What's next?
An der Bürgermeistergeschichte ist was dran...
Gretchen hatte die ganze Geschichte als eine unglaubwürdige Skandalgeschichte der ohnehin schlecht recherchierten Lokalzeitung abgetan. Wer die mit Verstand las fand schnell in jeder Ausgabe Teile, die wenn es sich nicht um reine einkopierte Agenturmeldungen handelte, vor Fehlern nur so strotzen. Fehlende Orthographie war da noch die Klasse der Kavaliersdelikte, aber was sollte man anderes von einem rein Werbefinanzierten Käseblatt erwarten?
Doch in dem Fall der Geschichte von Oberbürgermeister Michelbach von der konservativ-progressiven Partei und seiner vorgeblichen Geliebten verriet der Artikel nur die Spitze des Eisbergs der unter der Oberfläche bis an die Schule reichte in der Gretchen Fischer sich tagtäglich abmühte auch den Jugendlichen aus unterpriviligierten Verhältnissen Bildung zu bringen.
Doch so mancher Schüler bzw. in diesem Falle Schülerin hatte einen anderen Weg aus den Sozialbauviertel der Hoffnungslosen zu entkommen als Bildung....
Die gerade erst volljährige Rothaarige war eine von ihnen. Aufgewachsen in einer Patchworkfamilie hatte die junge Frau zwischen Stiefgeschwistern und -vätern einen Kampfgeist und Siegeswillen entwickelt der seinesgleichen suchte. Zugleich war dabei der moralische Kompass sagen wir....verrutscht....
So ergab es sich das die Oberstufenschülerin beinahe damit angefangen hätte anzuschaffen, doch dann ergab sich eine andere Möglichkeit durch die zufällige Bekanntschaft der Frau des Oberbürgermeisters gemacht.
Silvia Michelbach-Dahlem war nicht bloß die anderthalb jahrzehnte jüngere Frau des Oberbürgermeisters sondern ihres Zeichens eine Verwaltungsjuristin mit einer steilen Karriere in der Staatskanzelei. Das beides focht die Mittdreißigerin allerdings beides nicht an sich ihren Neigungen und Gelüsten hinzugeben. Ganz im Gegenteil zu Gretchen sah sie sich dabei selbst eher wie ein weiblicher Don Juan, ein weiblicher Casanova, eine emanzipierte Frau die daher auch dem eher progressiv-liberalen Parteiflügel der Partei des Bürgermeisters nahe stand.
Kurz nicht gerade jemand den die biedere Mathlehrerin je zu wählen in Erwägung ziehen, dem sie sich politisch, gesellschaftlich verbunden fühlen würde.
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