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Chapter 3
by
Reyhani
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Nachbarschaftshilfe
Fortsetzung von Uschis Bericht über ihren ersten Blick hinter die Kulissen des Kleingartenvereins:
„Um auf die Geschichte zurückzukommen, damals hat es mich schon getroffen, als dieser alte Sack, Karl, sich über meine fehlende Oberweite beschwert hat. Ich hatte irgendwie das Gefühl, versagt zu haben. Was man sich als junge Frau für dumme Sachen einbildet …
Aber zum Glück hat sich da die Bea eingeschaltet. Die hatte den Geschäftssinn von ihrer Mutter geerbt und wusste, dass man sich die Ware nicht schlechtreden lassen durfte. Sie hat gesagt, das täte ihr Leid, dass Karl unser Angebot nicht zusagen würde. Die Qualität sei über jeden Zweifel erhaben, aber was einem gefalle, das sei ja Geschmacksache. ‚Vielleicht haben wir ja noch was anderes, was dich interessiert.‘
Ich hatte natürlich gar keine Ahnung, wovon sie spricht. Und auch als sie ganz nah an den Zaun getreten ist, Karl sich so verstohlen umgesehen hat und sich Bea zum Schluss vor dem Zaun ins Gras gekniet hat, habe ich es nicht verstanden. Sie hat mich dann am Rock gezogen und ich bin zu ihr runter. Und da hab ich gesehen, wie Karl seinen Penis durch den Maschendrahtzaun gesteckt hat.
Bea hat mich so angeguckt, als wolle sie sagen: ‚So, jetzt pass schön auf!‘ Sie hat mit der Hand ein bisschen an ihm rumgespielt, bis er ganz steif war und richtig rausgestanden hat. Dann hat sie mit der Zunge an der Spitze geleckt und sie auch einmal kurz in den Mund genommen. Und dann hat sie mich wieder so angeguckt: ‚So, und jetzt du!‘ Na ja, und so kam eins zum anderen.“
„Moment, du willst mir erzählen du hast ... Was hast du dir denn dabei gedacht?“
„Ach, so genau weiß ich das doch heute nicht mehr. Ich denke mir, gedacht werde ich nicht viel haben, ich habe einfach die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Und warum? Vielleicht wollte ich die Scharte meiner zu kleinen Oberweite auswetzten, meiner neuen Freundin imponieren, meine ach so christliche Mutter ärgern, Erfahrung sammeln, oder, oder, oder – wer weiß das schon. Im Nachhinein betrachtet hat es sich mehr als gelohnt. Ich habe es nie bereut.
„Und das war dir gar nicht unangenehm? Das Ding von so einem älteren Herren? Hattest du keine Angst, dass was passiert?“
„Also klar, zuerst war es ungewohnt. Hat komisch geschmeckt aber war auch aufregend mit Karls Ding im Mund am Gartenzaun zu knien. Und was sollte da schon passieren. Wir waren ja zuhause in der Anlage. Bea hatte Karl buchstäblich bei den Eiern, wenn der was Komisches versucht hätte … oder meinst du … ? Also ich war ja tatsächlich alles andere als erfahren aber ich wusste schon, dass man vom Schlucken nicht schwanger wird.
So weit ist es ja letztendlich auch gar nicht gekommen. Ich hatte grade einen Rhythmus gefunden und war sogar ein bisschen stolz, als ich gemerkt habe, dass Karl immer aufgeregter wurde – da wurden wir unterbrochen: Von hinten aus dem Garten rief Karls Frau. Ich habe mich total erschreckt und auch Karl hat hektisch versucht, wieder einzupacken. Aber Bea hat festgehalten: ‚Was ist mit unseren Fluppen?!‘
Karl wollte sich aufregen, doch die Rufe sind immer lauter geworden. Da hat er geknurrt, ausnahmsweise würde er mal anschreiben aber er hätte was gut. Dann hat er ein angebrochenes Päckchen Zigaretten aus seiner Hemdtasche gefischt und uns hingeworfen. Und weg war er.“
„Wow, so kommt man an Zigaretten.“
„Du kannst dir nicht vorstellen, wie stolz ich war, als wir mit der Beute in unsere Bude zurückkamen. Alle haben mich gefeiert und wir haben ordentlich was weggequarzt. Hinterher war mir richtig schlecht. Und als ich nach Hause kam, habe ich eine ordentliche Standpauke von meiner Mutter bekommen, weil es schon so spät war und sie noch den Rauch in meinen Klamotten gerochen hat. Aber das war mir egal, ich war ja jetzt Teil der Clique. Und Zigaretten hatte ich von da an auch immer genug. Ich kann dir sagen, wir hatten noch viel Spaß in diesem und den folgenden Sommern.“
„Das sind ja mal Neuigkeiten. Meine Oma die Kleingarten-Prostituierte. Nur gut, dass das alles war, bevor du den Opa kennengelernt hast.“
„Jetzt mach aber mal ’nen Punkt, Bürschchen. Mit den Professionellen hatten wir nichts zu tun. Bei uns war das reine Nachbarschaftshilfe. Damals haben wir noch alle zusammengehalten und nicht alleine vor uns hingewurschtelt wir ihr heute. Das war vollkommen normal, dass man sich gegenseitig zur Hand geht. Das wusste auch der Opa. Der hat es ja auch nicht anders gemacht.“
„Entschuldige, so war das nicht gemeint. Ich wollte dich nicht verurteilen. War ja sicher auch nicht einfach für dich damals. Aber hattest du wirklich das Gefühl, dass das ein guter Deal war für ein paar Zigaretten …?“
„Schnickschnack Zigaretten. Darum ging es doch nur am Rande. Viel wichtiger war es doch dazuzugehören. Z.B. hat Werner, der Vorsitzende, bei meiner Mutter vorgesprochen. Danach war es auf einmal kein Problem mehr, wenn ich mal länger weg war. Und ich habe den ganzen Kleingartenverein mal von einer anderen Seite kennengelernt. Verglichen mit den Dramen, die ich erlebt habe, war jeder Liebesfilm im Kino sterbenslangweilig. Und letztendlich habe ich so ja auch Gerd kennengelernt. Also wenn sich das nicht gelohnt hat …“
„Du hast Recht, ich kann mir das wohl nicht richtig vorstellen. Erzähl doch mal, wie sich dein Leben durch die Clique dann konkret verändert hat.“
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Erinnerungen an das Erwachsenwerden in der Kolonie
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