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Chapter 26 by daimon daimon

Was hat Juliette mit Simone vor?

Der Vorschlag (22. März)

„Sie hat mir – uns – einen Vorschlag gemacht.“

„Uns? Welchen Vorschlag?“

„Sie möchte heute mit dir einen Probelauf machen. Bei einem alten Stammkunden.“

„Echt? Aber …“

„Geht dir das zu schnell?“

„Eigentlich hatte ich …“

„Kannst du dich erinnern, wie du schwimmen gelernt hast?“

„Ja, Vater hat es …“

„Er hat es dir langsam und behutsam beigebracht. Wie lange hat das gedauert?“

„Schon einige Zeit, soweit ich mich erinnere.“

„Und was haben deine Freundinnen gemacht, während du im Plantschbecken mit Vater Tempi geübt hast? Wochenlang?“

„Sie sind …“

„… geschwommen. Genau. Deine SchulkameradInnen, deine Freundinnen, alle hatten Spaß.“

Eine zerknirschte Simone: „Ich kann mich nicht mehr erinnern.“

„Aber ich kann mich daran erinnern, wie traurig du warst.“

Simone war verwirrt. Sie wusste nicht so recht, was sie mit dieser Ansprache ihrer Schwester anfangen sollte. Nach einer kurzen Pause setzte diese fort:

„Weißt du noch, wie ich schwimmen gelernt habe?“

Mit einem Grinsen antwortete Simone:

„Ich war noch zu klein, aber Mama hat es mir immer wieder erzählt. Der Freund deiner Kindergartentante hat dich ins tiefe Becken geworfen. Die Tante wurde daraufhin gefeuert, glaube ich.“

„Das fand ich damals richtig gemein. Wenn ich etwas zu sagen gehabt hätte …“

„Hattest du aber nicht. Vater war derart entsetzt, dass er mir dann selbst das Schwimmen beibringen wollte.“

„Ich war erschrocken und schluckte etwas Wasser, aber ich schwamm sofort wie ein Fisch. Ohne nachzudenken, ohne mich wochenlang von unserem Dad quälen lassen zu müssen.“

„Ich verstehe dich nicht ganz. Schwimmen lernen ist wichtig. Man kann sonst ertrinken. Für Geld mit fremden Männern schlafen ist …“

„Da hast du schon recht. Der Vergleich mag hinken. Worauf ich aber hinauswill: Zaudern bringt nichts. Augen zu und durch. Spring ins kalte Wasser. Das Gute daran ist, du kannst nicht ertrinken. Du kannst dich ekeln, kannst es abbrechen, davonlaufen, oder du siehst, dass es gar nicht so schlimm ist, dir vielleicht sogar etwas Spaß macht. Und wenn du einmal einen unsympathischen Kunden hast, denk einfach ans Geld.“

Simone blickte ihre Schwester nachdenklich an. Sicher, sie hatte mit dem Gedanken gespielt, sich zu prostituieren, aber das wurde ihr nun doch alles etwas zu konkret.

Sandra sah, dass sich Simones Verstand sträubte. Ihr Körper sprach allerdings eine ganz andere Sprache. Da war die verräterische Rötung von Hals und Brust, die glänzenden Augen, die geschwollenen feuchten Schamlippen, die sie immer noch unverschämt zur Schau stellte. Ein Blick auf ihre Hände verriet ihre Nervosität. Es zuckte sie in den Fingern. Am liebsten hätte sie sich hier und jetzt selbst verwöhnt.

„Ganz egal, wie es ausgeht, du bist nach heute Abend noch keine offizielle Prostituierte. Sieh es doch einfach als Abenteuer. Und das Beste habe ich dir noch gar nicht gesagt.“

Wird Sandras Überraschung Simone überzeugen?

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