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Chapter 13
by
Daemony
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Dichte, dunkle Wolken
Schneeflocken stachen wie feine Nadeln in Evas ungeschützte Haut. Sie stöhnte leise und versuchte, sich vom Boden aufzurappeln. All ihre Muskeln schmerzten, Hände und Knie waren blutig verkratzt und ihr Hinterteil brannte wie Feuer.
Mühsam **** sie ihre verquollenen Augen auf. Sie lag auf dem abschüssigen, felsigen Boden der Lichtung. Über ihr ragte das morbide Holzgerüst auf, als sei nichts geschehen. Die widerlichen Tierkadaver und Knochenreste baumelten in der auffrischenden Brise. Winzige Eiskristalle, die aus den dicken, dunklen Wolken herabfielen, wirbelten durcheinander und bedeckten die Landschaft mit silbern glänzendem Puderzucker.
Eva fröstelte in der eisigen Kälte. Sie war nackt. Ihre Kleider lagen unordentlich verstreut im Umkreis. Vage, verschwommene Bilder in ihrem Kopf zeigten ihr, was geschehen war, ohne dass sie sich wirklich daran erinnern konnte. Was war das für ein Platz? Und weshalb war sie, von allen möglichen Orten auf dieser Welt, ausgerechnet hierher geflohen?
Und dann war da dieser Mann - dieses Wesen, das sie ... das mit ihr ... Ihr Verstand weigerte sich, Worte für das zu finden, was ihr widerfahren war.
Sie biss die Zähne zusammen und richtete sich auf, obwohl ihr Körper schmerzlich dagegen protestierte. "Das Wichtigste zuerst", sagte sie sich und sammelte ihre Kleidung ein, zog sich Stück für Stück an. Die Sachen waren schmutzig und zerrissen, trotzdem fühlte sie sich schon deutlich besser, als sie wieder einigermaßen anständig aussah.
Als nächstes brauchte sie einen Unterschlupf, der möglichst trocken und warm war, um sich auszuruhen und zu erholen. Wohin sollte sie sich wenden? Als habe er auf diese Frage gewartet, knurrte ihr Magen und erinnerte sie daran, dass sie seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte. Wieviel Zeit war seither vergangen? Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie hier bewusstlos gelegen hatte. Auch ein blinzelnder Blick in den Himmel half ihr nicht weiter. Die dichte Wolkendecke streute und schirmte das Sonnenlicht ab, so dass es keinen Hinweis darauf gab, wie weit der Tag fortgeschritten war.
Eva ließ die Schultern hängen und schnaubte niedergeschlagen. So wie es aussah, hatte sie keine andere Möglichkeit, als ins Dorf zurückzukehren, wenn sie nicht verhungern oder erfrieren wollte. Es wirkte fast so, als habe sich die Natur selbst dagegen verschworen, sie aus dem Tal entkommen zu lassen. Gleich wohin sie sich wandte, tauchten Widerstände und Hindernisse auf. Die Menschen mussten gar nichts tun, um sie festzuhalten. Das Dorf war ein Gefängnis ohne Mauern, das sie wirkungsvoller einschloss, als ein Kerker mit eisernen Türen.
Mit hängendem Kopf machte sie sich auf den Rückweg. Stoisch Fuß vor Fuß setzend grübelte sie darüber nach, was sie tun sollte, wenn sie zurück war. Wie sie erklären sollte, warum sie geflüchtet war. Wieviel ihrer wahren Ängste und Beweggründe sollte sie offenbaren?
Sie hörte Axtschläge. Ein Warnruf. Dann Knirschen und Krachen, gefolgt von dem dumpfen Aufschlag eines gefällten Baumes. Aus einiger Entfernung entdeckte sie Frauen und Mädchen, die Äste und Reisig sammelten, zu großen Rollen schnürten und diese auf dem Rücken ins Dorf trugen. Manche von ihnen schauten in Evas Richtung, aber niemand sprach sie an, wofür sie dankbar war.
Als sie den Waldrand erreichte und die geduckten Steinhäuser vor sich sah, stockte sie. Nun musste sie sich entscheiden. Wollte sie wirklich dorthin zurück?
Tief im Westen bekamen die Wolken einen fahlen, weißen Rand. Bald würde es dunkel. Ungeschützt, zerschlagen und ohne Nahrung wäre eine Nacht im Freien mörderisch. Eva realisierte, dass die Entscheidung längst gefallen war. Die Natur war grausam und unerbittlich. Menschen konnten Mitgefühl zeigen.
Sie würde mit Julius reden müssen. Sie würde ihn bitten, sein Urteil zu überdenken oder ihr wenigstens Aufschub zu gewähren. Wenn sie diesen Franz, Sohn von Vinzenz, den man ihr als Ehemann zugedacht hatte, wenigstens kennenlernen könnte, ehe sie vermählt würden, wäre es einfacher zu akzeptieren. Vielleicht war er ja ein ganz netter Bursche, den sie trotz der widerwärtigen Umstände erdulden könnte.
Mit dem Entschluss schien ein schweres Gewicht von ihren Schultern zu fallen. Sie beschleunigte ihre Schritte und strebte dem Haus des Dorfältesten zu.
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Eva
Ein Projekt im Genre „Dark Fantasy“
Eva, eine junge Frau aus einer Kleinstadt in der Nähe von Wien sucht einen Ort , um ihre belastende Vergangenheit zu überwinden, um Ruhe und Frieden zu finden. Sie weiß nicht, dass das winzige, isolierte Alpendorf unter dem Einfluss böser, übernatürlicher Mächte steht und sie Herausforderungen ausgesetzt werden wird, an denen sie wachsen oder zerbrechen kann.
Updated on Apr 14, 2025
by Daemony
Created on Mar 26, 2023
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