What's next?
Das Bett
Andrea wollte zurückweichen. Doch hinter ihr war nur noch Beton.
Die Tür öffnete sich weiter Zentimeter für Zentimeter. Ein Schatten fiel über den schmalen Spalt. Dann erschien eine Hand. Breit. Kräftig. Sie legte sich um die Stahlkante und drückte die Tür vollends auf.
Der Glatzkopf. Seine Augen entdeckten die Beute und leuchteten auf.
Andrea erstarrte.
Einen Augenblick lang bewegte sich niemand.
Dann schoss sie los. Andrea stieß sich von der Wand ab, rannte auf den Mann zu. Im letzten Moment wich sie zur Seite, duckte sich unter seinen Armen, wollte an ihm vorbei. Durch die offene Tür hinaus in die Freiheit.
Zu spät. Eine Hand packte sie grob am Arm. Sie riss sich los –
– beinahe.
Seine zweite Hand legte sich auf ihre Schulter.
Andrea schrie.
Er sagte nichts. Unbeeindruckt hob er sie vom Boden. Ihre Füße strampelten, hilflos, wirkungslos. Sie schlug um sich, traf seinen Unterarm, seine Schulter. Nichts brachte ihn aus der Ruhe.
"Lass mich!"
Keine Reaktion. Er trug sie, als spüre er ihr Gewicht gar nicht. Das Bett kam näher. In ihrem Kopf jagte ein Gedanke den nächsten.
Bitte nicht.
Andrea versuchte, sich irgendwo festzuklammern. Vergeblich. Mit einer kraftvollen Bewegung schleuderte er sie auf die zerwühlten Decken. Die Matratze federte unter ihrem Gewicht nach. Der Aufprall raubte ihr kurz den Atem. Sie wollte sofort wieder hoch. Rappelte sich auf.
Doch sie stockte, als sie sein Gesicht sah.
Der Mann stand regungslos vor ihr. Kein Wort. Kein Lächeln. Nur dieser durchdringende Blick, mit dem er sie taxierte. Den weit geöffneten Morgenmantel. Das wenige, das sie darunter anhatte. Ihre Brust, die sich mit jedem Atemzug hob und senkte. Den flachen Bauch. Die schlanken Beine. Und das dunkle Dreieck, wo der halb-transparente Slip kaum etwas verbarg.
Andrea krabbelte rückwärts über die Matratze, bis ihr Rücken das Kopfteil berührte. Ihr Herz hämmerte gegen die Rippen. Alle schrecklichen Möglichkeiten schossen ihr gleichzeitig durch den Kopf. Jede einzelne schlimmer als die vorherige.
Sie wusste nicht, was er wollte. Aber sie konnte es sich denken.
Der Glatzkopf machte einen einzigen Schritt auf das Bett zu. Ein Mundwinkel zog sich nach oben. Er setzte sich auf die Bettkante. Die Matratze gab unter seinem Gewicht nach. Er fasst nach ihrem Fußgelenk, strich langsam ihre Wade entlang.
Andrea presste die Lippen zusammen. Eiseskälte kroch ihr Bein hinauf.
"Ich denke, wir werden viel Spaß miteinander haben."
Die ersten Worte, die er an sie richtete. Andrea schüttelte den Kopf.
"Nein. Bitte. Ich gebe Ihnen alles. Geld, Schmuck. Was immer sie wollen, aber tun sie mir nichts."
Seine Hand erreichte ihr Knie.
"Das Geld und den Schmuck nehmen wir sowieso. Aber hinterher."
Er lehnte sich vor, seine Fingerspitzen kitzelten die Innenseite ihrer Oberschenkel.
"Wie heißt du denn?"
Ihr wurde fast übel.
Da klingelte Andreas Telefon.
Der Blick des Glatzkopfs schoss zum Nachttisch. Zunächst unwillig. Dann wurde sein Grinsen breiter.
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