What's next?
Daheim
Die Sonne war bereits untergegangen, bevor sie von der Straße nach Sibur nach Westen abbogen, da beide fix und fertig griff James in seinen Drogenvorrat. Die Müdigkeit war bald verflogen, Phex leitete ihren Ritt durch die Nacht. Sie waren beide keine geübten Reiter und waren froh, als sie gegen Mitternacht das Dorf Feenweide zu erreichen, an dessen Ende James neues Lehen begann.
Glimmerwein, abends
Sie ritten eine Viertelstunde lang durch ein sanftes, links und rechts von Weingärten umzäuntes Tal, hatten den Park auf einer Kastanienallee durchquert und standen nun vor dem Haupteingang des Lustschlosses Glimmerwein.
„Willkommen in meiner bescheidenen Hütte“,verkündete James stolz.
Noch ehe James ihr vom Pferd helfen konnte, war bereits der Stallknecht aufgetaucht und übernahm diese Aufgabe für ihn.
„Den Zwölfen zum Gruße, Paul. Kümmere dich bitte um die Pferde und das Gepäck.“
„Sehr wohl, Herr.“
Vicky war doch etwas mitgenommen von diesem ungewohnten Gewaltritt, sie war froh absteigen zu können. Über die Marmortreppe kam ihnen eine gepflegte Dame in den Fünfzigern entgegen. Sie verbeugte sich und begrüßte sie lächelnd mit den Worten:
„Ich freue mich Sie zu hause begrüßen zu dürfen, James von Glimmerwein.“
An diesen neuen Nachnamen werde ich mich erst gewöhnen müssen, dachte sich der lächelnde James.
„Ich freu mich auch, Siglinde. Darf ich euch meine Begleitung vorstellen. : Das ist Vicky aus Belhanka, sie wird mir bei der Verwaltung von Glimmerwein helfen. Und das ist Siglinde, sie kümmert sich um das Haus und die Angestellten.“
Die zwei Frauen begrüßten sich und schätzten sich einen Augenblick lang gegenseitig ab.
Siglinde war bereits seit über 30 Jahren auf Glimmerwein, sie hatte sich vom Dienstmädchen hochgearbeitet und war, nachdem der unglückliche Baron Ludolf von Glimmerwein im Krieg verstarb, mit der provisorischen Verwaltung des Schlosses betraut worden. Sie trat sehr gepflegt und streng auf, um ihrer Rolle gerecht zu werden. Für eine Frau in ihrem Alter hatte sie sich erstaunlich gut gehalten, auch wenn sie ihre Reize sorgsam vor der Öffentlichkeit verbarg.
Siglinde ging es mit Vicky wie den meisten Menschen im Kaiserreich. Sieglinde musste sie einfach eingehend betrachten.
[Im Kaiserreich wurde der Sklavenhandel schon vor Jahrhunderten verboten, somit war für die meisten Bewohner des Reiches ein Mensch mit wirklich schwarzer Hautfarbe viel exotischer als ein Elf oder Zwerg. Diese Welt war schon auch rassistisch, aber rassistisch bedeutet hier: Mensch versus Zwerg, versus Elfen, versus Ork, usw., aber zumeist fand man bessere Gründe, sich die Schädel einzuschlagen.]
Vicky bediente sich ihrer Wirkung auf andere ganz bewusst und sie verstärkte dies durch ihr erotisches, aber oft auch unnahbares Auftreten nochmals.
Beide Frauen wussten, dass sie noch ihre Fronten klären würden, aber das musste nicht heute sein.
James Gedanken waren beim Abendessen, seinem Bett und Vickys letzten Ritt für heute, der sich am Horizont drohende Zickenkrieg entging ihm.
James bot Vicky seine Hand an, die sie nur zu gerne annahm und so gingen sie über die Marmorstufen Stufen ins Schloss, während ihnen Siglinde sagte, dass das Essen im kleinen Speisesaal einzunehmen wäre. Ihre Frage, ob sie noch ein weiteres Zimmer vorbereiten lassen soll, beantwortete die lächelnde Vicky spöttisch:
„Ich denke, das wird nicht notwendig sein.“
Sieglinde führte sie ins Innere, Vicky bestaunte die stilvolle Einrichtung, es war für zwei Personen gedeckt.
„Ich dachte, ihr kommt früher, ich wollte mit ihnen essen und Euch über ein paar Details ins Bild setzen. Aber wenn ihr mit Madame Vicky speisen wollt, kann das auch bis morgen warten“, sagte Sieglinde.
„Ich würde mich freuen mit euch zu speisen und ich bin gespannt, was ihr zu berichten habt. Weiters möchte ich euch noch bitten, für etwas warmes Wasser zu sorgen, damit ich den Strassendreck loswerde“, kam Vicky James Antwort zuvor, machte noch dazu eine einladende Geste und war ab diesem Zeitpunkt die Chefin im Haus.
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