What's next?
Der letzte Schulball
Die Schulglocke hat schon vor zehn Minuten geläutet , aber hier, am hinteren Ende der Sporthallr, ist es jetzt unheimlich still. Nur das gedämpfte Rufen der anderen Schüler dringt herüber wie Stimmen aus einem anderen Leben.
Clara steht ,immer noch vor Theo, die Schultern leicht zusammengezogen und ringt nach Worten. Die roten Strähnen in ihrem dunkelbraunen Haar fallen ihr ins Gesicht, und sie streicht sie mit einer ungeduldigen Geste hinter ihr Ohr.
„Also", sagte Theo und spürt, wie das Wort zwischen ihnen in der Luft hing „Du hastvgeagt, dass du mich magst. Laut."
Theo ist angespannt. Er ist kein Mutiger. Er ist der Typ, der in Gruppenarbeiten schweigt und aufzeigt, wenn er die Antwort kannte, aber nie freiwillig. Mit Mädchen spricht er, wenn es um Hausaufgaben geht. Mehr nicht. Und jetzt steht hier Clara – schüchterne, stillstehende Clara, die immer in Klaras Schatten steht – und hatte angeblich Gefühle für ihn.
„Warum?", fragt er erneut „Ich meine... wir haben kaum je ein Wort gewechselt. Ich bin nicht... ich bin nicht besonders."
Clara blickt auf. Zum ersten Mal trifft ihr Blick seinen. Ihre Augen sind ein tiefes Ozeanblau, und etwas darin zieht sich zusammen, als hat sie sich vorgenommen, jetzt zu sprechen. „Das weiß ich", sage sie leise. „Ich meine... dass du nicht besonders bist in dem Sinne. Nicht laut. Nicht auffällig. Aber..."
„Aber?", fragt Theo. er läasst nicht locker.
„Der Schulball", sagt Clara. „Letztes Jahr."
Theo blinzelt. Der Schulball. Er erinnert sich vage an den Abend – das überheizte Turnhallenambiente, die zu laute Musik, die grellen Lichter. Er stand in der Ecke , hatte ein Glas Punsch getrunken und darauf gewartet, dass die Zeit verging. Er hatte nicht getanzt. Er hatte nicht geredet. Er hatte einfach gestanden.
„Was war mit dem Schulball?"
Clara atmet tief ein. „Ich stand allein an der Bar. Klara war... sie hatte diesen Typen getroffen, den sie kannte, und sie war mit ihm auf der Tanzfläche. Ich stand dort und wollte eigentlich gehen."
Sie hält inne. Theo wartet. Er spürt, wie sich ihre Worte langsam zusammenfügen, wie ein Puzzle, das er nicht erwartet hat.
„Dann kamst du an die Bar. Du hast ein Glas genommen. Du hast mich angesehen. Und du hast... du hast einfach gesagt: 'Der Punsch schmeckt wie Kartoffelsuppe mit Zimt.' Nichts weiter. Keine Frage, ob ich tanzen will. Keine Anmache. Nur dieser absurde Satz."
Theo erinnert sich. Vage. Er hat den Punsch probiert und sich gewundert, dass er tatsächlich nach Zimt schmeckt, aber auf eine seltsame, herzhafte Weise. Er hatte den Kommentar nur gesagt, weil er nervös war .
„Und das war es?", fragt er. „Ein Satz über Punsch?"
„Nein." Clara schüttelt den Kopf. „Nein, das war nicht alles. Du bist stehen geblieben. Du hast neben mir gestanden, und du hast nichts gesagt. Du hast einfach gestanden. Und das war... das war gut. Ich musste nicht reden. Ich musste nicht lächeln. Ich musste gar nichts. Du warst einfach da."
Ihre Stimme ist leiser geworden. „Und dann kam dieser Typ. Dieser eine Typ, der immer zu laut ist. Du weißt schon, dieser Björn aus der Parallelklasse."
Björn ist groß und breit und hat ein Lachen, das man drei Räume weiter hört.
„Er kam zu mir und fragte, ob ich nicht mit ihm tanzen wolle. Es war keine Frage. Es war... so ein Blick. Du kennst den Blick."
Theo kennt den Blick. Der Blick, der sagt: Du wirst ja sowieso nicht nein sagen, weil du nicht nein sagen kannst.
„Und dann..." Clara hält inne. „Dann hast du dich bewegt. Du bist einen Schritt näher gekommen. Du hast nichts gesagt. Du hast einfach... du warst plötzlich da. Zwischen uns. Und du hast zu Björn gesagt: 'Sie hat schon einen Tanzpartner.' Und dann hast du mich angesehen. Nur kurz. Und du hast leicht genickt. Erst hat er dich wütend angesehen, ich hatte Angt er haut dir eine rein, aber dann ist er einfach abgezogen. Du hast mich beschützt, ohne etwas zu erwarten, nicht einmal einen Alibi-Tanz hast du von mit gewollt. Das war toll!"
Theo erinnert sich wieder, er wollte damals nicht drn Held markieren, er hat einfach insinktiv gehandelt.
"Ich weiß was bei den anderen Jungs Sache ist", sagt Clara, nun ziemlich kleinlaut "ich hab erfahren, dass ein paar von den Möchtgern-Machos eine Wette laufen haben, wer mich rumkriegt und entjunfert. Jung sind solch Schweine! Aber du bist anders. Erst dachte ich es ist nur eine kleine Schwärmerei, aber es geht nicht vorbei, ich bin richtig verliebt in dich!"
Dieser letzte Satz kostet Clara nochmsl richtig Kraft. Sie spielt nervös an einer Haarsträhne uns sieht Theo erwartungsvoll an.
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