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Chapter 15 by HippieEnergyFlow

What's next?

Chillen

[Marie:]

Ich lag noch einen Moment da, die Beine verschränkt mit Vicis, unsere Körper klebrig und warm, der Geruch von Öl, Schweiß und Sex überall. Lukas und Lena hatten sich zurückgezogen, saßen auf einem der Poufs in der Ecke und nippten an Wasserflaschen, die irgendjemand reingestellt hatte. Die fremde Frau war weg, wahrscheinlich auf der Suche nach der nächsten Runde. Der Raum fühlte sich plötzlich kleiner an, intimer, aber auch ein bisschen leer.

Vici drehte sich zuerst. Sie rollte sich halb auf Lukas zu, legte ein Bein über seines, strich mit den Fingerspitzen über seinen Bart. „Na, großer Mann“, murmelte sie mit dieser tiefen, rauchigen Stimme, die sie immer kriegt, wenn sie richtig Lust auf jemanden hat. „Noch nicht genug gehabt?“

Lukas lachte leise, legte einen Arm um sie, zog sie näher. „Bei dir? Nie.“

Sie küsste ihn – nicht wild, sondern langsam, genüsslich. Ihre Zunge spielte mit seiner, ihre Hand wanderte unter sein Shirt, streichelte über seine Brust. Lukas erwiderte es, fuhr mit der flachen Hand über ihren Rücken runter zum Arsch, knetete ihn sanft. Vici seufzte in seinen Mund, rieb sich leicht an ihm. Es war kein Ficken mehr, es war Schmusen. Flirten. Dieses süße, träge Nachspiel, wo man einfach nur spürt, wie gut sich der andere anfühlt.

Ich schaute ihnen eine Weile zu. Vici sah glücklich aus – richtig glücklich, nicht nur geil. Ihre Augen waren halb geschlossen, ein kleines Lächeln auf den Lippen, während sie Lukas’ Hals küsste, an seinem Ohrläppchen knabberte und ihm irgendwas ins Ohr flüsterte, das ihn leise lachen ließ. Er drehte sie auf den Rücken, legte sich halb über sie, küsste ihren Hals, ihre Brüste, ihre Schultern. Kein Druck, kein Tempo. Nur Berührungen, die sagten: „Das war geil, und das hier ist auch geil.“

Ich spürte ein warmes Ziehen in der Brust. Nicht Eifersucht – Vici und ich sind nie exklusiv gewesen –, sondern eher so eine sanfte Freude, sie so zu sehen. Und gleichzeitig dieses Kribbeln, das mir sagte: Ich will auch noch mehr von heute Nacht. Nicht nur mit Vici, sondern mit dem ganzen Laden hier.

Ich setzte mich langsam auf. Meine Beine waren weich, aber ich fühlte mich lebendig. „Ich schau mal, was draußen noch so los ist“, sagte ich leise.

Vici hob kurz den Kopf, schaute mich an. „Geh nur. Aber komm wieder, gell?“

„Versprochen.“ Ich zwinkerte ihr zu, stand auf und sammelte meine Sachen zusammen – das Netzoberteil, die Jeansshorts, die Plateausandalen. Slip lag wohl noch auf der Bar. Nackt wie ich war, schlüpfte ich nur in die Shorts und das Top, zog die Sandalen an und schlich raus.

Der Vorhang teilte sich, und ich trat zurück in den Gang. Die Luft war kühler, aber immer noch schwer. Ich ging langsam, ließ die Türen links und rechts auf mich wirken. Manche waren ganz zu, dahinter gedämpftes Stöhnen oder leises Lachen. Eine Tür stand offen – drinnen zwei Männer und eine Frau, alle drei auf den Knien, Münder und Hände überall. Ich blieb kurz stehen, schaute zu. Die Frau hatte einen der Männer im Mund, während der andere sie von hinten nahm. Sie schauten nicht mal hoch, waren ganz in ihrer Welt. Geil, aber nicht mein Ding gerade.

Weiter. Die kleine Tanzfläche war jetzt voller. Körper bewegten sich im Takt der tiefen Bässe, Hände glitten unter Kleidung, Küsse wurden länger. Eine queere Gruppe in der Ecke – drei Mascs und eine Butch – tanzten eng umschlungen, einer hatte die Hand in der Hose der anderen. Ich lächelte, spürte wieder dieses Ziehen zwischen den Beinen.

An der Bar stand der Barkeeper immer noch, wischte Gläser, grinste mich an, als er mich sah. „Noch einen Gin Tonic? Oder was Stärkeres?“

„Erstmal nur Wasser“, sagte ich und setzte mich auf einen Hocker. „Aber erzähl: Was geht hier sonst noch so ab? Gibt’s oben noch was?“

Er lachte. „Oben ist der Darkroom. Total dunkel, nur ein paar rote Lämpchen. Man geht rein, tastet sich vor, und dann… passiert, was passiert. Kein Reden, nur Fühlen. Viele Paare oder Grüppchen verschwinden da rauf. Wenn du willst, zeig ich dir den Weg.“

Ich nahm das Wasser, trank einen großen Schluck. Die Kälte tat gut. Mein Körper summte noch von vorhin, von Vici, von Lena, von allem. Ich schaute zurück zum Vorhang, hinter dem Vici und Lukas immer noch schmuste – ich konnte ihre Silhouetten erahnen, eng umschlungen.

„Vielleicht später“, sagte ich zum Barkeeper. „Aber danke für den Tipp.“

Ich blieb sitzen, beobachtete die Leute. Eine Frau mit pinken Haaren kam vorbei, blieb stehen, musterte mich. „Du warst vorhin hinten, oder? Mit der Rothaarigen und den beiden anderen?“

Ich nickte grinsend. „Könnte man so sagen.“

Sie lachte. „Sah heiß aus. Lust auf ’ne kleine Zugabe? Nur wir zwei, wenn du magst.“

Ich schaute sie an – sie war süß, frech, hatte Sommersprossen und einen Ring in der Lippe. Mein Körper sagte sofort ja. Aber mein Kopf sagte: Noch nicht. Erst Vici wiederfinden. Erst sehen, wie weit der Abend noch geht.

Wohin geht Marie?

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