Der gestohlene Jackpot

Der gestohlene Jackpot

Alles auf Schwarz

Chapter 1 by Ch3ating_Ang3l73 Ch3ating_Ang3l73

1. Zwischen zwei Spinnen

Der Morgen in New York begann für Mary Jane Watson-Parker (28) genau so, wie er es die letzten Monate tat. Einsam. Als sie die Hand ausstreckte, fand sie nur die kalte, leere Seite des Bettes. Kein Peter. Wahrscheinlich war er mitten in der Nacht für einen Notfall bei den Avengers oder eine Patrouille in Queens verschwunden.

Unter der Dusche ließ sie den heißen Strahl über ihren Körper laufen. Sie schloss die Augen, während das Wasser zuerst über ihren Körper, und letztendlich über ihre Pussy rann. Gott, wie lange war es her? Sie wusste, dass Peter die Welt rettete, dass er Verantwortung trug, die kein Mensch allein tragen sollte. Aber in Momenten wie diesen fühlte sie sich weniger wie die Frau eines Helden und mehr wie eine vergessene Trophäe im Regal.

Es war ironisch. Die ganze Welt verließ sich auf Spider-Man, aber die Frau, die seinen Namen trug, wusste oft tagelang nicht einmal, ob er noch lebt oder auf welchem Kontinent er gerade blutete.

Sex war für sie und Peter mittlerweile ein Luxusgut geworden, das meistens gegen blaue Flecken eingetauscht wurde. Wenn er da war, schlief er, wenn er wach war, war er weg.

Sie hatte ihm versprochen, sich aus der Schusslinie zu halten, nur noch vom Bugle aus zu arbeiten oder sicher von zu Hause. Sie war sicher, aber sie war auch verdammt gelangweilt. Sie vermisste den Kick, das Adrenalin, die Aufregung.

Sie schlang sich ihren bademantel um und ging in die Küche. Mit einer Tasse Kaffee in der Hand trat sie an das riesige Panoramafenster des Lofts.

BOOM.

Ein gewaltiger Schlag erschütterte die Straßen. Draußen am Himmel flog eine dunkle Gestalt vorbei, geschleudert von niemand geringerem als Rhino, der wütend durch die Straße unter ihr raste. MJ hielt den Atem an. Doch die Gestalt fing sich in der Luft. Mit einer Akrobatik, die fast schon flüssiger wirkte als Peters, schoss Miles Morales (17) zwei Netze nach links und rechts, nutzte sie als Katapult und schleuderte sich zurück auf den Koloss. In der Luft begann er zu leuchten, gelbe Elektrizität zuckte um seine Fäuste. Der Venom-Punch krachte direkt in Rhinos Gesicht und hallte durch den ganzen Block. Rhino sackte bewusstlos zusammen.

Und der?, dachte MJ und spürte ein ungewohntes Gefühl in ihrer Brust. Das ist Miles Morales. Der neue Spider-Man. Der Lehrling meines Mannes.

Draußen sah sie nun auch Peter (29), der gerade eine Frau und ein Kind in Sicherheit absetzte. Er landete neben Miles „Starke Arbeit, Kleiner“. „Wenn das so weitergeht mit deinen Kräften, braucht die Stadt mich ja gar nicht mehr.“

„Ach, red keinen Unsinn, Pete“, lachte Miles, während sie sich Richtung Loft schwangen.

Kurz darauf landeten beide auf der Terrasse und traten herein. Peter zog seine Maske ab und wirkte erschöpft, aber stolz. „Ich mein’s ernst, Miles. Du lernst schnell. Du bist besser als ich es am Anfang war.“

„Nur weil ich dich habe“, sagte Miles bescheiden. „Ich hab den Support von jedem. Sogar eine gute Version von Jameson.“ lachte er, doch dann blieb sein Blick an MJ hängen.

In seinem Kopf schrie alles. Fuck, die wunderschöne, heiße MJ Watson. Er wusste, es war falsch. Sie war die Frau seines Mentors, eine Ikone, eine Göttin, ein ehemaliges Supermodel. Doch jedes Mal, wenn er sie sah, fühlte er sich ganz anders.

