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Chapter 5 by Meister U Meister U

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Abgeschiedenheit

Im Auto, einem alten, dunklen Wagen, herrschte eine fast greifbare Spannung. Tom fuhr schweigend. Nur die Scheibenwischer schlugen im Takt, dumpf, unnachgiebig, wie ein Herzschlag. Lena starrte hinaus. Die Stadt glitt davon, Straßenlaternen verwandelten sich in schwarze Kiefern, die im Regen schwankten. Sie fühlte sich, als überschreite sie eine Grenze – hinaus aus ihrem ordentlichen Leben, hinein in etwas, das kein Zurück mehr erlaubte.

„Wie haben Sie Elina erschaffen?“, fragte sie schließlich, nur um das Schweigen zu brechen.

Er wandte den Kopf leicht, ein kurzer Seitenblick, der länger wirkte, als er war. „Ich habe sie nicht erschaffen. Ich habe sie beobachtet. Ich habe gesehen, wie sie nach Freiheit verlangt und sich doch in ihren Regeln fesselt. Genau wie Sie.“

Die Hütte war genau, wie er sie schon beschrieben hatte: rustikal, aber nicht primitiv. Ein offener Kamin beherrschte den Raum, Flammen warfen flackernde Schatten über Wände, die voller Bücher standen. Es roch nach Holz, nach Rauch – und nach etwas Herbem, Fremdem.

Tom legte einen Holzscheit nach, dann drehte er sich zu ihr.

„Hier.“ Er deutete auf das Manuskript auf dem schweren Eichentisch. „Das Finale. Aber bevor Sie es lesen … lassen Sie uns die vorherigen Kapitel lebendig werden lassen.“

Es war kein Vorschlag. Keine Bitte. Eine Anordnung. Und doch spürte Lena keinen Widerstand. Sie wollte sich nicht wehren.

Er kam näher, Schritt für Schritt, sicher, ruhig. Als seine Hand ihre Wange streifte, war die Berührung so leicht, dass sie sich unwillkürlich verkrampfte.

„Keine Angst“, flüsterte er. Seine Stimme war kaum hörbar, aber sie vibrierte in ihr nach. „Ich kenne jede deiner Grenzen. Und ich werde keine überschreiten … außer die, die du selbst fallen lässt.“

Die Welt schmolz zusammen auf den Raum vor dem flackernden Kamin. Das Knistern des Feuers, der Schatten an den Wänden, sein Blick – alles andere war ausgelöscht. Toms Worte hingen noch in der Luft, schwer wie ein Schwur, unausweichlich wie ein Urteil. Lena spürte, wie ihr Widerstand unter der Hitze ihrer eigenen Begierde zerbröselte. Ein kaum sichtbares Nicken verriet sie.

Er näherte sich nicht hastig, nicht gierig. Es war die langsame, selbstsichere Anmut eines Raubtiers, das längst weiß: Die Beute gehört ihm. Seine Hände legten sich an ihr Gesicht, kühl gegen ihre brennenden Wangen. Der Daumen strich über ihre Unterlippe – ****, prüfend, beinahe klinisch. Doch in ihr zuckte es wie ein Stromschlag.

„Du zitterst“, murmelte er. Sein Atem war warm, seine Stimme dunkel. „Das steht nicht im Manuskript. Noch nicht.“

Er küsste sie. Kein vorsichtiges Tasten, kein zarter Anfang – es war eine sofortige Inbesitznahme. Sein Mund forderte, drängte, nahm. Seine Zunge stieß vor, wich zurück, lockte, bedrängte, bis ihr jeder Atem geraubt war. Und als sie, wie in Kapitel sechs, sanft in seine Unterlippe biss, fuhr ein triumphierendes Knurren durch seine Kehle.

Seine Hände glitten tiefer, fanden ihren Nacken, hielten sie fest. Gefangen, und doch frei. Sein Mund zeichnete eine brennende Spur an ihrem Kiefer entlang, hinab zu dem Punkt, den er längst kannte: die feine Stelle über der Pulsader. Dort, wo das Blut jagte. Dort, wo jede Berührung unausweichlich Konsequenzen brachten.

Als seine Lippen sie fanden, brach der Laut aus ihr hervor – ein leises, vibrierendes Surren, halb Scham, halb Lust. Und er wusste es. Er hatte darauf gewartet.

„Jetzt der Reißverschluss“, befahl er mit rauer Stimme dicht an ihrem Ohr.

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