Der Belichtungsvertrag

Der Belichtungsvertrag

Freche Studentin bei einem unerwarteten Nackt-Shooting mit Folgen

Chapter 1 by MissLeen MissLeen

Für diesem Preis hatte Anika kein so ansehnliches Gebäude in einem so guten Viertel erwartet. Anika drückte auf die Klingel und verlagerte ihr Gewicht von einem ihrer weißen Canvas Sneaker auf den anderen. Sie war bereits zweimal um den Block gelaufen, überzeugt davon, dass die Adresse falsch sein musste – auf keinen Fall gab es in dieser Gegend eine Wohnung mit einer so günstigen Miete. Die Gegensprechanlage knisterte.

"Komm hoch", sagte eine Männerstimme knapp. Keine Begrüßung, kein "Wer ist da?". Nur zwei Worte, als wüsste er schon, dass sie es war.

Die Tür öffnete sich mit einem metallischen Quietschen und Anika stieg langsam die Treppe hinauf. Oben stand die Tür zu Wohnung 3B einen Spalt breit offen – gerade so weit, dass ein Streifen des dunklen Parkettbodens zu sehen war. Sie klopfte einmal und drückte die Tür dann weiter auf.

"Du bist spät dran", sagte der Mann, der am Erkerfenster stand und von der Nachmittagssonne hinterleuchtet wurde. Thomas war größer, als sie sich anhand seiner Stimme vorgestellt hatte; er war schlank, hatte aber breite Schultern unter einem eng anliegenden schwarzen Pullover. Eine Kamera hing um seinen Hals wie ein zweiter Herzschlag. Er blickte nicht auf, während er das Objektiv einstellte. "Zwölf Minuten. Lässt du Vermieter immer warten?"

Anikas Wangen glühten. "Die Straßenbahn …"

"Die Straßenbahn interessiert mich nicht", unterbrach Thomas sie und hob endlich den Blick. "Was mich interessiert ist, ob du es mit dieser Wohnung ernst meinst." Er trat näher, wobei die Kamera leicht an seiner Brust hin und her schwang. "Denn wenn nicht, gibt es zwanzig andere Leute, die für diese Wohnung töten würden."

Anika schluckte. Die Wohnung war perfekt – sonnig, geräumig, mit in die Wände eingebauten Bücherregalen und einer Küche, die aussah, wie aus einem Werbeprospekt. Sie konnte sich schon vorstellen, wie ihre Lehrbücher auf dem Esstisch ausgebreitet lagen und ihre Tassen aus dem Secondhandladen auf der Arbeitsplatte aufgereiht waren. "Ich meine es ernst", sagte sie, viel zu schnell.

Thomas grinste, als hätte er gewusst, dass sie genau das sagen würde. "Gut. Dann macht es dir sicher nichts aus, es zu beweisen." Er tippte mit einem Finger auf die Kamera. "Ich bin Fotograf. Ich brauche ein neues Model. Du passt genau zu dem Look, den ich suche."

Anikas Finger zuckten an ihren Seiten. "Ein Model?", wiederholte sie.

"Entspann dich", sagte Thomas, streifte den Kameragurt ab und legte die Kamera mit bedächtiger Sorgfalt auf den Couchtisch. "Nur ein paar geschmackvolle Aufnahmen." Seine Stimme klang sanft und geübt. "Es sei denn, du möchtest lieber, dass ich die nächste Bewerberin anrufe?" Er griff nach seinem Handy, den Daumen über dem Bildschirm schwebend.

"Nein", platzte es aus Anika heraus, dann errötete sie angesichts ihrer eigenen Ungeduld. Sie konnte fast die Stimme ihrer Mutter hören: "Lass andere niemals sehen, wie sehr du etwas willst." Aber die Wohnung kostete nur halb so viel wie alles andere in diesem Viertel, und der Gedanke an einen weiteren Monat auf den Sofas der Wohnheime ihrer Kommilitonen ließ ihr den Magen zusammenziehen. "Was für Aufnahmen?"

"Geschmackvolle", wiederholte er langsam, als würde er das Wort auskosten "Boudoir- und Aktfotografie. Nichts davon wird frei zugänglich im Internet veröffentlicht und als Gegenleistung bekommst du noch heute den Mietvertrag". Er nahm die Kamera wieder in die Hand und drehte sie in seinen Händen hin und her. "Fang mit dem Pullover an. Mal sehen, was darunter ist."

Was macht sie?

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