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Chapter 4
Welche Bewerberinnen bekommen eine Einladung?
Die Auswahl
Am nächsten Morgen war Scheibner schon gespannt darauf, ob überhaupt und welche Bewerbungen eingegangen waren. Er konnte sich gerade noch so davon abhalten, noch vor dem Frühstück in sein Mail-Postfach zu schauen. Aber als er in seinem Wagen saß, rief er umgehend im Büro an. Seine Assistentin, wie immer pflichtbewusst schon früh am Schreibtisch, war sofort erreichbar.
"Guten Morgen Vanessa", begrüßte er sie und wartete ihre Antwort nicht ab, "ich wollte nur kurz fragen ..."
Wie oft kannte sie seine Gedanken, ehe er sie ausgesprochen hatte.
"Ja. Es sind elf Bewerbungen eingegangen. Ich habe sie bereits grob gesichtet und die ungeeigneten aussortiert. Es sind jetzt noch vier. Wie wollen Sie weiter vorgehen?"
Die knappe sachliche Auskunft wurmte ihn jetzt doch ein wenig. Was , wenn gerade unter denen, die nicht in die engere Wahl kamen, genau seine Favoritin wäre? Nein, rief er sich zur Ordnung. Er hatte sich für diesen Weg entschieden und nun würde er ihn auch durchziehen. Außerdem hatte er gelernt, sich auf Vanessas Einschätzungen zu verlassen. Was ihr an Lebensjahren möglicherweise fehlte, machte sie durch eine schnelle Auffassungsgabe und ein gutes Gespür für menschliche Stärken und Schwächen mehr als wett. Sie würde es sicher noch eine steile Karriere machen. Vorerst wollte er sie aber auf alle Fälle in der jetzigen Position als seine direkte Untergebene behalten. Sie war zu wertvoll für ihn geworden. Und außerdem hatte er sie noch nie ...
Stopp. Jetzt nicht abschweifen. Er kam zurück zum eigentlich Thema.
"Danke, das ist gut. Wann könnten kurzfristig die ersten Interviews stattfinden?"
Auch auf diese Frage war seine Assistentin bereits vorbereitet und antwortete ohne Zögern.
"Heute Nachmittag ab 14 Uhr könnten wir Termine einschieben, wenn zwei Routinebesprechungen abgesagt werden. Ich habe die Agenda gecheckt, es stehen keine unaufschiebbaren Punkte darauf."
"Prima, dann machen wir es so. Schickst du ..."
"Geht klar, Chef. Einladungen an die vier Kandidatinnen, Absagen an die sieben, die nicht in Frage kommen und Terminverschiebungen an die Besprechungsteilnehmer gehen innerhalb der nächsten halben Stunde raus. Sonst noch etwas?"
"Ähm, ja. Stellst du mir bitte kurze Resümees der Bewerberinnen zusammen?"
"Selbstverständlich. Liegen heute Mittag auf Ihren Tisch."
"Danke, das wäre dann alles, Vanessa."
"Gerne. Ihnen einen angenehmen Tag, Herr Scheibner."
Sie legte auf. Scheibner blieb wie oft ein bisschen überfordert zurück. Wie machte die Frau das nur? Musste er sich Sorgen machen, dass sie ihm überlegen war und eigentlich sie ihn steuerte, anstatt andersherum. Nein! Er lachte gepresst. Was für ein absurder Gedanke.
Den Vormittag verbrachte er auf diversen Baustellen, konnte sich aber nicht so recht auf die Projekte konzentrieren. Zu Mittag ging er mit einem Geschäftspartner essen, verabschiedete sich zu dessen und seiner eigenen Verwunderung aber schon vor dem Dessert. So hatte er bis zum ersten Gesprächstermin noch über eine Stunde Zeit, als er den SUV auf dem reservierten Firmenparkplatz abstellte und mit dem Aufzug hoch in sein Büro im obersten Stockwerk fuhr. Vanessa saß nicht an ihrem Platz, vermutlich war sie mit Kolleginnen in die Kantine gegangen.
Also strebte er direkt zu seinem Schreibtisch. Wie erwartet fand er dort vier dünne Mappen säuberlich gestapelt. Neugierig warf er einen Blick auf die Deckblätter.
Wer sind die vier?
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Updated on Oct 8, 2025
by Toby Mark
Created on Oct 13, 2020
by Toby Mark
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