Wegen Bea hat der Vorsitzende wahrscheinlich ein Auge zugedrückt und uns den Schuppen mit den zwei alten Sofas überlassen.

Und irgendwann meinte Bea so: ‚Uschi hat uns Zigaretten mitgebracht.‘ Die anderen haben gejubelt und ich habe mich furchtbar geschämt, dass ich nur eine einzige vorzuweisen hatte. ‚Nicht schlimm‘, sagte Bea, wir würden schnell welche holen. Woraufhin ich mich noch mehr geschämt habe, denn Geld hatte ich natürlich auch keins. ‚Muss man nur wissen, wie es geht‘, darauf wieder Bea.

Sie hat mich an der Hand genommen und wir haben eine Runde durch die Anlage gedreht. Es hat schon gedämmert, aber weil es Wochenende war und schön warm, war noch viel los. Irgendwann ist Bea auf so einen Opa zugesteuert, der an seinem Zaun stand. Ich kannte den auch vom Sehen, so ein gemütlicher, älterer Mann mit Bauch, ich glaube er hieß Karl. ‚Den fragen wir‘, hat Bea mir zugeflüstert. ‚Keine Angst, ich sage dir, was du machen musst.‘

Also nehme ich all meinen Mut zusammen und frage den Mann nach Zigaretten. Mir war das furchtbar peinlich, aber ich wollte mir auch keine Blöße vor meiner neuen Freundin geben. Er schaut uns an und fragt mich, was ich denn anzubieten hätte. Ich verstehe nicht, was er meint und schaue Bea hilfesuchend an. ‚Zeig ihm deine Titten‘, flüstert die mir ins Ohr.“

„Das hast du nicht wirklich gemacht, oder?“

„Ich bin erstarrt und konnte mich nicht rühren. Schon das Wort Titten hat mich rot anlaufen lassen. Da hat Bea mich einfach nach vorne an den Zaun geschoben und hat mir, als ich immer noch nicht reagiert habe, die obersten beiden Knöpfe geöffnet.

Karl grinst zufrieden, er streckt seine riesige Hand aus und ich starre auf sie, wie das Kaninchen auf die Schlange. Ich kann sogar den Dreck unter seinen Fingernägeln sehen. Und er steckt sie einfach in meinen Ausschnitt und tastet erstaunlich vorsichtig aber doch bestimmt nach meinen Brüsten. Wie nach Tomaten, ob sie schon reif sind. Wegen des guten Wetters hab ich ja nichts drunter an, nicht mal einen BH. Haben viele Frauen so gemacht.“

„Mein Gott, das muss ja schrecklich gewesen sein.“

„Ach, es ging. Karl hatte wirklich Fingerspitzengefühl trotz seiner großen Pranken. Der wusste, wie man mit jungem Gemüse umgeht. Als ich den ersten Schock überwunden hatte, war es sogar ganz angenehm, wie er meinen Busen geknetet und mit den Warzen gespielt hat.

Aber dann kam die kalte Dusche: Er meinte, das würde ja höchstens für zwei Zigaretten reichen und auch nur, weil es mal was Neues wäre. Ob denn die Uta nicht da wäre, dann könnte er vielleicht noch erhöhen.“

„Wer war denn Uta?“

„Uta war auch in der Mädelsclique. Mit der Zeit ist sie zu meine besten Freundin geworden. Wir sind heute noch in Kontakt. Im Kleingarten waren wir bald unzertrennlich. War oft in ihrer Laube, denn ihre Eltern waren nicht so streng und haben eine Menge erlaubt, was bei uns absolut verboten war. Und sie hatte einen großen Bruder, der ein Moped hatte. Der Bernd war immer ein ernstzunehmender Konkurrent für den Gerd. Aber zum Schluss habe ich mich dann für den Opa entschieden. Das war gut so, denn dadurch haben sich ganz neue Möglichkeiten ergeben. Gerd sagte immer, zusammen wären Uta und ich die ideale Frau ... “

„Wie hat er denn das gemeint?“

„Na ja, du weiß doch wie der Gerd ist. Uta hatte diesen riesigen Busen, er hat sie immer Hupen genannt, und ich mit meinem Po ... Er fand, dass sich das gut ergänzt.“

„Der Gerd weiß hoffentlich, was er an dir hat. Ich merke mir das, und wasche ihm bei Gelegenheit mal den Kopf. Für ihn hat es gefälligst nur eine zu geben.“

„Mach dir keine Sorgen, das mit der perfekten Frau war ja auch nur so ein Spruch. Ich fand das auch gar nicht schlimm. Utas Brüste waren wirklich eine Wucht. Da gab es keine Konkurrenz oder so, zwischen uns passte kein Blatt.“

„Na gut. Aber wie ging es denn beim Zigarettenholen weiter?“

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