„Hey Miles. Geht’s euch gut?“, fragte MJ. Peter trat zu ihr, gab ihr einen flüchtigen Kuss, fast schon routiniert und strahlte. „Gut? Du hättest sehen müssen, wie er Rhino erledigt hat! Ich bin fast neidisch auf seine Sonderkräfte. Sag ihm mal, wie klasse er war, er glaubt mir nicht.“

MJ trat einen Schritt näher zu miles „Du bist klasse, Miles. Ehrlich, du bist unglaublich. Man nennt dich nicht umsonst den unglaublichen Spider-Man. Kopf hoch.“

Miles wurde knallrot. „Ich bin ganz okay, schätze ich“, nuschelte er und wich ihrem Blick aus.

„Du solltest los, Miles“, unterbrach Peter. „Musst du nicht noch was für deine Mom einkaufen? Sei lieber schnell, May hat es gehasst, wenn ich was vergessen hab. Diese Spinne geht erstmal duschen“ Mit einem letzten Klaps auf Miles' Schulter verschwand Peter im Bad.

„Peter hat recht“, sagte Miles leise, als sie allein waren. „Und danke, MJ.“

MJ lief langsam auf ihn zu, der Bademantel schwang leicht bei jedem Schritt. „Nichts zu danken, du bist wirklich unglaublich“,

Miles Stimme wurde tiefer. „Nicht so unglaublich wie der ehemalige Superstar, die unglaubliche Mary Jane Watson...“ Er brach ab, wurde noch röter und starrte auf seine Anzug.

MJ lächelte. Sie trat ganz nah an ihn heran, griff mit ihren weichen Fingern unter sein Kinn und hob seinen Kopf sanft an. „Kopf hoch, hab ich gesagt. Und weißt du, wer noch toll ist? Nicht nur der unglaubliche Spider-Man. Auch Miles Morales ist unglaublich. Glaub mehr an dich.“

Sie schenkte ihm ein strahlendes Lächeln und verabschiedete sich mit einem Winken. Miles flüchtete fast schon aus dem Loft. Erst als er draußen am Gebäude hing, merkte er, wie Stein hart er war. Er hoffte, dass sie es nicht gesehen hatte.

Zurück im Wohnzimmer sank MJ auf die Couch. Sie hatte es gesehen. Und sie musste schmunzeln.

Es war ein bittersüßes Gefühl. Sie vermisste es so sehr, begehrt zu werden. In der Redaktion nahm Jameson sie trotz ihrer Erfahrung kaum ernst, und Peter... Peter war meistens verletzt, weg oder musste schlafen. Der arme Petey. Aber sie war eine Frau mit Bedürfnissen, und die pure Bewunderung dieses Teenagers tat ihr gut. Gott, was dachte sie da eigentlich? Miles war praktisch ein Kind. Dass ihr dieser Gedanke überhaupt kam, fühlte sich an wie ein Verrat an allem, was sie mit Peter aufgebaut hatte.

Aber sie sah ihn nicht als Miles, den Jungen. Ganz im Gegenteil zu Peter sah Sie ihn als Miles, den Mann, der gerade einen Giganten fällte.

Sie schüttelte den Kopf, als könnte sie das Bild von Miles’ Verlegenheit wegwischen. Sie würde niemals etwas tun, niemals. Aber das Wissen, dass sie noch immer diese Wirkung auf jemanden hatte, auf einen weiteren Spider-Man. Das fühlte sich schön an, mehr nicht.

Es war nur ein harmloser Kick, redete sie sich ein. Ein bisschen Bestätigung für eine vernachlässigte Ehefrau. Was Peter nicht wusste, konnte ihm nicht wehtun...

Es ist nur Miles, beruhigte sie ihr Gewissen und trinkte an ihrem Kaffee. Er ist nur ein Junge, der auf mich steht. Das genieße ich einfach nur ein bisschen, mehr nicht. Es ist nur eine weitere Spinne.

Ist es wirklich nur ein harmloser Kick? Denkt Miles das auch, oder hat er längst den ultimativen Jackpot vor Augen?

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