Wie geht es weiter?
Auf Theo warten weitere Überraschungen
Auf dem Nachhauseweg überlegt Theo, warum Maruschka wohl Kondome in ihrer Handtasche hat, kommt aber zu keinem sinnvollen Ergebnis.
Freitag früh bekommt er zu seiner Überraschung eine SMS von Maruschka. Sie fragt ihn, ob sie sich heute, nach der Schule, zum Mittagessen verabreden könnten – oder wann er sonst heute Zeit für sie erübrigen könne. Theo ist zum Glück nicht verplant, für die anstehende Reise ins angebliche Fickparadies hatte er schon am Vorabend das meiste gepackt. Mittagessen passt. Er hofft, dass zwischen ihr und Charlie nichts Ernstes passiert ist.
Dieser letzte Schultag vor den Ferien verläuft, wie letzte Schultage vor den Ferien meistens verlaufen: wenig erwähnenswert. Er und Charlie verabschieden sich normal, wie es unter ihnen üblich ist, obwohl: schließlich würden sie sich jetzt zwei Wochen nicht sehen. Und auch nicht kommunizieren. Charlies Bedingung. Sie wolle keine Zwischenstände wissen und auch keine abgeben, was sie, Maruschka und das Freie-Liebe-Projekt auf Malle anging. Dann begibt sich Theo zu dem kleinen griechischen Restaurant, das Maruschka als Treffpunkt vorgeschlagen hat. Sie wartet dort schon auf ihn. Freundschaftliche Begrüßung, dann Studieren der Karte, Aufgabe der Bestellung. Und sobald der Kellner verschwunden ist, sagt Maruschka: „Charlie hat dir bestimmt nicht erzählt, dass ich bisexuell bin.“ Stimmt. Hat sie nicht. Deswegen also die Kondome in ihrer Handtasche, denkt Theo. „Wie findest du mich eigentlich, so als Frau? Attraktiv? Als eine Frau, mir der du dir was vorstellen könntest?“ Theo beeilt sich – unterbrochen vom Servieren der Getränke – zu erklären, dass er Maruschka sympathisch, nett und liebenswert finde, aber natürlich nie was mit ihr anfangen würde, denn schließlich sei sie Charlies Freundin, und er würde Charlie niemals wehtun, und falls er Maruschka irgendwelche anderen Signale gegeben haben sollte, täte ihm das unsagbar leid. Maruschka winkt ab, lächelt, sagt „Theo, bitte, mach dir keinen Stress, für mich sind das doch auch alles Selbstverständlichkeiten. Ich formuliere mal anders: Angenommen, wir beide hätte uns irgendwo völlig unabhängig von Charlie kennengelernt: Käme ich für dich als Frau infrage, mit der du gerne mal ins Bett gehen würdest?“
„Muss ich die Frage wirklich beantworten?“, fragt Theo leicht säuerlich, da ihm im Moment echt unwohl ist.
„Musst du nicht, hast du aber schon, da bei einer solchen Frage kein Nein ein definitives Ja ist“, konstatiert Maruschka wie eine Lehrerin. Dann zieht sie aus ihrer Handtasche einen Briefumschlag hervor und reicht ihn Theo mit den Worten „Lies das bitte. Dann wird dir sicher klarer, worauf ich hinauswill.“
Von wem ist der Brief an Theo – und was steht drin?
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